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    Ab dafür! - der Jahresrückblick 2007

    Endlich! Wir sind wieder wer! Wir sind Weltmeister oder, wie BILD schrieb: „Wir sind Weltmeisterin!“ Frauenfußballweltmeisterin. Außerdem sind wir Handballweltmeister, aber da ist leider der Ball kleiner..

    Was gab es noch? Einen Oskar, Zwei Nobelpreisefür Physik und Chemie! – und die Tante von Gregor Gysi hat den Literaturnobelpreis bekommen! Doris Lessing. Angeblich Engländerin, aber der Name klingt so Deutsch, ich schreib den einfach bei uns mit dazu. Merkt doch eh keiner!

    2007. Das deutsche Kabarett mußte einen herben Abgang verdauen: Edmund Stoiber. Weil keiner der CSU-Heroen selber die Eier in der Hose hatte, Stoiber vom Platz zu schubsen, mußte eine an sich ganz symphatische Fürther Motorradfahrerin das machen. Danach zog sich Frau "St. Pauli" für ein Foto Stulpen-Handschuhe an, und die Republik tat so, als hätte der Papst die Soutane gehoben. Ach Gott, wie verrucht!

    Kultur und Kunst! Alle fünf Jahre erschleicht sich in Kassel im Schatten der „Caricatura“, im Kulturbahnhof,  eine angebliche „Weltkunstausstellung“ die Aufmerksamkeit von Publikum und Medien: die Documenta. Die schönste Plastik, die des Chinesen Ai Weiwei , wehte ein früher Sturm um. Das flachgelegte Kunstwerk  kommentierte der Künstler gegenüber Medien und Kaufinteressent mit: „Jetzt ist die Arbeit noch besser. Soeben ist sie doppelt so teuer geworden“. Weiwei hatte außerdem noch Tausend und einen Chinesen in die nordhessische Metropole geschickt und spätestens seit Merkel sich bei ihrem China Besuch wunderte, warum ihre Gastgeber ihr schon jedes Mal die geliebte „Nr. 53“ (Hühnchen süß-sauer, mit Ananas), hingestellt hatten, bevor sie überhaupt bestellen hatte bestellen können, seit  der Spiegel schrieb, wie der Chinese uns ausspioniert - seitdem ist doch wohl auch klar, mit welchem Ziel die China-Touristen durch Kassel schlenderten. Kassel wurde komplett abfotografiert und durchgescannt in allen Lebensbereichen. Und jetzt arbeitet der Chinese den ganzen Winter durch und im Frühling werden wir es kaufen können: Kassel wird komplett kopiert, Kassel gibt es bald doppelt, mindestens, aber zu einem weit günstigeren Preis. Der Chinese wird womöglich mit ungezählten Kasseln den Weltmarkt überschwemmen. Und in einem dieser Plagiats-Kassel wird dann auch die nächste Documenta zu sehen sein. Ab sofort jährlich, mit jährlich neuem Zuschauerrekord!

    2007 war auch ein Jahr der Jubiläen. 60 Jahre VW-Bus. 40 Jahre Dschungelbuch. 30 Jahre Deutscher Herbst. 10 Jahre Tod von Lady Di., 70 Jahre Freibad Herzogenaurach.. Wenn  Lady Di vor 10 Jahren  in einem VW Bus verunglückt. Wäre, das wär eine Feier geworden!

    Im Fernsehen ist Anne Will jetzt die neue Christiansen. Harald Schmidt hat einen neuen Manuel Andrak und der heißt Oliver Pocher. Der Media Markt hat einen neuen Oliver Pocher und der heißt Dittsche und das sich das für Olli Dittrich lohnt, das kauf ich ihm ab! Horst Schlämmer macht Pause, damit Hape Kerkeling sich mal wieder die Füße vertreten kann. Ich schätze, der tippelt grad in irgendein tibetisches Kloster und nächstes Jahr können wir das wieder lesen und dann bekommt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Jack Wolfskin-Orden sowie die Meindl-Plakette.

    Nicht zum lesen, sondern zum kaufen, ist die Langenscheidt-Serie „L for Fun“. Es begann mit Mario Barths Wörterbuch „Frau-Mann, Mann-Frau,  dann Maybritt Illner  mit „Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker“ und „Chef – Deutsch, Deutsch-Chef“ von TV-Figur Bernd Stromberg. Demnächst erscheint „Fan-Deutsch, Deutsch –Fan“ von Uli Hoeneß, „Abstreiten-Deutsch, Deutsch-Abstreiten“ von Jan Ulrich und „Abzocken-Deutsch, Deutsch -Abzocken“  vom ehemaligen VW Gesamtbetriebsratschef Klaus  Volkert.

    Und natürlich „Aneinander-Vorbei – Deutsch, Deutsch-Aneinander-Vorbei“ von Bahnchef Mehrdorn und GDL Chef Manfred Schell, die auch noch den Band „Selber Arschloch-Deutsch, Deutsch-Selber Arschloch“ vorbereiten.

    Letzte Meldung: Eva Hermann zum Lokführerstreik der GDL: „Ohne Hitlers Autobahnen wären wir doch jetzt völlig aufgeschmissen!“.

    Zum Ende meinen „Brief des Jahres.“

    In Dresden verweigerte das Hotel Holiday Inn Dresden Mitgliedern der NPD Fraktion im Sächsischen Landtag das Zimmer. Geschäftsführer Lohmeyer schrieb an die NPD Fraktion:

    „Wir erhielten Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung. Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann,  Sie zu begrüßen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren. Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdener Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.“

    Ab dafür!

    In diesem Sinne, ein schönes 2008,

    Redaktion: Bernd Gieseking

     

    2007-12-15 | Nr. 57 | Weitere Artikel von: Bernd Gieseking