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    Aktuelle Kritik: StageDiven! im BKA-Theater

    Es war Donnerstag, es war der erste Tag der Berlinale, und es lag ein apokalyptischer Schneematsch in der Stadt. Nicht einmal die Veranstalterinnen hatten damit gerechnet, dass das BKA an diesem Abend derart voll würde. Zum zweiten Mal gab es auf dieser Bühne „StageDiven!“. So heißt eine neue Showreihe, die das in Berlin beliebte Konzept des bunten Abends mit dem Umstand vereint, dass nur Künstlerinnen auf der Bühne stehen. Zusammengehalten werden die Acts von Bartuschka, die mit comichafter Plastikblondinenperücke und schwerer sächsischer Mundart durchs Programm führt und wenn nötig nebenbei auch den Bühnenumbau besorgt. Bartuschka ist von Haus aus Pantomimin und präsentierte auch zwei eigene skurrile Nummern. Der Abend zeigte viele Facetten weiblicher Komik: auf die stimmgewaltige Mauerblümchenimitatorin Coco Lores folgte die Stand-up-Kabarettistin Anny Hartmann, deren souverän gehandhabte Unsicherheit großen Charme entwickelte. Darin zündeten die oftmals politischen Pointen besonders fies. Auf die Tänzerin Gigi, die feminin ihre Glieder bog und rote und schwarze Röcke flattern ließ, folgte eine wie immer somnambule, leider etwas düster gestimmte Cora Frost mit ihrem neuen Gitarristen Geri Schmalzel als Quotenmann des Abends. Babsita mit imponierend muskulösen Schultern kam in Frotteetüchern scheinbar direkt von der Dusche auf die Bühne und brachte das Publikum zum Rasen, indem sie sich zwischen kreiselnden Hula-Hoop-Reifen in ihr Abendgewand schälte.

    An jedem zweiten Donnerstag im Monat gibt es in Zukunft im BKA die Stage Diven – mit immer wechselnden Künstlerinnen – zu sehen. Der Titel spielt auf das bei Rockkonzerten beliebte „stagediving“ an: Der Künstler lässt sich von der Bühne auf die hochgestreckten Arme des Publikums fallen und von ihnen durch den Saal tragen. Hier klingt an, dass jetzt auch im Kleinkunstrahmen selige Ekstasen für Publikum und Künstlerinnen angestrebt werden. Der Anfang ist schon mal gelungen.

    Redaktion: Susann Sitzler

    2006-03-15 | Nr. 50 | Weitere Artikel von: Susann Sitzler