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    BÜCHER: "Fürs Schubfach zu dick" und ander ...


    Fürs Schubfach zu dick
    (Das neue Berlin / ISBN 978-3-360-01983-7; 224 S., 16,90 €) ist die langjährige Schauspielerin am Berliner Ensemble und Kabarettistin Franziska Troegner. Wiewohl vom Elternhaus vorbelastet, war ihr Weg auf die Bretter, die einmal ihre Welt bedeuten sollten, keineswegs vorgezeichnet. Als Schülerin verdrückte sich die gute Sängerin aus dem Chor, der ihr zu langweilig wurde, dank Vaters Beziehungen zum Jugendstudio der berühmten Distel, dem damals einzigen professionellen Kabarett im kleineren Berlin, der Hauptstadt der DDR. Aus diesem Nachwuchskabarett entstanden dann im Haus der jungen Talente, dem heutigen Podewil, „Die Reizzwecken“. Nach dem Abi begann sie mangels eines Studienplatzes ein Praktikum am Berliner Ensemble, einem Haus, dem sie bis 1993 treu blieb und mit dem sie im In- und Ausland Erfolge feierte. Es folgten nach so vielen Jahren Ensemblearbeit eine Vielzahl von Einzelprojekten unter anderem mit Dieter Krebs und Dieter Hallervorden. Dazu kommen über die Jahrzehnte unzählige Rollen für Funk, Film und Fernsehen. Ein bewegtes Leben also, das sie überaus diskret, engagiert und sympathisch (mit ihrem Co-Autor Andres Püschel) erzählt.

    Manche jungen Leute habe es ja auch nicht leicht, gerade wenn sie schon früh in der Jugend feststellen, dass sie irgendwie anders sind. So geht es Steffen Möller, jenem deutschen Kabarettisten, der in Polen Karriere gemacht hat. Es sind „Bekenntnisse eines Andershörenden“, denn sein großes Problem war: Er hörte und hört so gerne klassische Musik. So klagt er vor sich hin, wägt Vor- und Nachteile bestimmter Aufnahmen ab und hat sogar ein Faible für so ganz schwere Jungs, wie zum Beispiel Anton Bruckner. Seine Erörterungen gehen immer wieder hinüber zu seinen Erlebnissen, Erfahrungen und Erfolgen in unserem östlichen Nachbarland, denn eine ganz außergewöhnliche Erfolgsstory ist das allemal. Man lernt auf unterhaltsame Weise viel bei ihm über Land und Leute jenseits der Oder (mehr darüber in seinem ersten Buch „Viva Polonia“), vor allem aber auch über sein Lieblingsthema: Vivat Classica (Scherz / ISBN 978-3-502-15168-5; 480 S., 14,95 €). Ein sehr systematisches Verzeichnis verleiht seiner Beichte geradezu Sachbuchcharakter.

    Redaktion: Rainer Katlewski

     

     


    2010-06-15 | Nr. 67 | Weitere Artikel von: Rainer Katlewski