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  • Szenen Regionen :: Schweiz

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    Blühende Wirtschaft, boomende Comedy

    Zwei große Wettbewerbe sind dieser Tage über die Bretter gegangen, die die Schweiz bedeuten. Der Prix Walo, Helvetiens Show-Auszeichnung schlechthin, sowie – nach Redaktionsschluss – der große Newcomer-Preis Swiss Comedy Award.

    Der Trend zu Musik in der Comedy hat sich dabei bestätigt. Den Prix Walo der Kategorie Comedy/Kabarett holten sich die 5 A-Cappella-Komiker Bagatello aus Bern. Sie setzten sich gegen die anderen Nominierten Schlatter & Frey sowie Duo Lapsus durch. In der Kategorie Bühnenproduktion räumte erwartungsgemäß „Ewigi Liebi“ ab, das Musical mit den Komikern des Trio Eden (siehe Box). Die Produktion sahen in nur vier Monaten über 100.000 Personen – für die kleine Schweiz ein enormer Erfolg. Der Newcomer-Walo ging an die aus der TV-Show von Stefan Raab bekannte Stefanie Heinzmann, der Ehren-Walo an Lys Assia, die mit dem unvergesslichen „O, mein Papa“ erfolgreich war und ist: Die 85-Jährige tritt gelegentlich noch auf. Der von Multitalent Monika Kaelin organisierte Glamour-Anlass zog die gesamte Schweizer Showszene ins Casino Interlaken. „Eine Bombe hier“, scherzten die Anwesenden, „und die Schweiz hätte nichts mehr zu lachen.“

     Hochkarätig war auch die Jury des Swiss Comedy Award besetzt, darunter Frank Baumann (Komiker und Direktor Humorfestival Arosa), Caspar Fierz (Comedy Schweizer Fernsehen) sowie Paul Burkhalter (Casino-Theater Winterthur). Durch den Abend im Event-Dome am Zürichsee führte Sat-1-Comedy-Star Ingo Oschmann. Ins Finale schafften es nur zwei Schweizer, die anderen Newcomer stammen aus Deutschland. Wer von den 6 Finalisten mit der begehrten Gold-Statue ausgezeichnet wurde, stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest. Den Gästen wurde aber klar: Lachen ist gesund – Hauptsponsor ist die große Krankenkasse ÖKK.

    versicherungsladen_67_35Die boomende Wirtschaft wird immer mehr zur Förderinstanz der Schweizer Kleinkunstszene, ja zur eigentlichen Arbeitgeberin mancher Künstler. Beispiel: Duo Lapsus. Die als Pausenfüller im Zirkus Knie bekannt gewordenen Peter Winkler und Christian Höhener treten immer öfter für zahlungskräftige Medienunternehmen (Ringier, Radio 1) auf oder produzieren Werbespots für Glühbirnenfabrikant Osram. Helmi Sigg, Midi Gottet und Guy Landolt vom Trio Eden drehen Spots am Laufmeter für den Matratzenfabrikanten Bico. Immerhin: Die entsprechende DVD hat Kultstatus erlangt. Auch namhafte Künstler treten hemmungslos zu anständig bezahlten Firmenanlässen auf. Zu nennen ist der gute alte Emil, der sich seinen Fans seit Jahren verweigert – nun aber dem Schweizer Süßgetränk Rivella in Deutschland zum Durchbruch verhelfen will. Wie die NZZ meldete, hat Rivella den 75-Jährigen für eine große Werbekampagne gewonnen ... Aller käuflichen Kunst zum Trotz: Auch die nicht be-beischusste Kultur kann sich in der Schweiz behaupten. Ein Beispiel ist das Theater Maier’s in Zürich. Impresario Jürg C. Maier holt unver-drossen hohe Kunst und klingende Namen in seinen „Theaterraum“. So etwa Lorenz Keiser mit „Affentheater“. Auch hier ist der Trend zur Musik zu beobachten. So etwa mit Pfeffermond oder Anundpfirsich. Und natürlich ist das Maier’s seit einiger Zeit führend bei Slam Poetry. Andere Künstler produzieren sich immer noch ohne Zuschüsse selbst: Früher der große Walter Roderer, heute der beliebte Jörg Schneider und neu die Nachwuchs-Hoffnung Christian J. Jenny, gleich in mehreren Genres und mit mehreren Formationen unterwegs.

     Von wegen Nachwuchs: Den hat’s auch bei der Kleinkunsttruppe Zapzarap gegeben. Wenn sie auf der Bühne steht, steht davor (überwacht von Großmama) nun stets der Kinderwagen. Und schon das jüngste Mitglied löst Begeisterungsstürme aus ...

     Einer der wenigen Schweizer Stars, der in Deutschland Erfolg hat, ist Marco Rima. Seit neuestem wieder in jedem Wohnzimmer dank eigener TV-Show, tourt er nun durch die ganze Schweiz mit dem neuen Programm, das bloß nach Pause klingt, aber großes Spektakel bietet: „Time Out“. Wohl passend gewählt zur größten Konkurrenz der Schweizer Bühnen diesen Sommer: dem Fußballfest Euro 08.

    Redaktion: Bernhard Sutter 

     

     TERMINE

     18.6.: Winterthur, Casino-Theater, Herr Thiel mit „Achse des Bösen“ (www.andreasthiel.ch)

    ab 1.7.: Bern, neues „Euro 08“-Programm von Bagatello, danach ganze Schweiz (www.bagatello.ch)

    5.7.: Zugerberg und anderswo, Schtärneföifi Konzerte (www.schtaerne5i.ch)

    15.7.: Thun, Premiere Seespiele mit „Best Side Story“ (www.thunerseespiele.ch)

    Ab 18.7.: St. Moritz und anderswo, Christian J. Jenny, diverse (www.chjj.ch)

    1.8.: Arosa, Nationalfeiertag mit Duo Lapsus (www.lapsus.ch), danach ganze Schweiz (www.daszelt.ch)

    Ab 18.9. bis 15.12.: Zürich, Maag-Hall (www.maageventhall.ch), „Ewigi Liebi“ (www.ewigiliebi.ch), 2. Saison des Großerfolgs mit Trio Eden

    Ab 20.9.: Basel, erst im Fauteuil-Theater, dann in der ganzen Schweiz, „Time Out“, das neue Programm von Marco Rima (www.marcorima.ch)

    29.10.: Heerbrugg, Schlatter & Frey mit „Beliebter Bruder“ (www.schlatterundfrey.ch)

    16.12.: Zürich, Toni Areal, Trio Eden, Wiederaufnahme „Heiweh to Hell“ (www.trioeden.ch)

    AdNr:1002

    2008-06-15 | Nr. 59 | Weitere Artikel von: Bernhard Sutter