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    Carl Michael Bellmann

    Bellmann, dieser schwedische Lebemann des 18. Jahrhunderts, hat immer wieder Künstler gefunden, die seine Spott- und Trinklieder übersetzt und gesungen haben. Wie bei allen Übersetzungen und Übertragungen kann man über den richtigen Ansatz geteilter Meinung sein, und so entsteht eine große Vielfalt der angebotenen Versionen. Bei Bellmann sind vor allem einige der Episteln sehr beliebt, sein Gesamtwerk an Liedern dagegen kaum bekannt. Daher ist es sehr zu loben, wenn sich einer daranwagt: Ernst List hat zunächst Fredmanns Episteln: Türen auf, Geigen her! (Verlag Wortwechsel Tel.: 05605-926271; ISBN 3-935663-00-5; 320 S., 35,75 €) und dann Fredmanns Lieder: Mit Schnaps durch Dur und Moll (Verlag Wortwechsel ISBN 3-935663-04-8; 200 S., 33,75 €) ins Deutsche übertragen. Da beide Ausgaben komplett mit Noten versehen sind, können sie eine Fundgrube für Sänger und Liedermacher werden. Die „List“-igen (im Zivilstand ist er Pfarrer) Übersetzungen sind sprachlich dezent modernisiert, versuchen also die barocke Ausdrucksweise anzupassen ohne sie ganz aufzugeben. Ein gangbarer Kompromiss zwischen einer alter Sprachwahl und moderner Hörweise in zwei liebevoll gestalteten Bänden.

    Einige seiner Übersetzungen sind eingegangen in die Aufnahmen der Gruppe Packartorg auf ihren beiden CDs: Diktat mitten in der Woche (Packartorg Tel.: 05608-1819; 15 Tracks, 58:55 min., Texte) und Schwester lausche, wenn ich plausche ... (Packartorg; 14 Tracks, 67:33 min., Texte). Es sind vor allem die Episteln, die hier vorgestellt werden, wobei viele deutsche Erstveröffentlichungen dabei sind. Schöne Aufnahmen, ohne Schnickschnack, mit dieser leichten Patina im Vortrag, die einem Barockdichter gut ansteht: Ulla Winbald, Fredmann, Vater Berg und der Korporal Mollberg lassen grüßen.

    Durch alle Himmel alle Gossen (Artychoke AP-1103-CD; 15 Tracks, 51:58 min., Texte) führt uns Günter Gall in seinem Bellmannprogramm, dem vor allem die Grasshoff-Übersetzungen zugrunde liegen. Er lässt die Texte frisch und herzhaft, schnörkellos und mit Tempo lebendig werden. Dadurch sind die Trinklieder etwas überzeugender als die melancholischen Lieder, z. B. das „Nota Bene“. Auf der Gitarre begleitet ihn Konstantin Vassiliev, ein Musiker, der aus Sibirien stammt.

    2004-09-15 | Nr. 44 |