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  • Szenen Regionen :: Schweiz

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    Ein Erfolgsrezept auch für Deutschland

    Klein, aber kreativ – die Schweiz beweist Schubkraft. Der Jahreswechsel wird eine ganze Reihe neuer Programme bringen, etwa von Michael von der Heide, Meistersänger der leichten Muse, Hans-Peter Müller-Drossart, Filmstar mit erstem Bühnen-Solo-Programm, Alt-Meister Jörg Schneider mit „Bliib uf em Teppich“ und Claudio Zuccolini (siehe Kritik).

    Harry KeatonVor allem überraschte die Schweizer Szene aber mit Großproduktionen. Erfolgreich waren u. a. Monika Kaelin mit „Der Schwarze Hecht“ oder Livia Anne Richard mit „Dällebach Kari“, das 30.000 Menschen sahen und das nächsten Sommer eine Open-Air-Nachfolgeproduktion auf dem Berner Hausberg Gurten haben wird.

    Knaller der Saison ist „Ewigi Liebi“ in Zürichs Maag-Hall mit „Musicstar“-Siegerin Fabienne Louves und einem Trio Eden in Topform. Das Konzept ist fast zu einfach: Die Macher um Regisseur Dominik Flaschka haben alle großen Schweizer Lovesongs genommen und daraus ein Musical geschustert – mit phänomenalem Erfolg! Allein in der ersten Woche sind 20.000 Tickets verkauft worden (www.ewigiliebi.ch). Was wohl herauskäme, wenn man das Rezept auf Deutschland überträgt und ein Musical aus deutschen Popsongs schafft?

    Böse Zungen behaupten, die Erfolgswelle sei auf die gute Wirtschaftslage zurückzuführen. Tatsache bleibt aber, die Schweizer Künstler sind lustiger und kreativer denn je. Beispiel Duo Hinterletscht. Das brandneue Programm „Lieder, die die Welt verändern“ der zwei Trainingsjacken tragenden Blödler hat es in sich. Ihre Texte sind zum Umfallen komisch. Im Hit „Juan Majorbes“ wird das Weltgeschehen auf die Schippe genommen. Mittlerweile sind die beiden „Hinterletzten“ (übersetzt: die letzten Deppen) auch für Deutschland interessant.

    Beispiel Michael von der Heide. Mit „Nachtflug“ ist er in Höchstform. In einem Land, das sich nicht leicht tut mit der leichten Muse, mischt er Stile und Genres mit Leichtigkeit. Der Flug ist ein einziger Flirt mit dem Publikum.

    Beispiel Trio Eden. Mit „Heiweh to Hell“ legt man ein neues Programm vor, das frei nach Dantes Inferno die alltägliche Hölle kleinlicher Beamter und übel gelaunter Kellner zum Anlass für Komik nimmt.

    Neues gibt es auch vom Swiss Comedy Award, der im November in Luzern über die Bühne ging. Der 36-jährige Stuttgarter Standup-Comedian Nils Heinrich wurde im KKL Luzern zum Sieger des begehrten Swiss Comedy Award gekührt. Die wichtigste Preisverleihung der Schweizer Comedy-Szene, die auch deutschen Künstlern offen steht, wird vom Spätherbst jetzt neu ins Frühjahr verlegt. Organisator Danny Gundelfinger verrät exklusiv in Trottoir: „Schon in einem halben Jahr ist es wieder so weit, am 16. Mai 2008 im Eventdome in Pfäffikon (siehe Termine).“ Bewerbungen sind ab sofort unter www.comedy.ch/comedyaward möglich. Apropos Auszeichnung: Zapzarap hat für seine drei parallelen Abend-Programme den Kulturpreis der Stadt Uster erhalten.

    Mit Wehmut hat die Branche zur Kenntnis genommen: Altmeister Franz Hohler zieht sich von der Bühne zurück, will nur noch Bücher schreiben; nicht einmal eine Abschiedstour plant er. Dafür macht der andere Altmeister auf Nostalgie: Emil organisierte zum 40-Jahre-Jubiläum seines Klein-Theaters in Luzern sein 14-tägiges Wunschprogramm.

    Zurzeit ist die Szene in Arosa am Humorfestival versammelt. Gesprächsthema: Wie schlägt sich der neue Direktor Frank Baumann ab Frühling? Ansonsten ist hohe Zeit der Weihnachtszirkusse. Conny Gasser und Herbi Lipps feiern auf Zürichs Bauschänzli 25 Jahre „Conelli“, zeigen die schönsten und wagemutigsten Nummern auf dem Markt. Direkt daneben auf dem See gastiert Federico Pfaffens wunderbare „Herzbaracke“.

    Und klar ist: Bei viel Neuem und guten Ticketverkäufen geht die Schweizer Szene mit Zuversicht ins neue Jahr.

    Redaktion: Bernhard Sutter

     

    TERMINE

     

    bis 01.03.: Zürich, auf dem Bauschänzli, Circus Conelli mit „Jubilee 25 Years“

    05.01. bis 06.02.: Chur und anderswo, Claudio Zuccolini, „Zuccos Kaffeefahrt“

    11.01. bis 07.05.: Jörg-Schneider-Tournee mit „Bliib uf em Teppich“

    29.01. bis April: Zürich, Papiersaal, Duo Hinterletscht & Friends

    01.02. bis 01.03.: Zürich, Zunfthaus zur Schmiden, Trio Eden, „Heiweh to Hell“

    01.03. bis Mai: Zürich und anderswo, Michael von der Heide, „Nachtflug“,

    16.05: Pfäffikon, Eventdome, Verleihung des Swiss Comedy Award

    AdNr:1032

    2007-12-15 | Nr. 57 | Weitere Artikel von: Bernhard Sutter