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    Hut ab vor dem Küchenkleidgeschwader

    Es war der Höhepunkt der diesjährigen 9. Oldenburger Kabaretttage vom 15.01. bis zum 14.02.2004: „Trude träumt von Afrika“. 4 Frauen standen am 03.02. auf der Bühne der Kulturetage, heiße Rhythmen und Komisches als Kriterien, reicht das??? Ja! In diesem Fall absolut! Hut ab vor dem Küchenkleidgeschwader! Agathe, Cäcilie, Erna und Mathilde nannten sie sich, und das waren Anke Hundius, Gunhild Wulf, Eva Roßberg und Annette Kayser. Vier alte Schachteln, vier tolle Trampel, zwerchfellerschütternd, intelligent, gekonnt. Kontrast zwischen heißen westafrikanischen Rhythmen, dröger Heilsarmee und 100-prozentigem Timing. Die diesjährigen Tage fanden wie schon in den letzten Jahren als gelungene Zusammenarbeit der Studentenbühne UNIKUM an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Oldenburger Kulturetage statt. Weiter waren u. a. dabei: Nessi Tausendschön, die auch im Vegesacker KITO auftrat, Queen Bee, Barbara Kuster, Jess Jochimsen und Georgette Dee auf der großen Bühne des Staatstheater Oldenburg.

    Getrennt ging es im April dann weiter. Die Studentenbühne UNIKUM unter der seit Jahren bewährten Regie von Gerd Ritzmann präsentierte ein Programm mit einem Spektrum von Juristerei bis hin zu Glaube, Hoffnung, Trieben. Werner Kaczwara zeigte die, nämlich seine – Version der Krone der Schöpfung: den Rechtsanwalt; Richard Rogler sinnierte von Deutschland als einstigem Weltmeister bis zum heutigen Träger der roten Laterne, und Uli Masuth („Glaube,Triebe,Hoffnung“), mit Klavierbegleitung, präsentierte ein hochintelligentes Politkabarett. In der Kulturetage trat Herr Holm (als Dirk Bielefeldt nicht so bekannt) mit seinem neuen Programm „Der Glücktrainer“ auf, das im Hamburger St.Pauli Theater Premiere hatte.

    Das Capitol der Arbeitnehmerkammer in Bremerhaven zeigt unter der glücklichen Hand von Gundula Ott-von-Bonin mit Bravur ein immer wieder hochqualifiziertes Kleinkunstprogramm. Mit von der Partie waren diesmal Werner Kaszwara mit „Tyrannosaurus Recht“, Django Asül mit „Hardliner“, Richard Rogler mit „Anfang offen“, Uwe Steimle („Günther allein zu Haus“), Wolfgang Nitschke („Bestsellerfressen“) und Ingo Insterburg mit einer gekonnten Jubiläumstournee. Der musikalisch blödelnde Kabarettist hat die 70 überschritten, so dann auch der Titel seines Programms: „Ach, nu bin ich 70“.

    „The miesest and the fiesest of …“ mit dem Untertitel „Expeditionen in die Tiefen des deutschen Hohlraums“: so das Programm von Martin Buchholz in Bremerhaven mit seiner satirischen Bühnenzeitung – aktueller geht’s kaum; denn was am Vormittag geschieht, wird abends bereits kommentiert. Immer empfehlenswert: sein Internet-Auftritt mit der jeweils aktuellen „WOCHENSCHAUER“ unter martin-buchholz.de.

    Dass Wolf Biermann nach Edewecht kommt, damit hatte niemand gerechnet. Rainer Rakow brachte den großen Erzähler zu den Edewechter Kunstfreunden. Ein exklusives Erzählprogramm war es, in dem Biermann von seiner Begegnung mit dem Maler Curt Querner plauderte, spannend und äußerst kurzweilig, informativ und lebendig. Anlass war der 100. Geburtstag des Künstlers Querner, dessen Bilder in Edewecht gezeigt wurden.

    Was war noch?

    In der riesigen Weser-Ems-Halle trat mal wieder Marlene Jeschke auf. „Auf dem Weg zu Dir“ hieß das Programm. Für die meisten Gäste war der Weg zu ihr doch recht weit. Ob Kabarett in Massenhallen den richtigen Platz hat, ist eine ständige Frage.

    Zirkuszelte_Theater MetronomHans Scheibner trat im Bremer Packhaustheater auf, das Junge Theater in Wilhelmshaven ließ Loriot dramatische Werke vortragen, Gerd Dudenhöffer war im Bremer Pier 2 zu erleben, im Hüttorfer Metronom inszenierte Francesca de Martin

    Soufflé, der Aufstand einer Souffleuse“: Desdemona stellt Othello eine entscheidende Frage, die Kameliendame überwindet ihren Liebeskummer, und Carmen spricht mit Gott über Liebe und Glück. Dass das LITERATRIUM in Edewecht sein Veranstaltungsprogramm eingestellt hat, ist bedauernswert. 16 Jahre gutes Kabarett und gute Kleinkunst waren es, und die Lücke im Ammerländer Kulturprogramm ist schwer zu schließen.

    Die Gemeinde Zetel, Kulturbüro Neuenburg, Urwaldstr. 37, 26340 Neuenburg, veranstaltet erneut vom 26. bis 28. November die „Neuenburger Kleinkunsttage“. Kulturschaffende, so heißt es in der Einladung, aus den Bereichen Kabarett, Artistik und Comedy können sich vor einem großen Publikum und potenziellen Veranstaltern vorstellen. Nachwuchskünstler sind besonders angesprochen. Bewerbungsunterlagen bei obiger Adresse.

    Einen erholsamen und hoffentlich friedlichen Sommer wünscht

    Euer

    Klaus Groh

     

    TERMINE ab Juni 2004

     

    Oldenburg                              Kulturetage

    23.09.04                          Ben Becker liest „Berlin Alexanderplatz“

     

    Edewecht                               Kunstfreu(N)de

    13.06.04 Eric Satie „Weiße Musik“                    Nikolaikirche

    07.08.04 Shade of Blue - Balladen                    Nikolaikirche

    03.10.04 Oldenburger Bundschuhchor „Heimat“   Nikolaikirche

    31.10.04 Ki-Dümya-Duo                                  Nikolaikirche


    AdNr:1093  

     

     

     

    2004-06-15 | Nr. 43 | Weitere Artikel von: Klaus Groh