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    Jongleur mit Dingen und Worten

    Gerd der Gaukler feiert sein 25-jähriges Bühnenjubiläum

    Wenn Gerd Mielke 1984, nach dem Abschluss als Diplompädagoge an der Uni Münster, seine gelernte Profession aufgenommen hätte, stünde dieses Jahr ein etwas anderes 25-jähriges Berufsjubiläum an. Doch der gebürtige Bielefelder entdeckte parallel zum Studium seine Faszination an der Kunst, die Dinge der Schwerkraft zu entziehen. Die ersten Jonglierübungen, klassischerweise mit drei Bällen, gehen auf das Jahr 1981 zurück – die berühmte Dreiecksgeschichte von Erna, Fritz und Ernst, ein Markenzeichen späterer Programme, hier hat sie wohl ihren Ursprung. Drei Jahre später, Mitte Juni 1984, macht er sich, kaum ist das Examen gebührend begossen, per Fahrrad, ein paar Jongliergeräte im Gepäck und vier Mark im Portemonnaie, auf den künstlerischen Weg ins Münsterland, wo er, unter dem Namen D.Solat erste Engagements als Jongleur, Gaukler und Einradartist findet. Wenige Tage nach der Solo-Premiere, am 21. Juni, findet der erste Duo-Auftritt statt. Sein Partner Andreas Hartmann, heute gefragter Regisseur und 50 % des Walk-Acts „Mathilda & George“, nennt sich passend dazu D.K.Dent. „D.Solat und D.K.Dent“ – drei Jahre lang eine fruchtbare künstlerische Beziehung.

    1986 zieht es Gerd nach Brüssel, wo er Clown, Pantomime und Maskenspiel studiert sowie Jonglage, Einrad, Akrobatik, Seillaufen und andere Luftgängereien. Danach wird Wuppertal seine künstlerische Heimat. Er nennt sich nun „Gerd der Gaukler“, professionalisiert sich weiter und kultiviert vor allem die hohe Tugend der Vernetzung mit anderen Kleinkünstlern – eine Tugend, die seit seinem Umzug nach Kaufungen 1996 der nordhessischen Szene zugutekommt. 2000 erhält er ein 45-Tage-Engagement auf der EXPO in Hannover, neue Spielfiguren entstehen, wie der mittelalterliche „Gaukler Gerhardus“, der ruppig-charmante „Hausmeister Mielke“ und der zerstreute Forscher „Engelbert Stengelbrecht“. Doch im Zentrum seines gestalterischen Eros steht „Gerd der Gaukler“, mit seiner charakteristischen Verbindung von Wort- und Gegenstandsjonglage. Ein Geschichtenerzähler der immer wieder anderen Art, und das seit 25 Jahren. Seinen Jubiläumsauftritt hat er gleichsam vor der Haustür: bei den „Dorftagen Kaufungen“. Mit Andreas Hartmann, seinem Mitstreiter der frühen Jahre. So schließt sich der Kreis.

    Redaktion: Verena Joos

    2009-06-15 | Nr. 63 | Weitere Artikel von: Verena Joos