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  • Szenen Regionen :: Berlin

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    Kritik Berlin: Ein neues Jahr mit Fil

     „Ach, Fil macht auch Auftritte?" In Berlin ist Fil Tägert vor allem als Comiczeichner eines Stadtmagazins und Schöpfer der beiden grundschlechten Proll-Schweinen „Didi und Stulle" bekannt. Seit einigen Jahren tritt er auch auf, vorwiegend als Stand Up-Comedian mit Gitarre und meist noch der Hai-Handpuppe „Sharkey". Diese benutzt er für schlimme Bauchrednerimitationen, wobei sich Sharkey als extrem miesepetriger Spießer präsentiert.

    Das ist auch im neuen Programm „Der Penisvaginadialog" nicht anders. Und es ist ziemlich lustig und in den ersten Vorstellungen auch gewagt. Denn meist hat der Berliner bei seinen Premieren erst eine grobe Idee im Kopf und improvisiert sich auf der Bühne um Kopf und Kragen. Ungefähr nach einer Woche steht dann das Programm. So ist es auch diesmal. Und es stört ein wenig, dass man ungefähr die Hälfte der Songs schon von der letztjährigen Show kennt. Songs wie „Verlass mich" („tausendmal in Löffelchenstellung eingeschlafen/tausendmal angerufen und gesagt ich komm dannunddann und dannunddann nicht gekommen/tausendmal unten auf die Urlaubskarte `und von Fil` geschrieben"), immer entweder mit drei scheppernden Hardrockriffs oder als Reinhard Mey-Klon dargebracht, sind trotzdem immer noch ziemlich gut. Und auch, wenn der mittlerweile 35jährige von seinen Erfahrungen zwischen TV-Kindheit und Grufty-Jugend im Märkischen (Hochhaus)Viertel erzählt, wirft sich das Publikum weg vor Lachen. Zumindest der gleichaltrige Teil, der hier, wie bei vielen Comedians dieser Generation, die Gelegenheit hat, seine Traumata aufzuarbeiten. Die Jüngeren verstehen diese Witze vielleicht nicht immer, sind aber hingerissen, weil Fil so gut aussieht und auch seinen Waschbrettbauch gerne präsentiert.

    Aber das alles reicht allmählich nicht mehr aus. Jedes Mal bei Fil merkt man mittlerweile, dass man wieder ein Jahr älter geworden ist. Und er mit einem. Und das ist nicht richtig komisch.

    Redaktion: Susann Sitzler

     

     
    2002-03-15 | Nr. 34 | Weitere Artikel von: Susann Sitzler