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    Kritik: Gerlich & Wolf: Sommermädchen brauchen Liebe

    „Du solltest Schafspelz tragen“, raunt der Mann am Flügel. „Ich trage Wolf“, antwortet keck die Angesprochene und präsentiert sich als lila Traum in Rüschen und Pailletten, mit Spängchen im Haar und goldenen Schuhen.

    In der schwülen Atmosphäre des Erotic Art Museums auf dem Kiez war im Spätherbst zu erleben, was „Sommermädchen“ so sind und was sie so alles treiben: Unter diesem Titel präsentierten der Hamburger Pianist und Arrangeur Siegfried Gerlich, Begleiter auch von Hannelore Hoger und Eva-Maria Hagen, und die Schauspielerin Maria-Debora Wolf (u. a. Komödie Winterhuder Fährhaus) ihr gleichnamiges, erstes gemeinsames Chanson-Programm.

    Zwischen „Ich bin ’ne Prinzessin aus dem Sommerschlussverkauf“ und „I bin halt frigid“ bewegte sich der Reigen der zumeist eigenen Titel. Wolf, mit facettenreicher Kleinmädchenstimme zu den melodischen Klängen Gerlichs intonierend, zeichnete ihre Bühnenfigur als gefallsüchtiges, flatterhaftes Wesen zwischen Girlie und Femme fatale. Mit fragilem Charme ließ sie ihr Sommermädchen vom Männerverschleiß ohne Unterlass berichten, von der nicht immer berauschenden Auswahl zwischen Quickie, One-Night-Stand und Affäre.

    Doch auch von den Abgründen hinter der Zuckerpuppen-Oberfläche wussten die beiden Künstler in Liedern und Wortgeplänkel zu berichten: von Verlustängsten, Vaterkomplexen – und von unerhörter Sehnsucht: Denn eigentlich, „es fällt zwar keinem auf“, wollen auch Sommermädchen nur lieben. Die Premierengäste, darunter Kollegin Eva-Maria Hagen, zeigten sich überaus berührt und applaudierten begeistert.

    Redaktion: Ulrike Cordes

    2006-03-15 | Nr. 50 | Weitere Artikel von: Ulrike Cordes