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    Kritik: Politt als verbiesterte Soziologin

    Verbiestert und pseudo-souverän die Ausstrahlung, kalt die Stimme, endlos der theoriegestählte Wortschwall: Nicht ohne Selbstironie schlüpft Lisa Politt als alt-linke Soziologin mit Karriereknick in den unvorteilhaften Hosenanzug einer Generationsgenossin, die Migranten einen Orientierungskurs im Deutschsein erteilt. „Wir hatten ja damals auch einiges an Flausen im Kopf“ – was mit der locker-flockigen Distanzierung vom 68er-Lebensgefühl beginnt, endet als alkoholgeschwängerte Tour de Force durch die wiedererstarkte Werte-Welt. An Familie, Nation und Religion arbeitet sich die preisgekrönte Kabarettistin ab beim Programm „Gott der Herr hat 7 Zähne“ im eigenen Polittbüro – um zu dem neo-konservativen Resümee zu gelangen: „Jeder kann es schaffen.“ Die Thematik ist hoch relevant, der Gedankengang oft treffend, ätzend und witzig, das Publikum reagiert mit verständnissinnigen Lachern – und gerade deshalb hätte Politt mit noch mehr argumentierender Durchdringung der Wahrheitsfindung durchaus gedient.

    Redaktion: Ulrike Cordes

     
    2007-12-15 | Nr. 57 | Weitere Artikel von: Ulrike Cordes