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    Kritik: Poppenbüttel – das war früher

    Er stammt aus dem Ostwestfälischen – dort, wo die wichtigste Person neben dem Bürgermeister der Schützenkönig ist. Weil der für das ganze Dorf den Jahres-Alkoholkonsum finanziert. Heute wohnt Lutz von Rosenberg Lipinsky allerdings mit Frau und Kind im gediegenen Hamburger Vorort Wellingsbüttel: „Dort lebt man, um zu altern. Poppenbüttel – das war früher.“ Kein Zweifel, der Mann (43) kennt sich aus mit den subtilen Befindlichkeiten dieser Nation. So heißt sein aktuelles Programm denn auch „Gebrochen Deutsch“, und bei der Premiere in Alma Hoppes Lustspielhaus zeigte der Beifall des Publikums, dass es sich darin wiedererkannte. Zwischen Privatem und Politik jonglierend, spürte der frühere „Feminist“ mit Empörung und hochgeschraubter Stimme Phänomenen wie Zwanghaftigkeit und Pedanterie nach: „Oft sind wir so zwanghaft bemüht, nicht deutsch zu sein, dass es schon wieder deutsch ist“, analysierte er. Ob Bankenkrise, Bundesbahn oder Dänemark-Urlaub: Dem Kabarettisten fiel immer noch ein flotter – mal treffend witziger, mal eher abgedroschener – Spruch dazu ein. Und schließlich appellierte der Adelige an den nationalen Corps-Geist seiner Nicht-Mehr-Leibeigenen im Saal: „Wenn wir alle allein sterben – dann gute Nacht.“

    Redaktion: Ulrike Cordes

     

    2009-03-15 | Nr. 62 | Weitere Artikel von: Ulrike Cordes