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    Kulturmesse im Osten startet durch

     

    Ein neuer Begriff macht die Runde und ist doch so neu nicht. „forum K – die Kulturmesse im Thüringer Wald“ entwickelt sich immer mehr zum Inbegriff eines soliden Treffpunkts von Künstlern und Veranstaltungsagenturen aller Sparten. Die dritte Auflage dieser eintägigen Messe im Congress Center Suhl erreichte über 650 Fachbesucher, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um fast 50 % ausmacht. Dazu hatten die rührigen Organisatoren im Vorfeld viel getan. So wurden Vertreter aller Kulturämter Thüringens, Sachsens, Sachsen-Anhalts, Hessens und Nordbayerns schriftlich eingeladen; darüber hinaus auch Hoteliers, Unternehmer und weitere Veranstalter. Zu erleben war ein vielseitiges, hochkarätiges Programm unterschiedlichster Genres, zum Beispiel auch ein überaus gelungenes Baggerballett. Auf relativ engem Raum präsentierten sich 87 Aussteller, wobei gleichzeitig 40 Live-Programme in sieben Stunden nonstop über vier Bühnen gingen. Im Gegensatz zur Messe in Freiburg, die die Bühnenprogramme strikt von der Ausstellungshalle trennt, finden hier die Auftritte im Ausstellungssaal auf der zweigeteilten, großen Bühne und auf zwei Podien im Foyer inmitten der Stände statt. Natürlich geht das nicht ganz ohne akustische Konzessionen, schafft aber mitunter auch einen fast familiären Charakter. Aussteller und Fachbesucher zeigten sich insgesamt sehr zufrieden, weshalb Brigitte Schulze, die Geschäftsführerin des Congress Centers, zu Recht feststellen konnte, dass mit der dritten „forum K“ ein deutlicher Qualitätssprung zu den beiden vorhergehenden Messen gelungen ist. Beleg dafür sind auch die über 20 spontanen Anmeldungen von Ausstellern für die nächste Auflage am 21. April 2010. In jedem Fall ist es ein mutiger Versuch, neben der Internationalen Kulturbörse Freiburg eine Messe zu etablieren, die sich nicht nur regional ausrichten will. Man kann den Organisatoren nur wünschen, dass auch 2010 wieder zahlreiche Aussteller und Besucher den Weg nach Suhl finden. Apropos Suhl: Hier fanden Anfang der 90er-Jahre die jährlichen Treffen der Bundesvereinigung Kabarett statt, bevor dann das Festival über Bernburg nach Aschersleben zog. Dort heißt es nun am 6. und 7.11.09 wieder „Bühne frei“ für das 19. Kabarett-Treffen. Das Rahmenprogramm ist erneut hochkarätig besetzt mit dem Düsseldorfer Kommödchen, dem Kabarett Weltkritik, Breschke & Schuch aus Dresden sowie, als musikalischer Abschluss, Ass-Dur. Die Teilnehmer an den kostenfreien Werkstattprogrammen, die sich wieder auf den drei Bühnen des Bestehornhauses einem kritischen Publikum stellen, standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

    Eine neue Rubrik wird „Damals war’s – Kabarett vor 50 Jahren“ in Form einer Lesung alter Texte aus Ost und West sein. Auch ein „Festival außer Haus“ gibt es wieder – diesmal spielen kw.Timm in Quedlinburg und Prolästerrat in Schönebeck. Für alle Teilnehmer des Festivals ist am 31. Juli 2009 Anmeldeschluss. Wer dabei sein will, wendet sich an die Bundesvereinigung Kabarett e. V., c/o Bärbel Kuzak, An der Rennbahn 16, 04451 Panitzsch, Tel.: 03 42 91-210 84, E-Mail: kuzak@bundesvereingung-kabarett.de.

    Wenn das Festival über die Bühne gegangen ist, sind auch die dieses Jahr stattfindenden und damit zahlreiche Programme prägenden Bundestagswahlen vorbei.

    Ein herausragendes Programm ist dabei in der Magdeburger Zwickmühle zu sehen. Nachdem das Kabarett Die Kugelblitze seit Januar des Jahres dort eine neue Spielstätte gefunden hat, stehen nun beide Ensembles vorübergehend gemeinsam auf der Bühne. In „Operation WAHLküre“ (Regie Regina Pölitz) ist mit Marion Bach, Sabine Münz, Lars Johansen, Klaus Schaefer und Hans-Günther Pölitz bestes politisch-satirisches Kabarett zu erleben.

    Sprachliche Brillanz und inhaltliche Dichte sind ja ohnehin Markenzeichen der Texte von Hans-Günther Pölitz. Wie heißt es doch in der Beschreibung des neuen Programms: „Wieder einmal stehen wir an einem Kreuzweg. Kommt, rufen uns die Politiker aus allen Parteien und Medien zu, in diesem Jahr könnt Ihr uns alle kreuzweise! Und das gleich mehrmals. Doch war je ein Kreuz weise? Aber wir nageln sie trotzdem immer wieder an ihren Sesseln fest, mit dem Ergebnis, dass sie hinterher für ihr Tun nicht mehr geradestehen können. Der Stauffenberg ist Geschichte. Der Guttenberg ist die Gegenwart. Der Schuldenberg ist die Zukunft. Sprengen wir deshalb wenigstens den Lügenberg.“

    Die Magdeburger Zwickmühle und Die Kugelblitze haben dafür genügend Zündstoff parat in einem Feuerwerk von Pointen, die diese Polit-Satire zu einem kabarettistischen Leckerbissen im Wahljahr machen.

    Zum Schluss noch ein paar Kurzmeldungen: 1. Das Kabarett Denkzettel in Magdeburg musste sein Haus schließen, offizielle Gründe waren noch nicht zu erfahren. 2. Ein alter Kämpfer des ostdeutschen Kabaretts ist 75 geworden: Einen herzlichen Glückwunsch und einen herzlichen Dank für seine Verdienste um die Reihe „Kabarett am Stern“ an Willi Mikoleit in Potsdam. 3. Im 20. Jahr des Bestehens ist das Berliner Kabarett Sündikat mit seinem 20. politisch-satirischen Programm „Finale im Irrenhaus“ erfolgreich unterwegs. 4. Hautnah an der Finanzkrise ist Manfred Breschke mit seinem Soloprogramm „Wie kommt das Loch ins Portmonee?“ 5. Das Dresdner Kabarett Die Kaktusblüte feiert am 6. September 2009 die offizielle Premiere von „Auch Zwerge werfen lange Schatten“.

    Redaktion: Friedemann Heinrich

    Show!Time
    AdNr:1087 

    2009-06-15 | Nr. 63 | Weitere Artikel von: Friedemann Heinrich