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    Li Grü aus Öst



    Martin Puntigam
    stellt in seinem neuen Programm „Atomic Wedgie“ wiederum einen nicht sehr sympathischen (nein, psychopatisch ist er nicht; vielleicht sein nächster Protagonist?) Mann um die Vierzig auf die Bühne, einen Informatiklehrer auf Bildungskarenz. ‚Reset‘ ist eines seiner Lieblingsworte. Er kann auch gut, so erfahren wir, mit dem Computer umgehen, er knackt jedes Passwort und hackt sich durch die virtuelle Welt. Er erklärt die Verbindung zwischen Windows-Programmen und der katholischen Kirche. Er möchte Jude werden. Warum? Diese Erklärung ist genial unkorrekt, wird hier aber nicht verraten. Nur so viel: Es geht ihm immer nur um seinen persönlichen Vorteil. Zwischendurch erklärt er mit Offenheit und Oberflächlichkeit seine intimsten Erlebnisse, die man eigentlich gar nicht hören will. Auch hat er ein Rezept für kleine Katzen, die man doch zu Amuse-Gueule verarbeiten könne, statt sie einfach zu ertränken oder zu erschlagen. Sie sehen, dieser Widerling hat auch humanistische Züge. Er überlegt sich sogar ein schönes Geschenk für seinen Schwiegervater, das er gleich auf der Bühne zusammenbastelt. Dazwischen telefoniert er mit seiner Frau (wie hält sie eigentlich so ein Monster aus?), mit seinem Schwager und mit einer Ex-Schülerin, die von ihm schwanger sein könnte. Die Grußformel am Schluss ist immer: Li Grü! Irritierend, aber faszinierend!

     Atze Bauer Puntigam gestaltet auch zusammen mit Thomas Maurer, Robert Palfrader, Hosea Ratschiller und Maria Hofstätter die sonntägliche, nicht unumstrittene Radiosendung „Welt ahoi!“ in Ö1, die als Nachfolgesendung des Rundfunkkabaretts „Guglhupf“ Ende des vergangenen Jahres gestartet wurde. War der „Guglhupf“, der 1978 von u. a. Gerhard Bronner, Lore Krainer, Peter Wehle und Kurt Sobotka erstmals aus dem Backrohr geholt wurde, eine politisch-satirische Sendung mit Musik, ist „Welt ahoi!“ mit dem Untertitel „Interessantes und Uninteressantes von nah und fern“ als wöchentliche Unterhaltungssendung konzipiert, die das Vergnügen als ein Menschenrecht sieht (so die Aussendung). Die Ö1-Stammhörer/-innen waren und sind zum Teil schockiert und erbost, werden sie, die Bildungsbürger/-innen, die sich in diesem österreichischen Kultursender wiederfinden, doch aufs Ärgste verarscht (Pardon!).

    Die Comedy Hirten (Gernot Kulis, Peter Moizi, Herbert Haider und Christian Schwab, auch bekannt als die Stimmen aus dem Ö3-Wecker) eröffnen die Ybbsiade am 10. April mit „Ferngestört“. Zwei Wochen lang gibt es dann in Ybbs an der Donau wiederum ein abwechslungsreiches Programm. Am 11. April präsentieren Die Männer „Das MMMultimediale Comedy Clubbing“ mit Ludwig Müller und Nadja Maleh. Und: Der Spaßvogel 2010 wird an diesem Abend ebenfalls an Die Männer (Max Mayerhofer und Wolf Gruber) verliehen. Am 12. April zeigen Wolfgang Wagner und Franz Weingartner ein humorvolles wie nachdenkliches Stück Zeitgeschichte unter dem Titel „Achtung Sendung!“ (fünf Musiker unter der Leitung von Manfred Hochholzer begleiten sie dabei). Wagner & Weingartner mimen Radiosprecher der Jahre 1945 bis 1955 und erzählen von den Anfängen der jungen Republik, dem Wiederaufbau, den Schwierigkeiten des Alltags bis hin zum Staatsvertrag. Am 13. präsentiert Josef Burger „best burger in town“ und am 14. ist O. Lendl mit „Geld macht glücklich“ in Ybbs zu Gast. Viktor Gernot gibt am 15. sein sehenswertes Solo in Wort und Ton – „Grätznfest“ – und am 16. ist mit Mike Supancic und „Jesus Mike Superstar“ Lachen ohne Ende vorprogrammiert. Am 18. April gibt es ein „Best of Herz, Diät und Sex“ mit Bernhard Ludwig. Speziell für den integrationswilligen Österreicher hat Jack Nuri ein Programm unter dem Titel „Sind wir nicht ALI gleich!!!“ zusammengestellt, das er am 19. April in Ybbs präsentiert. Tags darauf gastieren die Schauspieler Wolfgang Böck und Brigitte Neumeister mit Texten von Hans Weigel, Georg Kreisler, Roda Roda, Hugo Wiener, Peter Altenberg und Ephraim Kishon unter dem bedeutungsvollen Titel „Aus dem Reich der Burenwurst“. Am 21. stellte Klaus Eckel sein neues Solo „Alles bestens, aber …“ vor. In seinem neuen Programm macht er der Unzufriedenheit eine Liebeserklärung. Zum Inhalt: Wenn man alle Glücksratgeber aufeinanderstapelt, ergibt das einen gigantisch hohen Haufen, vielleicht sogar höher als der Mount Everest. Viele Menschen versuchen, diesen Berg zu bezwingen. Einige kehren erschöpft zurück, andere verwirrt. Eines lässt sich jedoch mit ziemlicher Sicherheit sagen – der Humor wohnt im Tal. Eckel tourt mit seinem neuen Solo im Frühjahr durch Österreich, kommt aber im Juni auch nach Hamburg.

    Zurück zur Ybbsiade: Am 22. sind Peter & Teutscher mit „Nachtdienst“ unterwegs und am 23. gibt Alfred Dorfer „fremd“. Zum Abschluss spielen Klaus Eckel, Pepi Hopf, O. Lendl und Thomas Stipsits das Erfolgsstück „Männerhort“. Und wenn Sie mit dieser reichhaltigen Auswahl an Abendveranstaltungen nicht genug haben, dann besuchen Sie bitte die Veranstaltungsreihe „Paralleluniversum“, die Lesungen, Musik, Gespräche und noch vieles mehr an Vor- und Nachmittagen präsentiert.

    Am 1. April (kein Aprilscherz!) präsentieren im Wiener Orpheum Alf Poier & die obersteirische Wolfshilfe das musikalische Programm „This isn’t it!“. Poier sagt, dass seine Solokarriere als Kabarettist eigentlich zu fünft begonnen habe. Aber aus Kostengründen musste er immer wieder Bandmitglieder entlassen. Nun feiert er sein fünfzehnjähriges Bühnenjubiläum und aus diesem Grund möchte er seinem Publikum auf vielfachen Wunsch seine größten Hits präsentieren. Andrea Schramek gibt ab 6. April in der Kleinkunstbühne Hin & Wider im Grazer Theatercafé „Geliebte Geliebte“, am Kontrabass Klaus Melem, Regie: Andreas Moldaschl. In ihrem Solo serviert die Protagonistin ein Tabu-Thema brennheiß. Denn 60 % aller Frauen waren schon einmal Geliebte, 80 % aller Männer hatten schon einmal eine außereheliche Beziehung und 85% der Männer bleiben letztendlich bei ihrer Ehefrau. Schramek zeigt in ihrem Programm die rasanten Fahrten vom siebenten Himmel zur Hölle und zurück, in der alle Höhen und Tiefen von Dreiecksbeziehungen mit Humor beleuchtet werden. Lachen Sie! Trotzdem! Auch für Männer!

    Am 11. April feiert ein neues Kabarett-Duo, GniefingSchmidt, im Theater am Alsergrund mit „Zumpf“ Premiere. Aus diesem Grund kann es möglicherweise auch Würstel und Bier geben, wie uns die Herren Markus Gniefing und Florian Schmidt mitteilen. Am 15. April präsentiert Klaus Bandl im Theater am Alsergrund sein zweites Solo „Zu fett fürs Ballet“. Ab 20. April gibt Jörg-Martin Willnauer mit „Danke“ seine Abschiedsvorstellungen. Er wechselt die Seiten und steigt in die Politik ein. Gabi Fleisch präsentiert ab 22. April in Götzis (Vorarlberg) „verliebt verlobt verschwunden“, ein Kabarett von Stefan Vögel.

    Und: Auch viele Österreich-Premieren deutscher Kabarettisten und Comedians darf ich Ihnen für das Frühjahr ankündigen: So spielen Willy Astor „Tonjuwelen“, Dieter Nuhr „Nuhr die Ruhe“, Mario Barth „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“, Paul Panzer „Endlich Freizeit – Was für’n Stress“ oder Heißmann & Rassau „Witwenalarm“.

    Schönes Frühjahr und Li Grü!

    Redaktion: Iris Fink

    AdNr:1014

    2010-03-15 | Nr. 66 | Weitere Artikel von: Iris Fink