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  • Themen-Fokus :: Variete

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    Mit viel jugendlichem Schwung ins neue Jahr –

    Neues aus Stuttgart und Backnang

    Das Friedrichsbau Varieté in Stuttgart feierte am 24. Februar 2009 seinen 15. Geburtstag und trumpft noch bis zum 11. April mit einem jugendlich dominierten Programm auf.

    Wenn man die wirtschaftsgebeutelten Zeiten bedenkt, dann kann man dem Unterhaltungszentrum Friedrichsbau nur von Herzen gratulieren. Der Friedrichsbau setzt auf modernes, dynamisches Varieté mit Artistik und Live-Musik. Dies wird auch im aktuellen Jubiläums-Programm „Cult“ deutlich. „Cult“ wird hauptsächlich vom Circustheater BINGO aus Kiew bestritten, welches 1996 von Iryna German gegründet wurde. Die Truppe zählt zu den neuen innovativen Strömungen des modernen Circus und besteht aus 27 jungen, dynamischen Artisten aus der Ukraine und aus Moldawien, deren Durchschnittalter zwischen 17 und 27 Jahren liegt. Die meisten Ensemblemitglieder sind Absolventen der bekannten Circus Schule in Kiew, die anderen wiederum sind erfolgreiche Leistungssportler aus Disziplinen wie Reck, Bodenakrobatik und Sportakrobatik. Jedes Mitglied wurde von der Regisseurin und Choreografin Iryna German nach harten Kriterien ausgewählt. Es zählt nicht nur die Leistungsfähigkeit in den einzelnen Disziplinen, sondern auch die persönliche Ausstrahlung und das harmonische Zusammenspiel mit der gesamten Formation. Neben einem „Nur“-Tanzpaar sind fast alle Artisten als Tänzer immer wieder gefordert. Ihre ausnahmslos exzellenten Nummern entwickeln sich meist aus der Choreografie heraus. Selbst die Musiker, die Bryats Balalaika Band, sind ständig in Bewegung. Die vier, an der staatlichen Musikhochschule in Kiew ausgebildeten Musiker lassen die verschiedensten Facetten des Rock, Jazz, Pop und Folk in ihre Musik einfließen. Moderne Rhythmen auf traditionellen Volksinstrumenten.

    Ralph Sun, künstlerischer Leiter des Friedrichsbaus, legt auch dieses Mal wieder großen Wert auf einen völlig neuen Raumeindruck, was er mit nur wenigen Versatzstücken, dem Licht und nicht zuletzt der Erweiterung der Bühne in den Zuschauerraum hinein bis unter die Rotunde – also ungefähr bis zur fünften Sitzreihe – erreicht. Er ist wirklich ein großer Glücksfall für das Varietétheater, denn noch nie zuvor waren die Stuttgarter Programme derart vielfältig, innovativ und risikobereit, auch, was die Auswahl der Musik betrifft.

    Großen Beifall gab es auch im Traumzeittheaters in Backnang, besonders für einen: Thorsten Strotmann. Fürs Atmosphärische hat er in seiner Show „Synapsen Schnapsen“, die eigentlich einen besseren Titel verdient hätte, einen Keyboarder dabei: Randy Lee Kav. Randy sagt den Mentalmagier und Manipulator an und spielt unaufdringlich mal begleitend, mal akzentuierend seinen Pianisten-Part. Ebenso unaufdringlich tritt Thorsten Strotmann dann selbst auf, plaudert mit dem Publikum, erzählt etwas über Wahrnehmungstäuschungen im Allgemeinen und knüpft an Erkenntnisse der Hirnforschung im Besonderen an. Alles geschieht so selbstverständlich und unaufgeregt, dass er selbst dann keinerlei Schwierigkeiten hat, wenn er einmal Assistenten braucht. Ein so hohes Maß an natürlicher Bühnenpräsenz ist leider selten geworden. Thorsten Strotmann fügt der Reihe von Zauber-Solo-Auftritten im Backnanger TraumZeit-Theater, in dem zuletzt Harry Keaton ( mit „Liebeszauber“), Gaston, Helmut Schmiedeberg, Sylvia Schuyer, Andino, Chapeau und viele andere Maßstäbe gesetzt haben, eine eigene Note hinzu, noch dazu eine mit Lokalbezug, denn er stammt ganz aus der Nähe. Zu den zaubernden Solisten kommen im TraumZeit-Theater noch die moderierenden Zauberer, welche das Publikum gekonnt und unterhaltsam durch die Varietéprogramme führen. 

    Redaktion: Manfred Hilsenbeck


    2009-03-15 | Nr. 62 | Weitere Artikel von: Manfred Hilsenbeck