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    Neue Wege in Berlin


    Man will neue Wege gehen im Wintergarten – so lautete die Ankündigung der neuen Betreiber des Hauses. Mit dem Programm „Dekolleté“, das am 1. Februar Premiere hatte, stellten sie ihre neuen Intentionen vor. Die Idee: Junge Modedesigner sollen für die Abschlussgala eine Kollektion mit Adaptionen des Stils der 20er-Jahre entwerfen. Dafür wurden fünf Sängerinnen und Sänger, alle Absolventen einer Musicalausbildung, eingesetzt, die tanzend und singend die Modeschüler verkörpern. Schlager der „Goldenen Zwanziger“ wurden dazu eigens modern arrangiert (Till Parniewski).

    Akrobatisch wird „Dekolleté“ vor allem von Schülern bzw. Absolventen der Staatlichen Schule für Artistik in Berlin und von russischen Artisten bestritten. Als außerordentlich talentiert beweisen sich Benno & Johannes, die die Artistenschule erst in diesem Jahr beenden, mit einer Diaboloarbeit, bei der sie mit bis zu vier Diabolos sehr trickreich arbeiten. Der Arbeit von Robert Choinka, eine Handstandakrobatik auf Autoreifen, ist zwar originell, ihr mangelt es aber an wirklichen Tricks, sie reduziert sich auf Einarmer und Stützwaagen. Das Duo Beyond the Bounce mit ihrem Ball-Dotzing jongliert in der für diese Arbeit üblichen Technik die Bälle nach unten, gegen den Boden und gegen einen Tisch. Aus Russland kommt die Truppe Pizhony (die Brüder Boytsovy), drei Akrobaten mit Russischem Barren, Spitzentrick ist ein doppelter gestreckter Salto. Auf dem Schlappseil präsentiert Tatjana eine nett choreografierte Arbeit auf und unter dem Seil.

    Zwei Darbietungen arbeiten in der Luft: Chris Kiliano, der auf dem Varieté- und Zirkusfestival 2007 in Dresden den „Goldenen Rathausmann“ erhielt, mit einer kraftvollen Arbeit an Strapaten, und Furia (Marina Borzova) am Schwungtrapez mit schönen Sprüngen ins Trapez, beide allerdings durch die beengten Bühnenverhältnisse des Hauses etwas eingeschränkt. Die „Vokalakrobatin“ Hilde Kappes hat die Rolle der „Ausbilderin“ der Studenten übernommen; sie singt und begleitet sich in der ihr eigenen Art mit Geräuschen von Plasteflaschen und Tönen aus einem Abflussrohr.

    Im ersten Programmteil konnte sich die Idee des Buches (Frank Müller) nicht so recht einstellen, im zweiten Teil ging es etwas besser, auch durch das Finale mit den „Kreationen“ der Studenten; das war allerdings ein wenig lang geraten. Die Verbindung des roten Fadens zwischen den als tanzenden und singenden Modestudenten agierenden Musicalkünstlern (die mit dieser Aufgabe sicher nicht überfordert waren) und den Artisten wurde allerdings nicht deutlich, sie agierten beziehungslos nebeneinander (Regie Wolfram Knorr und Thomas Schmidt-Ott). Die Bühnenumbauten gerieten zumindest bei der Premiere manchmal etwas lang, vielleicht spielt sich das noch ein.

    Unermüdlich wirkt der Altmeister des Varietés, Erich Richter, der vom 3. bis 12. März die schier unglaubliche 251. Internationale Varieté-Serie in der Berliner Urania vorstellte. Neben Stargast Gus Backus wirkten viele bekannte Artisten mit, so der Xylophon-Virtuose Bernd Warkus, die Antipodistin Miss Bernadette und Nicky Viva mit Balancen. Aus Tschechien kamen sechs Artisten, die drei Darbietungen präsentierten: Tempojonglage als 4 Lanikovis, Percheakrobatik als 5 Laniks, und als 6 Cechies zeigten sie eine Schleuderbrettdarbietung. Moderiert wurde das Programm vom conférierenden Magier Thomas Otto, der bereits im Wintergarten zu sehen war, und begleitet wie immer von der Reinhard-Stockmann-Band aus Dresden und den 7 Show-Dancers unter der Leitung von Horst Wiegand.

    Im Wintergarten Varieté steht vom 26.6. bis 4.10. das Programm „Hotel California“ auf dem Spielplan, dabei werden drei Berliner Jungs bei einem Traumurlaub in Kalifornien die Musik der 60er- und 70er-Jahre entdecken. Im Programm sind u. a. die Breakdancer B-Town Allstars, Strahlemann & Söhne, Kai Eickermann und die Rollschuhakrobaten Scating Aratas.

    „Soap“, die erfolgreiche Show im Chamäleon, ist nach 400 Vorstellungen zu Ende gegangen. Nach der sechswöchigen Preview hatte am 15. Mai das neue Programm „my Life“ Premiere, eine Mischung aus Gesang, Tanz, Schauspiel und Akrobatik unter der Regie von Randy Glynn.

    Redaktion: Dietmar Winkler

    2008-06-15 | Nr. 59 | Weitere Artikel von: Dietmar Winkler