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    Open-Air-Artistik in Baden


    Wenn sich eine Künstlertruppe selbst organisiert, kann das ganz anders aussehen. Berührungsängste abbauen und ein junges Publikum ansprechen, dafür schickte der Akrobat Stefan Zimmermann aus Rust seine Varietétruppe Open-Air-Varieté an die frische Luft und raus in die öffentlichen Parkanlagen. Freier Eintritt und am Ende, wenn die Artisten mit dem Hut herumgehen, darf jeder selbst bestimmen, was ihm der Abend wert war. Das Open-Air-Varieté hatte sich diesen Sommer aufgemacht, um in Freiburg im Stadtgarten am Karlsplatz (2.–5.8.), in Badenweiler in der Konzertmuschel am Kurhaus (15.8), in Lahr im Stadtgarten (17.8–19.8.) und in Offenburg im Bürgerpark (25.8.–26.8.) eine neue Varieté-Dimension und ein neues Publikum zu erobern – und genau das ist der Truppe auch gelungen. Ganze Familien tummelten sich auf den Bänken vor der Bühne. So konnten selbst Regen und kühle Witterung das Publikum im Offenburger Bürgerpark nicht vertreiben. Da wurden eben Schirme aufgespannt, um die raffinierten Verwicklungen des australischen Vertikal-Tuch Trios Monster Blond zu bestaunen. Das australische Äquilibristen-Duo Pop Eyed begeisterte durch die herrlich selbstironische Präsentation. Die schweren Jungs verbanden Clownerie und Slapstick lässig mit harter Körperarbeit, bei der sich Episoden quasi aus dem Kopfstand ereigneten. Stefan Zimmermann und Sylvia Oelkrug bezauberten mit Ball-Bolero/Tango-Diabolo. Bei der Jonlage gingen Violine und Artistik eine so innige Verbindung ein, dass Bälle zu Perkussionsinstrumenten wurden und Diabolos zu Tangomelodien tanzten. Wenn die Breakdance-Truppe Rockin Till Death über die Bühne fegte, dann klebten die Augen des jugendlichen Publikums an den Tänzern, um sich vielleicht die ein oder andere atemberaubende Bewegungsfigur abzugucken. Conferencier Andi Steil war mit Nummern wie dem zur Steeldrum mutierten Wok und dem kleinen Soundcomputer „Freund“ so etwas wie die verbindende Brücke zwischen den Generationen. Schade, dass das Open-Air-Varieté den zweiten Gastspieltermin in Freiburg absagen musste. Die Stadtverwaltung hatte der Truppe so hohe Auflagen gemacht, dass nach Aussage von Stefan Zimmermann selbst der Aufprall eines Balls bei seiner Ball-Bolero-Jonglage den erlaubten Geräuschpegel überschritten hätte.

    Redaktion: Sibylle Zerr

    2004-12-15 | Nr. 45 | Weitere Artikel von: Sibylle Zerr