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    Stefan Jürgens – „Heldenzeiten“

    Gibt es noch Helden, und wenn ja, was macht sie aus? Wer hat wovor Angst und warum jammern wir immer nur? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue Programm des Schauspielers, Entertainers und Musikers Stefan Jürgens. Das Jammern aller derer, die eigentlich genug abzugeben haben, diese Jammerchöre auf hohem Niveau sind dem Kabarettisten ein Graus. Dabei geht Jürgens durchaus mit sich selbst ins Gericht. Um sich seiner selbst zu versichern, fährt er schon mal an schönen Wochenenden mit seinem offenen Ferrari durch Armenviertel. Das Auto muss ja bewegt werden und man muss sich ja anschauen, wie es anderen geht, dann bleibt man auf dem Teppich. Auch als Star wie er einer ist, meint er, auf eben jenem geblieben zu sein. Seine bissigen Texte, die manchmal zynische Schläge unter die Gürtellinie sind, unterbricht Jürgens immer wieder mit Liedern. An der Gitarre begleitet von Matthias Kahra singt er über die Liebe, Beziehungen, den Frust mit ebensolchen und über die täglichen Dinge des Lebens. Gerade die aktuelle politische Situation und das Herumgejammere der ganzen Nation gehen ihm aber enorm auf die Nerven. Manchmal käme es einem so vor, als wäre der Anspruch auf einen Job ein per Geburt verbrieftes Menschenrecht. Da sieht es im Himmel vielleicht ja nicht anders aus. Vielleicht gibt es dort ja auch keine adäquaten Jobs und man muss für einen Polenlohn Spargel stechen. Neben Erzählungen von der eigenen Überheblichkeit – so gibt er in einem Song an, ein eigenes Zimmer nur zum Furzen zu besitzen – bekommen natürlich auch die Politiker ihr Fett weg. Merkels Gesicht sieht irgendwie schon so aus, als habe sie sich nach Feierabend nebenher einige Märker als Eisenbiegerin dazuverdient.

    Ganz nebenbei zeigt sich Stefan Jürgens als großartiger Musiker und Songwriter, der sich traut, die beißende Komik seiner Alltagsbetrachtungen immer wieder mit einfühlsamen Songs und tiefen Emotionen zu beantworten. All dies macht seine Abende zu etwas sehr Eigenständigem in der Branche.

    Redaktion: Andreas Höflich 


    2005-12-15 | Nr. 49 | Weitere Artikel von: Andreas Höflich