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    Stirb langsam - Comedy zum Totlachen

    Im Ehrenfeld gibt es eine neue Adresse, die man sich merken sollte: Olli´s Kleine Bühne Show hatte am 19. April die erfolgreiche Eröffnungsgala und hat sich seitdem zu einer echten Veedels-Attraktion entwickelt. Wie im letzten Heft schon berichtet, steht die Bühne jeden 3. Donnerstag verschiedenen Künstlern offen, für die sich eventuell die Chance auf ein Samstags-Solo bietet. Für die Moderation werden Corinne Walter und Frank Zollner alias Kabarett A-Z zeitweilig dem Theater am Sachsenring untreu, wo sie  zuletzt mit ihrem Programm “Lachmatt!” neurotisch-hysterisches bis allzu stinknormal-boshaftes aus dem Beziehungsleben auf die Bühne brachten. Unterstützt von Gabi Weiß, die als Serviererin Irmgard Knüppel eher schrill für das Wohl und Wehe des Publikums sorgt, präsentiert das gut eingespielte Duo sowohl sogenannte “Nachwuchskünstler” als auch überregional bekannte Größen wie Markus Maria Profitlich. Interessenten wenden sich bitte an Corinne Walter und Frank Zollner, Von-Werth-Str. 44, 50670 Köln.

    “Schnee von gestern” bot Theaterchef Joe Knipp im eigenen Haus am Sachsenring. Der Name ist Programm, hat er doch mit Clemens Dreyer und Albrecht Zummach die alte Formation Zinnober aus der Versenkung geholt. Vibraphon, Gitarre und Gesang versprachen eigentlich eine gelungene Mischung für einen besinnlichen Chanson-Abend, nur leider wurde es manchmal ein wenig zu beschaulich, um durchgehend die Aufmerksamkeit zu fesseln. Diese Musik hätte ich mir gewünscht in einem Raum mit Ausblick, wo man bei Cocktail und angenehmer Atmosphäre hätte Blicke und Gedanken schweifen lassen können.

    Immerhin - dem Motto des “4. Festivals der Zwischentöne” wurde genüge getan und für Fans des Vibraphons gibt es diese Musik auch auf CD. Der Prix Pantheon ist wieder einmal ausgelobt worden. Der Gewinner der “4. German-Spass-und-Satire-Open” in der Kategorie “Frühreif und verdorben” ist der Österreicher Martin Puntigam. Er widmet sich dem ganz banalen Alltag und entwickelt Minidramen, die bei aller Komik durchaus nachdenklich machen.

    “Beklatscht und ausgebuht” wurde die Göttinger A-Capella-Gruppe Ganz schön feist und Martina Brandl, die ja mit der letztjährigen Preisträgerin, der Popette Betancor, inzwischen auch schon Fernsehgeschichte schrieb. Den Sonderpreis “Reif und bekloppt” heimste Harald Schmidt ein, durchaus passend, wenn man sein Engagement während der WM in Betracht zieht. Im Wohnzimmertheater fiel mir bei “Stirb langsam - Comedy zum Totlachen” vor allem Gregor Mönter auf, ein Meister des Dilettantismus, der besticht durch seinen beinahe autistisch anmutenden Charme. Ständige Unterbrechungen und Ermahnungen scheinen bei ihm weniger Stilmittel als vielmehr Ausdruck echter Unkonzentriertheit, was spätestens dann, wenn er streng zur Ordnung ruft, wieder in Frage gestellt wird und somit das Publikum endgültig verwirrt. Marius Jung kokettiert - mit seinem Alter, mit den Mädchen, mit sich selbst. Gekonnt schmalzt er sich durch Schlager-Potpourris, leider wird nie deutlich, wo die Grenzen sind zwischen ironischer Distanz und liebevollem Rückblick. So wirkt er insgesamt etwas zu inkonsequent. Wenn er sich auf eine Richtung festlegen würde, könnte er nur an Überzeugungskraft gewinnen.

    Die Offene Bühne feiert übrigens im Dezember ihr 100. Bühnenjubiläum, ein verdienter Erfolg für Heinz Gröning und Nicole Spenner, denen nun nach einigem Hin und Her auch wieder eine dritte Kraft zur Seite steht. Doch darüber zu gegebenem Zeitpunkt mehr.

     

    Termine

    Im Pantheon feiern vom 1. - 3. Oktober Rainer Pause, Norbert Alich und Fritz undHermann den 11. Geburtstag des Hauses. Am 6. + 7.10. gibt Dirk Bielefeld “Herrn Holm, den Aufklärer”. Direkt danach präsentiert Massimo Rocchi “Adele!”, 8. - 10.10. Obwohl der Titel noch nicht feststeht: 14. - 17.10. kommt Hans Werner Olm mit seinem neuen Programm. Horst Schroth hat sich hingegen festgelegt auf seinen “Herrenabend”, 28. - 31.10. Premiere auch bei Matthias Deutschmann am 26. November (bis 28.11.).

     

    Ouvertüre zu Europas größtem Comedyfestival. - Köln Comedy ist wieder da!

    Vom 14.-24. Oktober ´98 ist Köln mit 90 Veranstaltungen von über 130 Comedians Köln wieder die deutsche Hauptstadt der Unterhaltung. Stars wie Missfits, Piet Klocke, Till & Obel, Rüdiger Hoffmann, Herbert Knebel, Willy Astor, Stefan Raab, Stefan Jürgens und Ingo Appelt sind ebenso dabei wie ausländische Spezialitäten aus 12 Ländern: die improvisierenden Shenanigan Brothers aus Neuseeland, Rob Spence/Australien, KGB-Clowns/Russland, Steve Rawlings/England, Donati & Olesen aus Dänemark/Italien, Massimo Rocchi/Schweiz,  Josef Hader/Österreich, Joanna Bassi/Frankreich (auf dem Foto mit „Orchestra, Orchestra“). Am Mittwoch, den 21.10.´98 treten im Küppers Klub, Alteburger Str. 157 die drei besten Gruppen des diesjährigen Wettbewerbes um den „Comedy Cup“ auf: Duo Nasweiß (Sieger 1998), die Rampensäue sowie Herr Schill und der ungläubige Heinz. Weitere Infos und Programm unter Tel.: 0221-2801.

    Redaktion: Silke Demtröder

    1998-09-15 | Nr. 20 | Weitere Artikel von: Silke Demtröder