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    Trockendock, Bürgerpark und hinterm Deich

    -Spielorte, einmal ganz anders-

    Was fällt diesmal besonders auf? Daß die Ferienmonate mit theatralischen Veranstaltungen dünner gesät sind als der Rest des Jahres, das  ist nun mal so. In den Ferien sind eben die meisten nicht zu Haus und wer unterwegs ist, geht dann lieber zu scheinbar spektakulären Veranstaltungen als in die bewährten kleinen Bühnen. So fallen zuallererst die ungewohnten Spielorte ins Auge. Und derer gibt es eine ganze Reihe. Theodor Storms Schimmelreiterzum Beispiel: 47 heimische Schauspieler hat der Regisseur Frank Düwel auf die Dangaster Deichwiesen geschickt, um das beeindruckende Storm-Stück, das alle aus ihrer Schulzeit noch gut in Erinnerung haben, wieder lebendig werden zu lassen. Gelungene Technik, was aufgrund der Weite der Landschaft nicht immer einfach ist, beeindruckende Spiele mit der Beleuchtung und treffende Musik faszinierten die zahlreichen Besucher hinter dem Deich.

    MitSchwanensee“, hat Olaf Schmidt (Regie und Inszenierung ) aus Karlsruhe und das Internationale Ballett des Badischen Staatstheaters eines der schönsten Handlungsballetts von Peter Tschaikowsky, als Expo-Beitrag Wilhelmshavens, auf die Planken des 1000 Tonnen schweren Schwimmdocks 2   des Marinearsenals im Wilhelmshavener Hafenbecken gebracht.

    Und im schaurig-schönen groteske Kultmusical „The Black Rider“von Robert Wilson (Regie), Tom Waits(Musik) und William Bourough (Buch), ist die alte Freischütz-Sage als Musical auf dem Rosenhügel im Wilhelmshavener Stadtpark wieder auferstanden.

    Antigone, von Sophokles hat die dänische Regisseurin Tine Madsen im 120 m langen und 22 m breiten Trockendock der vor drei Jahren stillgelegten Brands-Werft in Oldenburg aufleben lassen. Die  Produktion der Kulturetage mit einer eigens dafür komponierten  Musik von Violeta Dinescu läßt das Klage- und Jubeldrama als eine gelungene experimentelle Soundperformance auf die Besucher wirken. Eine der sehenswertesten Inszenierungen der alten Tragödie.

    Mitten im ersten Weltkrieg verfaßte der österreichische Schriftsteller Karl Kraus ein Riesenwerk über die Absurdität der Kriegsmaschinerie. Das „Marstheater“, wie er sein Mammutwerk „Die letzten Tage der Menschheit“ nannte, hat der ebenfalls österreichische Regisseur Johann Kresnik  in der irrealen, unheimlichen und gleichzeitig sakralen Atmosphäre des architektonischen „Wunderwerks“, dem U-Boot-Bunker VALENTIN in Bremen-Farge  mit der Musik von Serge Weber mit dem Bremer Theater aufgeführt.

    „Das Geisterschiff“ von Sidney & Howell wurde in der Vulkanwerft, Bremen Vegesack gespielt

    und Astrid Lindgrens Geschichte „Ronja Räubertochter“ hat Rudi Plent, Oldenburg, zum großen Teil  mit Laienschauspielern aus dem Ort auf dem Westersteder Marktplatz  vor der mittelalterlichen Kirche zu einem Volksspektakel werden lassen und  zuguterletzt konnte man gleich an mehreren Orten im Bremer Bürgerpark verschiedene Stücke von Shakespeare bestaunen.

    Zwei überaus gelungene und spannende szenische Lesungen hörte man im Pavillon des Schloßgartens in Oldenburg . Am 28. Juli las Franziska VondrlikMerkwürdige Beispiele einer weiblichen Rache“ von Friedrich Schiller und am 4. August trug Ulf Goerges die lasterhaften Balladen und Lieder  des Dichter-Desperados Francois Villon vor.

    Das neue WerkRaum-Theater in der Altstadt von Leer hat sich inzwischen etabliert. Elke Münch spielte das Dario Fo Stück „Kinder, Küche, Kirche“ und  Sigrun Schneider  das  Rollen-Vertausch-Stück von Manfred Karge „Jacke wie Hose“. Ebenfalls in Leer füllte die Hamburger Kabarettistin Käthe Lachmann die Räume der Tucholsky.Börse mit ihrem kabarettistisch-griechischen Auberginen-Auflauf „Moussaka im Wigwam“.

    Zehn spielfreudige Männer und Frauen bilden das neue Improvisationstheater  „Inflagranti“ in Bremen. Zurufe des Publikums ergeben das Gerüst, aus dem der Abend im Schnürschuhtheater gestaltet wird. Theater ohne Konservierungsmittel, wie sie sich selbst titulieren. So ist Schneewittchen durchaus auch bei EDEKA zu Hause  und Bill Clinton findet sich auf dem Delmenhorster Arbeitsamt wieder. Vom  15. bis 23. September finden ebenfalls im  Bremer Schnürschuhtheater die sog. „Kabarett-Komik-Konzerte“ u.a. mit Ina Deter, Kara Pientka, Hilde Wackerhagen, Carolina Brauckmann und Barbara Cuesta statt.

    Das Bremerhavener CAPITOL eröffnet die diesjährige Spielzeit wie immer mit Bernd Lafrenzens Shakespeare Solonummern am 16. September, gefolgt von Matthias Beltz am 21.09.

    Zum wiederholten Mal gibt es vom 29.September bis zum 04. Oktober in Bad Zwischenahn die Veranstaltungsreihe „Poesie am Meer“ .Der Hildesheimer Schriftsteller Manfred Hausin hat wie jedes Jahr als Organisator seinen Freundeskreis nach Zwischenahn gebracht.

    Das LITERATURIUM in Edewecht begeht im Oktober mit Nessi Tausendschön, Martin Buchholz, Alix Dudel und Friedhelm Kändler, dem Kabarett DIE KAKTUSBLÜTE, aus Dresden und Tina Teubner sein 10-jähriges Kabarett-Jubiläum mit den „10. Ammerländer Kabarett-und Kleinkunsttagen“

    Eine neue und sicherlich vielversprechende kleine Bühne hebt in Oldenburg ihren Vorhang im September. Es ist der „LITERATURSALON am Schloßplatz“ (Schloßplatz 21/22).  Die ersten literarischen Abende werden gestaltet von Alvaro Solar mit Dario Fos „Padan entdeckt Amerika“, Michael Gloth mit Sachen zum Lachen“, Margot Müller mit „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und Dorit Müller mit einem Julie Schrader Abend.  Das Programm liegt in den bewährten Händen von Klaus Groh, der seit 12 Jahren mit Hannelore Huck-Groh im LITERATURIUM in Edewecht ein hervorragendes Kabarett und Kleinkunstprogramm bietet.

    Soweit für heute und einen endlich mal nicht ganz verregneten Sommerrest wünscht

    Euer Klaus Groh

     

    TERMINE

    Klein Scharrel            LITERATURIUM

    04.10.00Nessi Tausendschön“Herz,mein Herz“                                 

    11.10.00        Martin Buchholz „Männer und andere
                       Geschlechtskrankheiten“

    18.10.00          Kaktusblüte Dresden“Der Eimer ist voll“  

    25.10.00        Alix Dudel/Friedhelm Kändler                                

    01.11.00          Tina Teubner, Nachtwut                                            

    13.12.00        Weihnachtskonzert

                                                                                                 

    Leer                            Casino Sparkasse      

    06.10.00          Nessi Tausendschön“Herz,Mein Herz“  

     20.10.00         Kaktusblüte“Jenseits von Afrika“

    4.11.00           Störfall“Scheißkalt von oben“       

     

    Bad Zwischenahn             Altes Kurhaus

    08.10.00             Duo TonART“Tucholsky u.Co“                            

    17.11.00          “Radieschen“Gert Hoffman“Alles bleibt,wie es ist“

    14.10.00          Carola Wessels“Liederabend“                                                   

    09.12.00           Dr.Ulrich Gehre „Wilhelms Busch Abend“

                                                  

    Bremerhaven                         Capitol

    20.10.00          Annette Mayer“Herzschmerz“                   

    08.-25.11.00    „5. Satirefest SATIRICA2000 der Angestelltenkammer in Bremerhaven

     

    Oldenburg      Literatursalon am Schloßplatz   

    25.10.00          Michael Gloth“Sachen zumLachen“                       

    17.11.00         Margot Müller“Der Teufel mit.den 3 goldenen
                         Haaren...              

    05.12.00         Dorit Meyer“Julie Schrader Abend                                

     
    2000-09-15 | Nr. 28 | Weitere Artikel von: Klaus Groh