Trottoir Online Magazin / Künstler und Eventattraktionen

--- Trottoir Admin Ebene ---

 
 
 
Trottoir Header
Suche im Trottoir

Kategorien Alle Jahrgänge




Admin Bereich K10


Artikel - gewählte Ausgabe
Meist gelesen
Statistik
  • Kategorien: 66
  • Artikel: 3361
  • Themen-Fokus :: Variete

    [zurück]

    Varieté West

    „Alles Bestens„

    wenn es um das Oktoberprogramm des GOP Varietés Essen geht. Juno, Spaß- und Staunenmacher lud zu einer Reise in das Land der Wunder und Artistik ein. Humorvoll und charmant geleitete er durch das Programm mit wundervollen kleinen zauberkünstlerischen Bonmots. Timours flinke Finger und Füße hoben die Schwerkraft auf, wenn er seine einmalige und zugleich ausgezeichnete Balljonglage präsentierte. Der junge Russe ist vielfacher Preisträger u.a. beim Cirque du Demain. Frank Rossi ließ seine Figuren sprechen. Der Ventriloquist verstand sich auf die Art des feinensinnigen Humors, nie peinlich dafür phantasievoll, mal leise, mal frech, aber stets niveauvoll. Ihre Ringe sind ihre Leidenschaft, dies merkte man sofort bei Rimma Krilowa. Mit verblüffender Leichtigkeit wirbelte die junge Russin in ihrem Hula Hoop Akt im feurigen Rumba-Rhythmus die Reifen um ihren Körper. Samantha zog es hoch hinauf. Bei ihrer Darbietung am Trapezring verschmolzen kontorsionistische Elemente mit ästhetischer Eleganz. Nicky Viva zeigte einen Balanceakt der Sonderklasse in seiner Rola-Rola-Darbietung, in der er Röhren und Kugeln auf mehreren Ebenen übereinandergestapelt zu einem Turm mit waghalsigen Unterfangen aufbaute, auf dem es sicher das Gleichgewicht zu halten galt. Eine Inszenierung von Tanz und Artistik vermischt mit Kontorsion schuf das Duo Iouvilov. Mit ausgefeilten Körperfiguren begeisterten die beiden Artisten das Publikum. Bevor es dann zum großen Finale ging, durfte natürlich die inzwischen berühmte Lasershow nicht fehlen.

    Fünf Jahre Varieté in R(h)einkultur war das Motto des Apollo Varietés in Düsseldorf. Stangen- und Diabolojonglage waren das Metier des Jongleurs Bruce Wilson, der mit berauschender Geschwindigkeit seine faszinierenden Jongliertricks vollführte. Arabeske bezauberten mit immer wieder neuen Figuren voller Grazie und Anmut in der hohen Kunst der Kontorsion. „Very british„ war der Humor des Engländers Mr. P.P. der gleichzeitig mit seiner distinguierten Art und seinem Können als Jongleur überzeugte. Mit seinem Traum vom Fliegen begeisterte das Duo Taekini an den Strapaten. Sie verbanden Muskelkraft mit einem sinnlichen Pas des Deux. Das Duo Dinh Anh aus Vietnam bezauberte mit Hand-auf-Hand Akrobatik vom Feinsten. Mit fernöstlichem Flair boten sie eine der ausgefallensten Hebe- und Kraftübungen dar, verbunden mit tänzerisch starkem Ausdruck. Vik & Fabrini verblüfften das Publikum nicht nur mit ihren Zauberkunststücken, sondern auch mit der virtuosen Mischung aus „mechanischem„ Menschen und Komik. Die Thuranos und ihre wohl einmalige Drahtseilakrobatik zu beschreiben hieße „Eulen nach Athen zu tragen„. Mit ihrem „Crazy Wire Act„ – eine Mischung aus Comedy und Artistik begeisterten sie das Publikum in aller Welt. Der inzwischen 93-jährige Konrad Thur gilt als ältester noch aktiver Artist auf der Welt und präsentierte mit verschmitztem Lächeln seine kraftvollen Klimmzüge am Drahtseil. Im grande Finale hieß es dann Abschied nehmen von allen Künstlern.

    Das Varieté et cetera aus Bochum, wartete mit „The best of„ aus 10 Jahren et cetera auf. Alexander Adrioni seines Zeichens Filmschaffender moderierte diese Produktion und verwandelte sich dabei in verschiedene Figuren. Cecilia Hedlund baute sich aus Stühlen einen Turm um anschließend im Handstand einen Balanceakt zu vollführen. Caroline Hammer ließ als Herrin der Ringe in ihrem Hula Hoop Akt die Reifen zu modernen Klängen tanzen. Ganz einer  Primaballerina am Vertikalseil glich Bianca, die mit eleganten Hängen und Drehern eine atemberaubende Kür hinlegte und damit die Zuschauer begeisterte. Rainer Stanke hatte die Lacher auf seiner Seite. In seiner komischen Recknummer verband er artistisches Können mit witzigen Eskapaden, die geradezu in tollpatschige Kühnheit ausartete. Als kraftgeladenes Powerpaket erwies sich Erik mit seiner Handstandequilibristik, in der so schwierige Kunststücke, wie Einarmer etc. nicht fehlten. Comedy pur hieß es bei der tänzerischen Leistung des „Schwanenseeballetts„ mit allen Artisten. In die Welt des Chansons und des Tanzes entführte Silvia Cabello das Publikum mit ihren Gesangs- und Tanzeinlagen zum Träumen und Bewundern. Das Trio Ndux-Malax bildete mit seinen akrobatisch-kontorsionistischen Einlagen zu afrikanischen Klängen einen großartigen Abschluß dieses Programms. Aber et cetera wäre nicht et cetera, wenn es nicht et cetera mit einem et cetera Finale geendet hätte.

    Im GOP in Hannover zauberte und sprach Moderator Max Nix Bände. Aus dem Nichts erschien bei ihm alles Mögliche, so auch die grandiose Parodie überschätzter Moderatoren. Die KGB Clowns verkörperten den blühenden Blödsinn aus dem Fachbereich der Gestik und Bewegung und verwirklichten jedes noch subtile Element davon auf der Bühne. Höchste Eleganz in luftiger Höhe gepaart mit Kraft und Anmut präsentierte Marta Chavez am Vertikalseil, verbunden mit südamerikanischer Leidenschaft. Hinter Double Face verbargen sich zwei Künstler und bis zu vier Diabolos die mit fließenden Bewegungen, sowie poetischen Kombinationen eine ausgefeilte Choreographie zu ausgefallener Musik technisch perfekte darboten. Französische Leichtigkeit und Leidenschaft beim Aufwachen zeigte die humoristische Offenbarung von Fafa. Formschön bekleidet mit Bademantel und Duschhaube versuchte sie die alltäglichen Tücken des Morgens zu in den Griff zu bekommen. Daniel & Reynald bestachen durch exquisite Hand-auf-Hand-Akrobatik. Ausdrucksstark und kraftvoll agierten die beiden mit dem Aspekt des Miteinander. Im Finale ließen sich dann nochmals alle Künstler feiern.

    Das Luna Varieté in Dortmund hatte zur internationalen Varietéshow geladen. Wolf Fischer wirbelte mit frecher Zunge und verblüffenden Zauberkunststücken als Conférencier über die Bühne. Katrin verzauberte die Zuschauer mit ihrer klassisch eleganten Darbietung und schwierigen Tricks am Vertikaltuch in luftiger Höhe. Jeton, Gentleman Jongleur balancierte und jonglierte mit den vornehmen Dingen dieser Welt und hantierte als Caral jr. mit schweren Eisenkugeln, dass man den Krafteinsatz fast vergaß. Lena balancierte in ihrer Rola-Rola-Darbietung hoch hinaus auf zerbrechlichen gefüllten Gläsern, wagemutig und anmutig zugleich. Evgeni Kolomits hatte mit seinem pikantem und musiklischem Slapstick die Lacher auf seiner Seite und bereicherte die Show mit seiner souveränen Art die Dinge zu meistern. Das Kontorsions-Duo Mermaids, zwei Meerjungfrauen entführten zu sphärischen Klängen des Ozeans in die Unterwasserwelt, in der sie kreative Figuren gepaart mit Harmonie und Schönheit schufen. Aus einer der traditionsreichsten Circusfamilien Spaniens stammte das Duo Seguras. Das Geschwisterpaar bestach durch eine kraftvolle und ästhetische Partner Equilibristik, bevor die Show mit dem Finale endete.

    Im GOP Varieté in Bad Oenhausen übernahm die „scheue„ Moderatorin Rosemie den Part als roter Faden des Programms. Das in ihr mehr als nur ein unbeholfenes „Etwas„ steckte bewies sie u.a. durch ihre musikalischen Künste mit dem Albhorn. Das englische Duo Heir of Insanity verband tänzerische Harmonie und theatralen Ausdruck zu einer einzigartigen Partnerakrobatik am Trapez. Jay Niemi verblüffte mit eleganter Taubenzauberei und seiner Fingerfertigkeit und versetzte so alle ins Staunen. Kunstvolle Szenen und phantasievolle Spiele waren das Metier der bulgarischen Künstler 2 Hands Theatre, die ihre Puppen durch das Spiel der Hände zum Leben erweckten. Kristian Kristof, ein junger Ungar, trat ganz als Gentleman-Jongleur der alten Schule auf und überraschte mit neuen künstlerischen Aspekten des Jonglieren. Tom Shanon Rola-Rola Artist, rollte temporeich mit seinen Rollschuhen über die Bühne bewies das man sich damit auch auf einem wackeligen Turm aus Röhren und Brettern damit stehen kann. Anette Dezamits tanzte einen Violinen Tango im Handstand. Auf selbigem Instrumente führte sie eine sinnlich faszinierende Handstandequilibristik vor. Zum Finale hieß es dann Abschied nehmen von allen Künstlern.

    „Via las Vegas„ hieß es im Friedrichsbau Varieté in Stuttgart. Ray Martin tanzte und sang sich in die Herzen der Zuschauer mittels eines facettenreichen Programmes, wie sein großes Vorbild Elvis Presley. Einen Hauch von Paris zog beim Auftritt des Revue Ballett Ensemble ein, die mit ihren glamerösen Kostümen auch einen Schuß erotischen Flairs versprühten. Mit einem originellen Rola-Rola-Act trat Vladimir Dubovskyy auf. Als Charlie Chaplin verkleidet ging es in halsbrecherischer Manier hoch hinaus auf die Bretter und Röhren, die die Welt bedeuten, clownesk und die Schwerkraft ab absurdum führend. Experimentell und avantgardistisch, so könnte man die Jonglierkunst von Jochen Schell beschreiben, in der Reifen Bilder in den Raum formen, die durch Licht und Musik zu einem abstrakten Gesamtkunstwerk führten. Oleksandr Krasnopolkyy & Vyacheslaw Perevyazko bestachen durch ihre unvorstellbare Körperbeherrschung und komplizierten akrobatischen Tricks auf zwei Leitern in einem künstlerischen Pas des Deux. Soslan Souanov jonglierte seine flinken Bälle virtuos mit federnder Leichtigkeit und ließ sie sich ständig vermehrend mit lässiger Elleganz tanzen. Ein begeistertes Publikum applaudierte allen Künstlern zum großen Finale.

    Ganz im Stil der 20er Jahre entführte der Varietépalast in Speyer sein Publikum unter dem Motto „Der blaue Engel„. Sängerin Anna Kramer ließ die Lieder von Marlene Dietrich wiederaufleben und entführte so in das goldene Zeitalter der Revue. Prima & Fagott, zwei Comedy Künstler aus Russland bewiesen, was man mit einem Fagott noch alles außer „nur„ Musik zu machen anstellen kann und das eine man unter einer Ballerina auch etwas anderes verstehen kann. Das Duo Nostalgie faszinierte mit einem Traum am Trapez und ihren ausgefallenen Fallern und Hängen. Semen Schuster, begeisterte das Publikum mit seiner ausgefallenen Komik und geradezu pfiffigen Art der Zauberei. Natürlich durfte das Varietéorchester hier nicht fehlen, die diese wundervolle Revue durch ihre Begleitung in den entsprechenden musikalischen Rahmen packten.

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero


    2002-12-15 | Nr. 37 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero