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  • Szenen Regionen :: München

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    Was Gott wohl davon hält? Essen und lachen in München

    Zwei ein wenig in die Jahre gekommene Fernsehköche sind schon seit geraumer Zeit so etwas wie Stars in der Manege. Eckart Witzgmann und Alfred Schuhbeck stehen mit ihren Namen für delikate Küche. Serviert werden die Schlemmermenus in bunten Zirkuszelten. Artisten, Comedians und Musiker mit den verschiedensten Ausrichtungen machen ein Festtagsmenü zu einem Erlebnis für Leib und Seele. Einer von ihnen ist Artur Senkrecht, der für das Palazzo von Alfred Schuhbeck seine erfolgreiche Bühnenshow noch ein wenig umgeschneidert hat. „Alles nach Plan – Suppenkaspar im Palazzo“ heißt das Spektakel. Zusammen mit seinem Partner Bastian Busch präsentiert Senkrecht seine nicht selten Mitleid erregenden Figuren, die mittlerweile Kultstatus genießen bei den Fans der Bavarian Comedy.

    Zirkuszelte_Theater MetronomNeben den beiden Palazzi der zwei Altmeister scheint sich ein neuer Ess- und Unterhaltungstempel in München zu etablieren: Das Schloss. Der Allwetterzeltbau in der Nähe des Olympiaparks hat ein neues Konzept. Auch hier wird exzellent gekocht. Der Kochlöffelexzentriker Stefan Marquard und sein Partner Wolfgang Weigler sind für das Kulinarische zuständig, während auf der Bühne Kabarett gespielt wird. Kabarettgrößen aus der ganzen Republik nutzen das Schloss mittlerweile als Spielstätte für ihre Erfolgsprogramme. Von Helmut Schleich über Rainer Kröhnert bis hin zu Heinrich Pachl spielt eigentlich alles, was Rang und Namen hat in der Szene, vor den gefüllten Tellern der Kabarettschlemmer.

    Wesentlich ruhiger, bisweilen beinahe kontemplativ, geht es zu, wenn Josef Pretterer in München seine Puppen auspackt. Er ist dabei, eine ganz neue Form des Kabaretts zu etablieren. Das Ein-Mann-Ensemblekabarett. Denn Pretterer ist zwar der einzige Mensch auf der Bühne, aber bei weitem nicht allein. Ein Ensemble aus Schaumstoffpuppen hat er um sich geschart und tritt mit ihnen in Kontakt. In den Gesprächen geht es selten um weniger als den Sinn des Lebens. Pretterer tritt den Beweis an, dass solche Dialoge äußerst amüsant sein können, auch wenn die Eigenschaften der Frau an sich, oder das Verhältnis Mann–Frau so gut wie gar nicht thematisiert werden. Es geht schließlich um viel mehr. Es geht um Gott. Und um seinen Sohn, der alles einmal erben soll, was der Vater geschaffen hat.

    Es ist ein beinahe schon lehrreicher Ausflug nach oben in himmlische Gefilde, wo es menschlicher zugeht, als man sich das gemeinhin vorstellt. Das sagt zumindest Josef Pretterer. Woher der das wohl weiß?

    Zick Zack Traum TheaterBeinahe ebenso ungewöhnlich wie der Puppenspieler mit den scheinbar übersinnlichen Fähigkeiten sind die Wort-Beat-Akrobaten von Faltsch Wagoni. Denen ist wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Nach all den erfolgreichen Programmen, in denen wir so viel über die deutsche Sprache und ihre Möglichkeiten erfahren haben, ist es Silvana Prosperi und Thomas Busse erneut gelungen, das Publikum zu überraschen. „Nicht ganz Dichtung“ ist der Titel der neuesten Produktion, die die beiden Wortmusiker in der Lach- und Schießgesellschaft vorgestellt haben. Ein Titel, der zum Widerspruch reizt. Denn nichts anderes als große Dichtung ist es, was sie dem immer wieder staunenden Publikum präsentieren. Sie haben einfach andere Fühler, die beiden. Wenn Ottonormalhörer versteht „Der Berg ruft“, dann gibt es für die Wortfanatiker keinen Zweifel, dass es „Der Bär groovt“ heißen muss. Andere Ohren, anderes Kabarett – und wie immer voller Überraschungen.

    Redaktion: Andreas Rüttenauer

     Agentur Olivia Reinecke

    AdNr:1093, AdNr:1090, AdNr:1089     

    2005-12-15 | Nr. 49 | Weitere Artikel von: Andreas Rüttenauer