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    Wieder Kulturmesse und Festival im Osten

    Was ist eigentlich mit den Kulturbörsen los. Nach dem schon früh feststehenden Ausfall des „Marktes der Künstler” in Erding, fand auch die 28. Deutsch-Niederländische Kulturbörse in Kleve in diesem Jahr nicht statt. Begründung hier wie da - mangelndes Interesse seitens der Künstler und zu geringe Besucherzahlen. Nun kann man zu den Messen stehen wie man will, Fakt ist, sie sind in jedem Fall eine Form der Begegnung von Veranstaltern und  Künstlern und von Künstlern untereinander. Nun gut, mag mancher einwerfen, heute gibt es das Internet, da such ich mir was ich will. Mag sein, aber ein www. kann nie das persönliche Gespräch ersetzen. Die Suche nach Messekonzepten, die den veränderten Bedingungen Rechnung tragen, ist also gefragt. Ideen dazu gibt es, und wie aus Kleve zu erfahren war, will man 2002 weitermachen. Die einzige ostdeutsche Kulturmesse in Halle/Saale hat im vergangenen Jahr ja damit begonnen, durch ein zusätzliches Forum für Künstler und Veranstalter der Börse einen neuen Charakter zu geben. Der Erfolg gibt dem Veranstalter „Turm e.V.” offenbar recht, denn vom 16. - 18. September 2001 rechnet der Gastgeber wieder mit einem regen Besuch. Nach der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, soll am Montag und Dienstag viel Betrieb an den Ständen im Burggraben und bei den Kurzauftritten im Turm der Moritzburg herrschen. Ein Vormittag wird wieder vornehmlich den Kinderprogrammen und der montägliche Länderabend diesmal Schweizer Künstlern vorbehalten sein. Im Gesprächsforum geht es um Fördergelder. Allein dieses Thema sichert wieder einen regen Zuspruch. Wer hier mitreden will, kann das schon vorher im Internet unter www.kultur-messe.de gerne tun - wer als Aussteller oder Besucher dabei sein will, wendet sich einfach an: Kultur Messe Halle (Saale) - Turm e. V., Elke Lautenschläger, Kleine Ulrichstr. 24a, 06108 Halle (Saale), Tel.: 0345/2025190, Fax: 0345/2025198 .

    Neues Thema: Man mag es kaum glauben, aber es entstehen in einer ausgeprägten Zeit des Solistentums doch immer wieder junge Gruppen.

    So kabaretteln und komödianteln zum Beispiel die KABCOMS aus Bitterfeld schon 5 Jahre (dazu herzlichen Glückwunsch) durch die Lande. Von Ihnen wie auch von anderen neuen Ensembles hoffte man, sie beim nächsten Festival der Bundesvereinigung Kabarett wiederzusehen. Dieses findet nach den guten Erfahrungen der letzten Jahre und dem Engagement der Stadt selbst vom 02. - 04. November 2001 erneut in Bernburg statt. Wieder wird eine interessante Mischung aus Festivalprogrammen, Werkstattauftritten und dem bewährten Kabarettklub geboten. Allein die Eröffnungsveranstaltung verspricht schon ein Highlight zu werden - Dieter Hallervorden kommt. Weiter im Festivalprogramm zu sehen sind Martin Buchholz, Die Lachkarte aus Dresden, die Magdeburger Zwickmühle, Andreas Rebers aus München und die Gruppe MTS aus Berlin. Gruppen, die im Werkstattprogramm spielen möchten, können sich übrigens noch bis zum 30. Mai 2001 bei Henry Pucklitzsch, Wörlitzer Str. 3a, 39114 Magdeburg, Tel.: 0391/8112007 oder per e-mail unter HPucklitzsch@t-online.de melden. Für alle anderen Teilnehmer ist der Anmeldeschluß der 31. Juli 2001. Auch das 11. Festival ist wieder kein Wettbewerb, sondern ein idealer Ort der Präsentation und des Austausches mit neuen Bekannten und alten Freunden. Noch ein Nachtrag zum Jahrgang 2000: Den erstmals vergebenen „Bernburger Kabarettpreis” erhielt in Würdigung seiner Verdienste um die Zusammenführung von Ost- und Westveranstaltern der auch als Initiator von „Gemeinsam lachen” bekannte und rührige Klaus Döll.

    Neues Thema:  4 Premieren erlebte Dresden im April innerhalb von 14 Tagen. Die Herkuleskeule brachte die Produktion „Komische Leichen” heraus, Olaf Böhme sein ”4 auf einem Brett”, Die Kaktusblüte das Katastrophenprogramm „Alles im Eimer” und ebenfalls umjubelt Thomas Schuch und Jörg Lehmann vom Kabarett „Breschke & Schuch” das Programm „Hinz und Kunst”. Zu letztgenanntem ein paar Worte mehr. In einem durch Szenen unterbrochenen Stück bestellt der mittellose Künstler Kunst den vor der Pleite stehenden Handwerker Hinz zwecks Reparatur einer sanitären Einrichtung. Mit anderen Worten, Jörg Lehmann, von Haus aus als gelernter Musiker, trifft auf den mit allen Wassern gewaschenen Schauspieler und Kabarettisten Thomas Schuch. Was dann folgt ist ein Feuerwerk exzellenter Pointen, wobei das Spiel mit Wörtern und deren Auslotung nach einer tiefsinnigeren Bedeutung ein hervorstechendes Merkmal der von beiden geschriebenen Texte ist. Die von Jörg Lehmann geschaffenen oder verwendeten Kompositionen („Das ist eindeutig Peer Gynt”, „Nein, nein, das ist Krombacher”) sind nicht ausschließlich Begleitung oder Kommentar, sondern sie bilden einen vielfarbigen stilistischen Hintergrund, der auch dem geübten Hörer manch Überraschung bereitet. Vor allem gelingt es, fast alle Kunstrichtungen einer kabarettistischen Betrachtung zu unterziehen, so reicht die verarbeitete Palette vom Puppenspiel über das Chanson hin zur bildenden Kunst, weiter zur Literatur usw. Thomas Schuch kann dabei sein ganzes künstlerisches Spektrum präsentieren, wobei besonders bewundernswert seine Merkel-Schröder-Parodie gelingt. Nur durch einem Strich übers Haar, eine veränderte Körperhaltung und einem anderen Stimmfluss spürt man den Kanzler und seinen Gegenpart. Bravo-Rufe waren der verdiente Lohn harter Arbeit.

    Bis zum nächsten Mal.

    Friedel

     

    2001-06-15 | Nr. 31 |