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    Zaubernde Conférenciers in Stuttgart und Backnang

    Lange als „Die Thomas-Otto-Show“ angekündigt, erblickte jetzt die erste große Produktion des neuen Jahres unter dem gerechteren Titel „Thomas Otto und Freunde“ das Licht der Bühne im Stuttgarter Friedrichsbauvarieté. Dabei steht Thomas Otto als zaubernder Conférencier naturgemäß die meiste Zeit auf der Bühne, und er erledigt seine Aufgabe mit viel Witz und Überraschungseffekten, auch dann, wenn er teilweise dieselben Tricks zeigt wie bei seinem früheren Engagement im Friedrichsbau. Es erhöht sogar den Reiz seiner Zaubertricks, wenn man in Kenntnis dessen, worauf alle Anstrengungen des Zauberkünstlers hinauslaufen, abermals getäuscht wird. Außerdem dominiert in dieser von Regisseur Simon Kühr betreuten Show ganz eindeutig die hochkarätige Artistik. Und diese Nummern sind ausnahmslos zum ersten Mal im Friedrichsbau.

    Zirkuszelte_Theater MetronomIn der Reihenfolge ihrer Auftritte sind das: Tom Shannoo aus Frankreich, der Rollschuh-Weltmeister, der mit diesen Rollschuhen höchst instabile Rola-Rola-Türme erklimmt; das Trapez-Duo Nostalgia, aus der von den großen Circusmanegen her bekannten Truppe Borzovi (fliegendes Trapez) hervorgegangenen und seit 2000 erfolgreich als Duo unterwegs; das aus Sibirien stammende Duo Olympia, das mit kraftvoller Hand-auf-Hand-Akrobatik zwei männliche Statuen aus kaltem Marmor zum Leben erweckt; Vadim & Oksana, Absolventen der staatlichen Artistenschule Kiew, mit artistischem Tanz, in den mehrere zauberhafte Kostümwechsel Oksanas eingebaut sind; Andrej Romanovsky, eine humorvoll dargebotene Klischnigg-Nummer mit dem krönenden und abschließenden Rutsch durch ein enges Edelstahlrohr; schließlich der unvergleichliche Anthony Gatto, assistiert von seiner Frau Danielle, der als bisher einziger Jongleur im Jahr 2000 in Monte Carlo einen Goldenen Clown gewann. Wenn bei Anthony Gatto und seiner präzise zu Tonbandmusik choreografierten Jonglage mit Bällen (er fängt mit 5 Bällen an, wo viele seiner Kollegen bereits aufhören, und steigert dann die Anzahl), Ringen und Keulen einmal eine Keule kurz den Boden berührt, so wirkt auch das inszeniert, vielleicht, um in all der unglaublichen Sicherheit das menschliche Maß nicht zu verlieren. Sollte mich jemand fragen, welchen Jongleur man unbedingt gesehen haben muss, um einen Begriff von dieser Kunstgattung und ihren Möglichkeiten zu bekommen, werde ich künftig ohne zu zögern antworten: Anthony Gatto.

    „Thomas Otto und Freunde“ ist also wiederum eine Show, die sich nahtlos in die Erfolgsgeschichte ihrer Vorgängerinnen einfügt, zu der auch das 4-köpfige Friedrichsbauorchester unter Leitung seines Schlagzeugers Rainer Kunert beiträgt.

    Aus Backnang, wo das zweite, regelmäßig auch übers Jahr spielende baden-württembergische Varieté, das TraumZeit-Theater, zu Hause ist, ist ebenfalls von einer Show zu berichten, deren roter Faden von einem zaubernden Conférencier in Händen gehalten wird. Chapeau kellnert als Maître Leon ganz unauffällig mit dem übrigen Servicepersonal. Und im Weihnachtsvarieté, der 20. Monatsproduktion seit Bestehen des TraumZeit-Theaters, ist sogar besonders viel zu tun! Dann erobert sich Leon die Bühne und debütiert erfolgreich als Varieté-Conférencier. Dabei greift er natürlich auch auf ein großes Repertoire aus seinen Soloprogrammen und -auftritten zurück, zeigt auch sein Markenzeichen, die unübertroffene Hut- oder genauer gesagt Filzkrempen-Verwandlung. Sein charmanter französischer Akzent aber ist neu.

    Als erstes sagt er die ebenfalls debütierende Selyna Reyes, gerade mal 15 Jahre alt, an: Sie präsentiert als vielversprechender Nachwuchs ihre Antipodennummer zur großen Zufriedenheit aller Zuschauer. Besonders reizvoll ist es in diesem Programm, als Schlusspunkt nochmals eine Antipodennummer zu erleben: Consuelo Reyes, Mutter und Regisseurin von Selyna, demonstriert überzeugend, was Meisterschaft und jahrelanges Training aus einem Anfang, dem, um mit Hermann Hesse zu sprechen, ein ganz besonderer Zauber innewohnt, noch alles werden kann! Paolo Bogino indes tut sich noch etwas schwer, in seiner Comedy-Nummer einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu finden, überzeugt jedoch auf dem Einrad.

    Das 3. Backnanger Weihnachtsvarieté wird abgerundet durch Abdul aus Marokko, der auf einem besonders ansprechend gestalteten Piedestal seine Handstände in vielen Variationen zeigt. CD-Projekt, ein Artistenpaar aus dem nahe gelegenen Geislingen, das schon an den Center-Festivals des Hausherrn erfolgreich teilgenommen hat, steuert eine Liebeserklärung am Aerial-Ring und nach der Pause eine besonders ästhetische Arbeit am doppelten roten Vertikaltuch bei. Hinter dem Namen Papillon verbirgt sich ein ebenfalls schön anzusehendes Schwarzlichttheater aus England. Protagonistin Felicity assistiert zusätzlich dem Hausherrn Michael Holderried bei seinen neuen Illusionen, denn zur großen Freude seines Publikums lässt es sich Michael Holderried nicht nehmen, im Weihnachtsprogramm selbst aufzutreten.

    Wenn dieses Heft erscheint, werden das Geburtstagsvarieté „Starke Paare“ mit den Mental-Magiern Santo & Monique, den Kontorsionistinnen Ganaa & Davanaa und dem schwäbisch-badischen, durch das Programm führenden Frauen-Duo Marlies & Gertrud ebenso gelaufen sein wie der Soloabend mit Andino und seinem Philozauber oder die Flip-Theatershow. Auch Musik und Puppentheater und die Zauberschule werden ihr Publikum gefunden haben, bevor vom 28. April bis 7. Mai eine der besten Shows des TraumZeit-Theaters, nämlich „Viva Las Vegas“ mit Phil Dexter als Elvis, Karel Bush & die Bohemia-Magic-Revue, dem Gentleman der Magie Finn-Jon, Dany Daniel & Edina sowie Antje Pode, komplett wiederholt wird.

    Im Stuttgarter Friedrichsbauvarieté wird zu diesem Zeitpunkt mit naturgemäß viel längerer Laufzeit, nämlich vom 7.4. bis 10.6., die neue Show „Mirakel“ laufen, mit Frank Rossi, dem Bauchredner, Fafa, dem weiblichen Clown, den Pantomimen Les Frères Taquins, dem Partnerakrobatik-Duo Dinh Anh, dem Strapaten-Duo Nightflight, dem komischen Zauberer Gaetan Bloom und dem Stuttgarter Tuchakrobaten Martin Bukovsek alias Carismo.

     

    Redaktion: Manfred Hilsenbeck

    AdNr:1093  

    2006-03-15 | Nr. 50 | Weitere Artikel von: Manfred Hilsenbeck