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    Zu gut fürs Fernsehen?!

    Seit 45 Jahren ackert sich der „Ehren-Gaul von Niedersachsen“ (Kabarettpreis 2005) Dietrich Kittner nun schon fürs Publikum ab und zieht weiterhin engagiert seine satirischen Furchen durch das Land. Er ist eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Kabarett: Nicht nur, dass er politisches Kabarett macht, er ergreift auch bei Streiks und Demonstrationen Partei und macht eigene politische Aktionen, bei denen er aufklärt und den Regierenden das Leben schwer macht. Darum boykottiert ihn auch seit Jahrzehnten das Fernsehen, wo sich sonst jeder Blödel zeigen darf. Damit man ihn jetzt trotzdem auch auf der heimischen Mattscheibe sehen kann, gibt es seinen Rundschlag (edition logischer garten Tel. 05 11-8 51 33 / ISBN 3-924526-18-4; 187 Min.. + 30 Min.) als DVD. Über drei Stunden aktuelle Satire, Lieder und Sketche, die ergänzt werden mit interessantem Bonusmaterial. Wer sitzt schon mal nach über vierzig Jahren beim Rotwein und plaudert über eine frühere Polizeiattacke gegen sich mit einem der beteiligten Polizisten? Das ist Kittner live, der auch mit über Siebzig nicht in Rente geht, sondern in gewohnter Manier kritische Gedanken sät.

    Seit Jahren quellen gerade die privaten Fernsehsender vor Comedy-Sendungen über und man ahnt, dass Heerscharen von Gagschreibern im Hintergrund ununterbrochen Witze produzieren müssen. Meist erfährt man nicht viel über sie und ihre Arbeitsweise, über ihre Erfolge und Misserfolge. Ein paar von ihnen haben ihre Archive geöffnet und Nummern präsentiert, die ihnen seit Jahren von den Sendern abgelehnt wurden. Nicht uninteressant, das ganze! Man bekommt ein wenig Gefühl für die Dinge, die sich hinter den Kulissen abspielen und für die Typen, die sich den ganzen Quatsch einfallen lassen. Von völligem Nonsense und billigem Klamauk bis zur gelungenen Satire reicht das Spektrum ihrer Einfälle. Zu gut fürs Fernsehen?! (WortArt 78085 / ISBN 3-931780-85-6; 22 Tracks, 78:49 Min., live) sind die Texte nun wieder nicht, aber in diese kleine Vortrageform runtergebrochen sind sie oft wieder ganz witzig. Die Wohngemeinschaft zwischen Udo Lindenberg und Klaus Kinski z. B. ist zwar inhaltlich unhaltbar, aber man kann seinem parodistischen Affen so richtig dabei Zucker geben. Zumal Chris Geletneky, Mark Welte, Moritz Netenjakob, Sonja Schönemann und Thomas Lienenlüke nicht nur das Handwerk des Unsinnschreibens, sondern auch das des Vortragens beherrschen. Lieber als Text auf CD als als Sketch im TV!

    Böse Mädchen kommen überall (Zytglogge 4300; ISBN 3-7296-4300-2; 2 CDs, 9 Tracks, 63:06 Min. + 5 Tracks, 63:23 Min., Infos) behaupten Dr. Peter Schneider und Dr. Martin Kahl und parodieren damit höchst gelungen die einschlägige Befindlichkeits- und Ratgeberliteratur. Egal, was frau so macht, um glücklich zu werden, sie verfängt sich in irgendeiner Falle. Ob die Kinderfalle oder die Berufsfalle, ob die Verständnis- oder Orgasmusfalle, in jedem Falle hat es frau schwer und wird Opfer. Ein bitterböser Text, in einschlägiger Diktion verfasst, der helfen kann, sich aus der Ratgeberfalle zu befreien und sein eigenes Ding zu leben.

    Aber auch Männer haben’s schwer! Bernd Gieseking wusste es genau: Ohne anständigen Köpper vom Dreier (WortArt 73082 / ISBN 3-7857-3082-9; 25 Tracks, 78:53 Min., live) läuft bei den Mädels gar nix! Doch wie das machen mit dem Köpper und mit den Mädels, wenn man zu feige ist? Nehmen wir das Ergebnis mal vorweg: beides hat letztlich doch geklappt, aber das Leben wurde wider Erwarten doch nicht einfacher. Jetzt plagt er sich mit den eroberten Mädels herum, hadert mit seiner unverschämten Waage und anderen Widrigkeiten. Das Leben will halt jeden Tag neu erobert werden, auch oder gerade, wenn man aus Ostwestfalen kommt.

    Helmut Schleich erleidet einen Mutanfall (WortArt 73086 / ISBN 3-7857-3086-1; 20 Tracks, 78:36 Min., live). Also, eigentlich kann ja Herr Schleich an diesem Abend selber gar nicht auftreten, sondern es schleichen sich stattdessen alle möglichen anderen Figuren auf die Bühne. Als da wären Max, der Stellvertreter, ein Witzerzähler, den die Agentur geschickt hat, der Angstmachermeister Flügel, ein holländischer Komiker und ein Witzproduzent. Sie alle äußern sich beherzt zum Thema Angst im Allgemeinen oder auch in Deutschland im Speziellen. Ein Programm für Kellerkabaretts, in dem man das Saallicht herunterdimmen kann.

    Mundartkabarett von der Pfälzer Art machen Bernhard Weller und Götz Valter alias Spitz & Stumpf. Mit einiger Mühe hört man sich in diesen Dialekt hinein, aber was man versteht, macht Freude. Natürlich werden zumeist die eigenen Landsleute mit ihren Eigenheiten auf die Schippe genommen, aber auch Landesfremde wie Schwaben oder Saarländer bekommen zur Freude der Zuschauer ihr Fett weg. Durch erfrischende Spielfreude und Elemente des Volkstheaters überzeugen die beiden seit Jahren ihr (überwiegend einheimisches) Publikum mit Sketchen und Liedern. Eugen Stumpf, Winzer, Weinliebhaber und Hobbybiologe, und sein Freund und Helfer, der Ex-BASF-ler Eugen Stumpf, haben es Oigebrockt – ausgelöffelt (Spitz & Stumpf Tel. 0 63 21-3 34 99 / Best-Nr.: 5900.011; 22 Tracks, 77:14 Min., live).

    Schau einfach nicht hin (Roof Music RD 2633259 / Indigo 65132; 20 Tracks, 47:21 Min., live) rät uns Marius Jung. Ja, warum eigentlich nicht? Der junge Mann sieht doch gut aus – aber er ist farbig, wie das in deutschen Landen, in denen die US-Army stationiert war, eben gelegentlich so vorkam. Aber hinhören sollen wir wohl. Der gute Mann singt nämlich (begleitet von Till Kersting) Hits der Sixties, Bossa Nova und andere Schmankerl im Original und, schlimmer noch: in der deutschen Übersetzung. Dazwischen philosophiert er ein wenig vor sich hin und so nimmt ein netter Abend seinen freundlichen Verlauf. Übrigens: Herr Lienenlüke (s. o.) hat auch hier einiges getextet.

    Für Rolf Miller besteht eigentlich gar Kein Grund zur Veranlassung (WortArt 73080 / ISBN 3-7857-3080-2; 20 Tracks, 52:19 Min., live), aber das hindert ihn nicht im Mindesten, ganz im Gegenteil! Er schwadroniert erbarmungslos drauflos, kein Satz wird zu Ende gesprochen, bevor er endet, hat er sich schon in den nächsten gestottert. Keine feststehende Redewendung ist korrekt, sie wird konsequent mit einer anderen vermanscht. So entstehen besondere Weisheiten, wie: „Probleme in der Beziehung können sich auch aufs Privatleben aufwirken“, oder „ Krieg ist friedlich nicht lösbar“. Stolpernd geht es durch die Sätze und Themen: vom Umweltschutz bis zur Kindererziehung, vom Sex bis zur Politik und von den Kumpels bis zur Esoterik. So entstehen verdrehte Ansichten und alles wird bis zur Unkenntlichkeit geklärt. Wunderbares Geschwafel aus dem Odenwald, das den Verstand bis zur endgültigen Klarheit vernebelt.

    Seit fast 10 Jahren ziehen in Berlin (oder auf Tournee) Bov Bjerg, Horst Evers und Manfred Maurenbrecher ihr Mittwochsfazit. Die Einrichtung der Lesebühnen ist eine der herausragenden kulturellen Errungenschaften in der Hauptstadt und wird viel zu wenig gewürdigt. Geschichten, Gedichte, Lieder oder Sketche – ein buntes, oft spontanes Programm erwartet den Zuschauer. Horst Evers erzählt z. B., wie freundlich in Düsseldorf die schönen Frauen zu ihm waren (was sie doch sonst bei ihm nie sind), bis er dessen überdrüssig war und sich wieder nach dem rauen Charme der Berliner sehnte. Manfred Maurenbrecher besingt das wilde Niedersachsen. Und wenn sie am Schluss gemeinsam die langen Gespräche der vor sich hin gammelnden Lebensmittel im Kühlschrank eines männlichen Singles wiedergeben, dann treffen sich Freude und Tiefsinn zu einer ganz eigenen Melange. Geile Teile (Silberblick-Musik Tel. 44 03 25 51; 16 Tracks, 74:63 Min.) werden von den dreien angeboten auf ihrem Weg in die Schokoladenvorstadt.

    Da auf den Lesebühnen auch gesungen wird, lag es nahe, mal eine ganze Scheibe nur mit Liedern zu veröffentlichen. Liedersacher (www.liedersacher.de; 16 Tracks, 53:40 Min.) vereinigt verschiedene Künstler (u. a. Maurenbrecher, Ahne, Konrad Endler, Heiko Werning), die mit denPferden (einem Produzenten- und Musikerteam) kooperieren, zu einem bemerkenswerten Projekt. So sind sehr unterschiedliche deutsche Chansons entstanden, die zwischen lyrischem Anspruch und leicht dahin geschrieben pendeln. Diese Art Singe-Abend beginnt sich gerade als neue Veranstaltungsreihe in der Lesebühnenszene zu etablieren.

    Die Rabenverse und Wi(e)derlieder (duo-phon-records 07173; 15 Tracks, 72:00 Min., live, Infos) stehen in einer langen Tradition, mit der der Aufbau-Verlag neue Autoren in der DDR vorstellte. Daran anknüpfend trafen sich zur Leipziger Buchmesse 2005 Richard Pietrass, Michael Wüstefeld, Róza Domascyna, Wilhelm Bartsch und Barbara Thalheim mit ihrer Band zu einem Leseabend. Der ruhige Fluss eines Lyrikabends hat ja seinen ganz eigenen Reiz. Wann hört man schon mal einer sorbischen Dichterin zu? Manch einer weiß bislang vielleicht auch gar nicht, was sorbisch ist? Entdeckungen sind auf dieser CD also möglich. Entdeckungen der Poesie, der Ruhe, neue Namen, neue Gedanken.

    Seit 1983 erstellt eine unabhängige Jury die Liederbestenliste für kritische und anspruchsvolle deutschsprachige Lieder und einmal jährlich kürt sie einen Preisträger. Zum Liederbestenfest 2005 in Dresden wurde eine CD vorgestellt, auf der fast alle Preisträger mit schönen, stimmungsvollen und abwechslungsreichen Live-Aufnahmen vertreten sind, wie z. B. Ringsgwandl, Wecker, Gundermann, Wenzel, Degenhardt, Mey oder Maurenbrecher. Ein Liederfest (Conträr Musik 46; 14 Tracks, 77:57 Min., Infos), bei dem sich vieles um Deutschland dreht, um die Vereinigung, auch gegen Neonazis richtet, eben Nachdenkliches über die Zukunft und die Vergangenheit des Landes.

    Ein ganz außergewöhnliches Konzert fand am 11.12.2004 im Theaterhaus Stuttgart statt: Anlässlich des 30. Bühnenjubiläums des Ex-Zupfgeigenhansels Erich Schmeckenbecher kamen ohne Gage Freunde und Kollegen zusammen, um weit über vier Stunden lang miteinander zu feiern. Wecker, Wader, Klaus Lage, Barbara Thalheim, Wenzel, Mensching, Lydie Auvray, Peter Maiwald, Peter Grohmann, Black, Bömmes, Liederjan, Bernies Autobahnband und viele mehr waren mit Glückwünschen, Gedichten und Liedern vertreten. Pit Klein führte durch den Abend. Der Mitschnitt Leben ist Posie (Polk Musikverlag / Conträr; 4 CDs, zusammen 42 Tracks, 3:42:44 Std., ausführliche Infos) ist eine ebenfalls außergewöhnlich liebevoll gemachte Produktion. Ein aufwändiges Booklet und ein fester Einband geben dem ganzen einen Buchcharakter. Ein kleines, aber feines Buch zum reinhören, genießen, sich erinnern, neu oder wieder entdecken und zum mitsingen.

    Ein anderes Jubiläum wurde auch mit großem Aufwand begangen: die may (Bear Family BCD 16064 IL / ISBN 3-89916-155-6; 8 CDs (10:34:46 Std.)+ 1 DVD (62 Min.), sehr umfangreiches Buch, 172 S.) wurde 80! Aus diesem Anlass ehrt man die Schauspielerin Gisela May, die als Brecht-Interpretin Weltruhm erlangte, (leicht verspätet) für ihr Lebenswerk mit einer umfangreichen musikalischen Werkschau. Sie wurde als Sängerin 1957 von Hanns Eisler entdeckt, mit dem sie in den folgenden Jahren eng zusammenarbeitete. Aber auch Paul Dessau, der zweite große Brecht-Komponist, hat für sie gearbeitet, und die Lieder von Kurt Weill sind selbstverständlich ebenfalls in ihrem Repertoire. Mit ihrer präzisen Darstellung, die aus einer inneren Haltung zu diesen Liedern resultierte, eroberte sie sich ein Publikum in aller Welt. Neben Brecht hat sie auch Kästner und Tucholsky gesungen, Heine und Becher, Brel und Musicals. Die CD-Box versammelt Lieder und Gedichte unterschiedlichster Genres in bekannten Aufnahmen und Erstveröffentlichungen. Diese werden ergänzt um ein informatives und liebevoll gearbeitetes Buch mit Texten und Bildern der Künstlerin. Die Akademie der Künste unterstützte die vom Kabarettautor und Journalisten Volker Kühn betreute Veröffentlichung dieser opulenten Sammlung.

    Eine junge Gisela May ist auch in dem Satirefilmchen „Das große Abenteuer“ zu sehen, das in der Reihe „Das Stacheltier“ ausgestrahlt wurde. Von 1953 bis 1955 wurden in der DDR Kurzfilme produziert, die sich kritisch und satirisch mit Missständen im Land auseinander setzten. Versorgungsengpässe, Bürokraten, unfreundliche Dienstleister wurden auf die Schippe genommen, aber auch der Klassenfeind geriet ins Visier der Filmemacher. Heute wirkt Die Stacheltierparade (Icestorm 19266 / 21 Filme, 143 Min.) nur noch vergnüglich, nicht zuletzt angesichts der vielen bekannten Schauspieler, die in den kleinen Streifen mitwirken. Ein satirisches bisschen Ostalgie.

    Die letzte Mohikanerin (con anima CA 26555 / ISBN 3-931265-55-2; 22 Tracks, 78:22 Min.) wird von Ulrich Michael Heissig alias Irmgard Knef besungen. Die großen alten Diseusen sind längst tot, nur die erst spät entdeckte Schwester von Hildchen plagt sich noch auf der Bühne ab. Selbst die anderen verfemten Schwestern früherer Stars wie z. B. Clara Leander oder Annika Rökk sind verblichen, Zeit also für Irmgard, eigene Wege zu gehen. Sie wird immer selbstständiger: eigene Lieder, Parodien großer Hits, Sozialkritisches und Schrulliges bestimmen ihr Programm. Da die Rente knapp ist, werden wir uns noch auf einige Programme von Irmgard freuen dürfen.

    Aufgehört mit dem gemeinsamen Summen haben (vorläufig jedenfalls) Queen Bee. Ina Müller und Edda Schnittgard wandeln in Zukunft auf eigenen künstlerischen Pfaden. Über zehn Jahre haben die beiden Damen aus dem hohen Norden mit ihren Liedern das Publikum begeistert. Jetzt ist Schluss, doch als Abschiedstrost gibt es noch einmal eine neue CD: Abseits ist, wenn keiner pfeift (Roof Musik RD 2533258 / ISBN 3-938781-06-8; 17 Tracks, live + DVD 25 Min.), die um eine Video-CD ergänzt wird, damit man die beiden noch einmal sehen kann. Lieder aus eigener Feder, von Maurenbrecher, Lindenberg, Alexandra/Udo Jürgens u. a. ergeben die typische Mischung der Bienenköniginnen, voller Atmosphäre und Bodenständigkeit und weiter Welt. Auf dem Video sind die beiden Damen auf und hinter der Bühne zu besehen, bei Proben, in der Garderobe und beim Schwatz. Goodbye, kommt ruhig mal wieder – wir werden euch vermissen.

    Ausgesprochen und Unausgesprochen (105music; 15 Tracks, 50:03 Min.) ist es so: Annett Louisan hat nach ihrem sensationellen Debütalbum Bohème auch mit ihrem zweiten Album die hohen Erwartungen nicht enttäuscht. Musikalisch ist sie abwechslungsreicher geworden (Tango, Walzer, Samba, Chanson) und die Texte (mit Frank Ramond) sind wieder ebenso glaubwürdig wie intelligent und pfiffig. Die Geschichten, die sie erzählt, wirken deshalb so authentisch, weil sie die Widersprüche im Kopf und im Leben nicht unterschlägt. Mit ihrer Erscheinung, halb Kindfrau / halb Vamp, vermag sie den Liedern eine zusätzliche pikante Note zu verleihen. Leise, kluge Lieder, die einem erotisch die Ohren streicheln.

    Die Country-Sängerin Ursula West ist schon wieder so bezaubernd und weiblich, dass sie nur ein Mann sein kann. Christoph Marti alias Ursli Pfister demonstriert mit seiner neuesten Kunstfigur seine Vielseitigkeit und Wandelbarkeit. Er beherrscht eben viele Stile und alles, was in den Kitsch hineingeht, besonders gut. Da bietet sich die Country-Musik geradezu an, und Songs von Dolly Parton dürfen dann nicht fehlen. A legend in my time (Traumton Records 4485; 22 Tracks, 67:49 Min.) heißt der Schmachtfetzen, für den Johannes Roloff die Arrangements erarbeitet hat. Für den gemütlichen Abend gerade recht.

    Gudrun Walther und Jürgen Treyz haben sich etwas getraut: sie haben sich alte, deutsche Volkslieder vorgenommen und ihnen neues Leben eingehaucht. Gudrun Walther hat eine klare, helle Stimme und mit den frischen Arrangements (auf traditionellen und modernen Instrumenten) erhalten die Lieder und Melodien den neuen Klang von Folkchansons. Diese zwei Königskinder sind jetzt nichts für das Mittelalterstadtfest, ihnen blüht so schön der Maien auf der Kleinkunstbühne. Alte Lieder – neu gehört, mal etwas anderes: Deitsch (Artes Records Tel. 0 71 58-93 19 11 / rough trade; 14 Tracks, 55:49 Min., Texte).

    Mannheim??? Ja, Mannheim Mannem Monnem (Kulturnetz Mannheim Tel. 06 21-122 48 87; 16 Tracks, 65:37 Min., Infos), ganz wie Sie wollen, diese Stadt an Rhein und Neckar in der Kurpfalz, davon haben Sie doch bestimmt schon einmal gehört, oder?! Na, dann können Sie aber was zu hören bekommen von den Söhnen Mannheims und auch von ihren Töchtern oder Ziehtöchtern wie Joy Flemming, Joana oder Silke Haug. Die sind nämlich mit anderen Künstlern auf dieser CD vertreten und besingen ihre Stadt. Wer’s kennt, dem muss man ja nichts erklären, die anderen werden nicht alles von dem Geschwätz verstehen – aber es ist eine schöne Produktion geworden (die man auch verschenken kann!).

    Zum Schluss noch eine Frage: Haben Sie (kleine) Kinder? Oder Enkel? Dann wird Ihnen die folgende CD wie gerufen kommen: Wenzel singt Maschas Kinderlieder (Conträr 6093-2 / ISBN 3-932219-60-0; 28 Tracks, 47: 26 Min., Texte). Darin finden Sie alle die Kinderlieder, die Sie natürlich kennen, aber nicht mehr richtig können. Denn diese liebevoll ausgestattete Produktion hat ein Booklet, in dem sich alle Texte finden, damit Sie textsicher mitsingen können. Mascha hat die Lieder selber ausgesucht und ihrem Vater zur Aufnahme vorgegeben, manchmal hört man sie auch im Hintergrund. Kinderlieder pur, Sie werden sehen und hören, dass Sie sich dem Charme dieser alten Lieder nicht entziehen können! Ade nun zur guten Nacht!

     

    2006-03-15 | Nr. 50 |