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    Zuviel Sex ist gar nicht gesund !

    Jan Christof Scheibe war lange Zeit der Bühnenpartner und Autor von Sissi Perlinger, Arrangeur der Liederabende von Dominique Horwitz, hat u. a. Lieder für die Missfits geschrieben und mit Esther Schweins zusammengearbeitet. Nun hat er endlich auch eine furiose Soloshow auf die Beine gestellt: „Zuviel Sex ist gar nicht gesund“!

    Trottoir: Lieber ... „Scheibe“, wie kommt man um Gottes Willen zu so einem Namen?

    Scheibe: Es ist mein Nachname, der irgendwann zum Vornamen mutiert ist, weil die Mitmenschen zu faul waren, um „Jan Christof“ zu sagen.

    Trottoir: Also die korrekte Anrede ist ...?

    Scheibe: „Scheibe“ und „Du“ ! So wie die Kassiererinnen an der Supermarktkasse: „Du, Frau Müller, ...“

    Trottoir: Gut, lieber Scheibe, du spielst ja seit geraumer Zeit in Hamburg eine Show mit dem skurrilen Titel „Zuviel Sex ist gar nicht gesund“. Was darf man sich darunter vorstellen?

    Scheibe: Wir leben in einer Zeit, in der jede Menge Singles sich in Selbstmitleid ertränken, und sich mit den Tränenflecken ihre schöne Ledergarnitur versauen. Und zwar nur, weil ihnen von den Medien suggeriert wird, dass alle anderen angeblich regelmäßig den spannendsten und tollsten Sex haben.

    „Zuviel Sex ist gar nicht gesund“ will den Menschen frohe Kunde bringen: Beruhigt euch, Leute, niemand hat Sex! Das ist alles nur eine böse Pressekampagne, um uns das Gefühl zu geben, wir gehörten nicht dazu. Damit wir daraufhin mit Frusteinkäufen die Wirtschaft ankurbeln.

    Trottoir: Also ist dein Programm ausschließlich für Singles?

    Scheibe: Aber nein! Beziehungen sind ein Riesenthema in meiner Show. Allein schon deshalb, weil sich alle einreden, Partnerschaften seien eine lebbare Alternative zum Alleinsein. Das Gegenteil ist der Fall!

    Trottoir: Deine Lieder haben Titel wie „Ich steh auf Zicken“ oder „Monika für immer, oder Ute ab und zu?“...

    Scheibe: Die Erde kreist nicht um die Sonne, sondern um die Frau! Ich verstehe sie nicht, aber ich verehre sie. Ein Mysterium, dem ich wohl mein Leben lang erfolglos, aber begeistert, hinterhertraben werde.

    Trottoir: Wie sieht denn das typische „Scheibe“-Publikum aus?

    Scheibe: Ein hoher Prozentsatz ist tatsächlich Frauen. Die schätzen den ironischen Umgang mit dem Thema. Und mögen schöne Lieder. Beim nächsten Mal kommen die wieder, und bringen ihre ganze Clique mit. Manchmal sogar ihren Freund! Ich liebe es, mir ein Publikum zu erspielen. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass selbst in Gegenden, wo ich noch nie aufgetreten bin, viele Menschen aus reiner Neugier in die Show kommen. Das mag am provokanten Namen des Programms liegen, aber definitiv auch am Plakat.

    Trottoir: In der Tat ein augenfälliges Motiv. Wie war denn die Fotosession?

    Scheibe: Sehen Sie? Da geht wieder die Fantasie mit Ihnen durch. Davon rede ich. Wir sind alle völlig angesext!

    Trottoir: Okay, Entschuldigung, anderes Thema. Die „Lonely-Heart-Combo“ist wirklich lonely?

    Scheibe: Sicher. Ab und zu muss ich mal ein paar Musiker austauschen, wenn ich feststelle, dass die auf einmal eine Freundin haben. So geht das natürlich nicht! Ich will ja nicht mit den Emotionen meines Publikums spielen.

    Trottoir: Du bist mit Sissi Perlinger über 10 Jahre lang durch Deutschland getourt. Was hat dir das gebracht?

    Scheibe: Eine Leopardenmusterallergie. Nein, Sissi ist – im besten Sinne des Wortes – eine Rampensau. Wer neben ihr auf der Bühne bestehen will, muss sich richtig Mühe geben. Sie war ein richtig toller Sparringspartner.

    Trottoir: Haben eure Shows denn Ähnlichkeiten?

    Scheibe: Ich habe deutlich weniger Kostümwechsel! Dafür gibt es bei mir mehr Live-Musik.

    Das ist mir sehr wichtig! Man kann mit einer Ballade schön die Mädels anschmachten, und im nächsten Moment geht voll die Post ab. Musik ist für mich Spontaneität. Deswegen gibt es in meiner Show das „Wunschkonzert“.

    Trottoir: Das ist sicherlich ein Teil des Programms, der vielen Zuschauern besonders im Gedächtnis bleibt. Du erfüllst Liederwünsche auf Zuruf, erfindest neue Texte dazu und tauschst Interpreten und Stilrichtungen aus. Ist das wirklich alles improvisiert?

    Scheibe: Das wissen alle, die die Show mehrfach gesehen haben. Freiheit und Improvisation sind für mich das A und O auf der Bühne. Sonst könnte ich genauso als Straßenbahnschaffner arbeiten. Ich möchte immer die Möglichkeit haben, etwas Neues spontan entstehen zu lassen. Wie beim Wunschkonzert.

    Wer nicht glaubt, dass es improvisiert ist, muss einfach beim nächsten Mal wiederkommen, und einen eigenen Wunsch in den Raum rufen.

    Infos und Downloads unter www.scheibe.de

    Kontakt über MPR, Martina Wisotzky, 05 61-2 69 55

    2005-06-15 | Nr. 47 |