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  • Themen-Fokus :: Variete

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    Traumhaft

     

    ... ging es im Apollo Varieté, Düsseldorf, zu. Der belgische Komiker Jan van Dyke übernahm den roten Faden auf der Bühne und veranstaltete dort mit seinem Partner Frankie Boy immer ein mittleres Chaos, die Lacher auf seiner Seite wissend. Die Veres Dance Companie verband poetische und freche Tanzelemente in ihrer Choreografie und ebnete damit den Artisten einen roten Teppich. Wie Blitz und Donner in Windeseile bewegte Aleko (Oleg Fenchuk) Marcelini & Oskarvon der Kiewer Artistenschule sein überdimensionales Würfelgerüst mit Stopp- und Balanceeffekten. Die Geschichte des Phoenix, der aus dem Feuer erwacht und in der Glut wieder vergeht, erzählte Olena Yakymenko in ihrem Flug am Luftring. Die Novruzov Brothers (Oktay & Telman Novruzov) wirbelten mit einer exzentrischen und kraftgeladen Hand-in-Hand-Akrobatik, gepaart mit witzigen Tanzeinlagen, über die Bühne und präsentierten auf einem Schlapp-Seil zu Mozartklängen Spagat und Späße zum Schlapp-Lachen. Bälle in Höchstgeschwindigkeit ließ Fernando Miguel in seiner Jonglage tanzen und zu Figurationen des Augenblicks werden. Handstandequilibristik vom Feinsten war das Handwerk von Maxim Bondarenko, der sich scheinbar mühelos an zwei Stäben auf- und niedergleiten ließ und dabei federleicht seinen Körper zu Skulpturen verbog. Der Pierrot Evgenij Pimonenko, Absolvent der Kiewer Circusschule, zelebrierte eine traumhafte Jonglage mit neuen Ringen und entführte in die fast vergessene Welt des traurigen Clowns. Das Trio Mysteré verband hingegen erstklassige Kontorsion mit anmutiger Akrobatik und schuf damit immer wieder neue Körperbilder. Zum Grande Finale verabschiedeten sich nochmals alle Künstler mit tänzerischen Einlagen vom Publikum.

    „Mentalitäten, bzw. die Verführung der Sinne“ kündigte das Varieté et cetera in Bochum an. Aaron, Mentalzauberer und Hypnotiseur, verblüffte mit seinen „geistigen“ Fähigkeiten und entführte das Publikum auf angenehme Art und Weise in die Welt der Hypnose, z. B. mit dem Luftorchesterspiel und anderen Sinneseindrücken. Das Duo Serjo bot eine außergewöhnliche Partnerakrobatik, in der es kraftgeladen Hand in Hand ging. Lena Köhn ließ ihre Diabolos nicht nur kreisen, sondern fing sie wurftechnisch immer wieder mit Bravour in der Luft ein. Einen wackeligen Turm aus Rollen, Brettern und kleinen Fernsehern baute sich Tino Ferreira, um in seiner Rola-Rola-Darbietung kunsttechnisch die Balance zu zelebrieren. Elfengleich tanzte Elizabeth Williams am Vertikaltuch mit Spagat, Fallern und Hängen, ließ mit ihrem Körper immer wieder neue Bilder entstehen. Chinesische Kampfkunst mit den  Kung-Fu Masters gepaart mit akrobatischem Können verschmolzen bei Ghana und Xu Fei zu einem kraftgeladenen Akt, in dem Eisenstagen verbogen und waghalsige Sprünge durch brennende Messerreifen gezeigt wurden. Zum Finale präsentierten sich alle Künstler nochmals dem Publikum.

    „Sonido – eine Reise durch die Welt der Kulturen“ präsentierte das GOP Varieté in Münster. Finn Martin erwies sich als Multi-Instrumentalist, der mit seiner Musik, die sich zwischen melodiösem Jazz, dezentem Pop und eingängigen orientalischen Modulationen bewegte, und als Solist das Publikum in seinen Bann zog. Der gambische Cora-Spieler Aziz Kuoyate verzauberte mit Liedern, Gedichten und Musik auf seinem afrikanischen Saiteninstrument und verschiedenen Trommeln. Gemeinsam führten die beiden Künstler durch die Show. Die beiden Artisten vom Duo Dinh Anh arbeiten seit ihrer Ausbildung an den Zirkusschulen in Hanoi (Vietnam) und Châlon-en-Champagne (Frankreich) zusammen. Perfekte Partnerakrobatik, mit asiatischem Charme und kraftgeladenen Elementen gepaart, zeichnete diese Darbietung aus. Imagine That (Slava Vonyatytski &Alexey Menshchikov) inszenierte in fantasievollen Kostümen ein geheimnisvolles Theaterspiel aus Pantomime und Artistik. Slava begeisterte zudem mit einer beeindruckenden Solonummer, in der er einen überdimensionalen Kubus zu einem schwebenden und rotierenden Kunstwerk werden lässt.

    Während ihrer artistischen Ausbildung im Circus Space in London hat Petra Lange ihren ganz eigenen, expressiven Stil am Vertikalseil entwickelt. Mit kraftvoller Eleganz schraubte sich die Luftakrobatin durch Knoten und Schlaufen und fiel endlos tief, um sich kurz vor dem Boden selbst wieder aufzufangen. Die rasante Balljonglage von Pavel Roujilo heißt „Dangerous Minds“ – gefährliche Gedanken. Erst drei, dann vier, fünf und immer mehr Bälle kreisten und sprangen wie unzähmbare Gedanken um ihn herum und doch hatte er sie fest im Griff. Der fünffache französische Meister im Kunstradfahren, Serge Huercio, drehte seine Runden auf der Bühne. Natürlich nicht einfach im Sattel sitzend, sondern verschmitzt lächelnd turnte er auf seinem Vehikel und durch dessen Rahmen hindurch, fuhr vorwärts und rückwärts, stehend und liegend! Ernesto Terri tanzte in ausgefeilter Choreografie auf dem Drahtseil. Der Spaßvogel und Hochleistungsakrobat zog meisterhaft alle Register des Seiltanzes. Gemeinsam mit seiner Frau Cynthia Fattori zeigte er zudem eine Tanzchoreografie, die zu Herzen ging. Anthony Venisse, ein moderner Clown mit einer riesigen Portion Charme und Können, steckte voller Tatendrang und Hilfsbereitschaft. Seine tollpatschige und kindlich-naive Art machte ihn liebenswürdig und zog die Zuschauer in seine sonderbare Welt voller Fantasie und burleskem Humor. Zum großen Finale hieß es dann Abschied nehmen von allen Künstlern.

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero

    AdNr:1071   

    2008-03-15 | Nr. 58 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero