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    Über 1,5 Millionen Menschen feierten das Mauerfalljubiläum

    Berlin feierte 20 Jahre Mauerfall und die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands mit einem furiosen Open-Air-Theaterspektakel der spielzeit’europa Berliner Festspiele. Vier Tage vom 1. bis 4. Oktober 2009 fand in Berlin zum Jubiläum das Theaterspektakel „LE RENDEZ-VOUS DE BERLIN – DAS WIEDERSEHEN VON BERLIN“ statt. Die legendäre, französische Straßentheater-Compagnie Royal de Luxe verwandelte die Berliner Innenstadt in eine große Theaterbühne. Mit dem Großen Riesen und der Kleinen Riesin erzählte sie ein poetisches Märchen vom Wiederfinden nach langer Trennung und erinnerte an das geteilte Berlin und die friedliche Revolution von 1989. „Ich bin glücklich, dass wir es geschafft haben, mit den Riesen die Herzen der Menschen zu erobern. Vier Tage lang war Berlin im Ausnahmezustand.“ (Brigitte Fürle, Künstlerische Leiterin spielzeit’europa)

    Fool PoolWeit über 1,5 Millionen Berliner und Berlin-Touristen begleiteten die beiden Giganten auf ihrem Weg durch die Innenstadt und teilten ihre Wiedersehensfreude am Brandenburger Tor. Über 80 Millionen Zuschauer verfolgten das Spektakel an den Fernsehbildschirmen.

    Auch Joachim Sartorius, Intendant der Berliner Festspiele, auf deren Einladung hin Royal de Luxe mit den Riesen nach Berlin reiste, zog eine positive Bilanz: „Es ist uns gelungen, ein großes Theaterfest für Berlin zu geben und an das Fest von 1989 mit künstlerischen und poetischen Mitteln zu erinnern. Die lange Vorbereitungszeit, das Überspringen von tausend Hürden – all das hat sich gelohnt.“

    Ein weiterer Höhepunkt fand am 09. November statt. Als am 9. November 1989 Günther Schabowski um 18:57 vor laufenden Kameras verlas, dass ab sofort die Privatreise von DDR Bürgern in das Ausland ohne Reiseanträge möglich sei, machten sich tausende Menschen spontan auf den Weg zu den Grenzübergängen. Die unvorbereiteten Grenzsoldaten öffneten die Übergänge, zunächst kontrolliert, dann – ob des Andrangs – unkontrolliert. Dass es hierbei friedlich zuging, glich einem Wunder. Und man sprach nicht nur davon, man war sich sicher, dass Engel gewacht haben müssen. 20 Jahre später erinnerte sich die Welt. Rund um den Globus gilt der Fall der Berliner Mauer als Beispiel für ein friedliches Miteinander der Menschen. Und die Engel sind zurückgekehrt.

    Zwischen dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz hatten sich acht Engel auf Dächern niedergelassen. Mit ihren riesigen Flügeln verweilten sie und beobachteten die Szenerie.

    Jeder von ihnen verkörperte eine Geschichte, die einmal tatsächlich stattfand: Ein 81-jähriger Rentner, der gemeinsam mit seinen alten Freunden einen Tunnel in den Westen grub um zu fliehen. Ein Hochzeitspaar im Westen, das sich an der Mauer zeigte, damit die Eltern, Verwandte und Freunde im Osten am Hochzeitsfest teilhaben konnten. Ein Mann, der seine Geliebte aus dem Osten mit unzähligen Fluchtversuchen herüber zu holen suchte...All diese Figuren haben den Mauerfall nicht mehr erlebt und kehren nun zurück, um ein ungeteiltes Berlin 20 Jahre später erstmals zu betrachten.

    Das Publikum reagierte verzaubert und gerührt, erinnerte und wünschte sich, dass die Engel an vielen Orten  zu gegen sein mögen, wo Mauern die Menschen trennen.

    Inszeniert wurde die Installation vom Theater Anu, welches sich mit poetischen Theaterformen im Öffentlichen Raum beschäftigt und dabei die Grenzen zwischen Zuschauer und Bühne auflöst.

    Bartel Meyer als zweiter kreativer Kopf der „Engel über Berlin“ spielt und reist seit 1996 mit seinen lebenden Statuen quer durch alle Kulturkreise. Bei ihm steht der Zuschauer im Mittelpunkt: Installation, Objekt, Kostüm und Handlung sollen den Betrachter inspirieren, eine „eigene Geschichte" zu erleben.

    Alle Geschichten, Hintergrund, Fotos und weitere Informationen: www.engelueberberlin.de

    AdNr:1018

     

    2009-12-15 | Nr. 65 |