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    Kritik : Rolf Kuhl: „BVG – Bin vorsichtshalber jeloofen“ ...

    ... im Heimathafen Neukölln

    Wer allergisch auf Mitmachkabarett reagiert, wird ein Programm von Rolf Kuhl nicht unbeschadet überstehen. Mit etwas Glück reibt sich nur ein ausgewachsener Mann in räudigem Bärenkostüm an einem. Wer Pech hat, könnte Gefahr laufen, von dem Bären zum Cancan- und Sambatanzen vor versammelter Zuschauerschaft genötigt zu werden. Und das alles in den ersten fünf Minuten. Der Rest des Publikums atmet auf, als ihm der Bär lediglich Rumbarasseln und Schellenkränze aus dem 1-Euro-Shop um die Ecke zuwirft, mit denen es bis zum Ende der Nummer rasseln soll. Dann nämlich, wenn der Bär sich mit überraschend geschmeidigem Schwung aus seinem Pelz zu schälen beginnt und in einen Uniformierten der Berliner Verkehrsbetriebe verwandelt. Der Bär heißt Rolf Kuhl, sein Programm „BVG – bin vorsichtshalber jeloofen“, und das Ganze lässt die Kritikerin leicht ratlos zurück.

    Rolf Kuhl, Anfang fünfzig und von durchschnittlichem Äußeren, hat 2002 mit dem Kabarett angefangen. Nach eigenen Aussagen ist dies für den Lehrer ein Hobby wie für andere das Briefmarkensammeln. Inzwischen hat er es damit zu Soloprogrammen, Kurzauftritten im Quatsch Comedy Club und auf Star Search bei Sat1, sowie zu einer gelegentlichen Moderatorentätigkeit in der Berliner „Scheinbar“ gebracht. Daneben hat Kuhl auch ein ernsthaftes – französischsprachiges – Theaterstück über Hanna Ahrendt entwickelt. Und nun präsentiert er sein BVG-Programm als „Best of“.

    Darin sind gelungen skurrile Nummern wie das „Bürstophon“, bei dem Kuhl zum rhythmischen Berserker am Bügelbrett wird. Aber auch unfassbar schlechte Primitivpointen (Bereiche: Frauen, Araber, Schwaben), die nach einer Viertelstunde den ersten Gast in die Flucht schlagen.

    Rolf Kuhl schont weder sich selbst noch sein Material. Und schon gar nicht seine Zuschauer. Um sein Programm vollumfänglich zu genießen, muss man nicht völlig schmerzfrei sein, aber es hilft. Die anderen Gäste amüsieren sich jedenfalls wie Bolle.

    Redaktion: Susann Sitzler  

    2009-06-15 | Nr. 63 | Weitere Artikel von: Susann Sitzler