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    Neues aus der Metrorapid-Bauzone


    Tja, wir haben es ja immer gewusst, die wahre Metropole Deutschlands liegt hier im Rhein-Ruhr-Gebiet. Das Beste daran ist, keiner weiß das, nicht mal die Bewohner und keiner merkt es. Aber wenn wir erst mal mit dem Metrorapid pfeilschnell durch diese Gegend schießen wird es uns schon dämmern, was für Weltenbummler wir sind. Ich habe mir für diesen Artikel ein Vorbild an der zukünftigen Mobilität genommen und bewege mich von Recklinghausen bis nach Düsseldorf.

    Kontor für Kunst und KulturDas UnArt-Festival (www.kulturinfo.de) in Recklinghausen geht in seine 11te Runde und dieses Mal tummelte es sich international auf der Bühne. So war z.B. das Duo Mikos zu Gast, Comedy aus Moskau, quasi die russischen Marx Brothers. Und das Simona Barbera Trio mit ihrem Programm "Sicilia!", alter sizilianischer Musik. Aus der Comedy- und Kabarettecke war vertreten Bülent Ceylan mit "Produzier mich net!" und Andrea Bongers, die "Prinzessin von Barmbeck". Außerdem ein Duo, das seit diesem Sommer auf deutschen Bühnen unterwegs ist: Müller / Huber. Der eine ist ehemaliges Ensemblemitglied des Düsseldorfer Kom(m)ödchens. Der andere mehrfach preisgekrönter Kleinkunstdarsteller (u.a. Deutscher Kleinkunstpreis, Prix Pantheon) und aktiver Posten der Gruppe Ars Vitalis. Zu zweit bieten sie Skurrilitäten in einer neuen Dimension als Theaterkabarett, wenn es so etwas gibt. Denn hier vermählen sich Nähmaschine und Regenschirm, Liebeswut und Kunstverstand, Blas- und Bluesmusik. Der galante Pedant und die nörgelnde Dampfmaschine ("les deux sensibles") schaffen aufregende Irritationen mit bleibendem Erinnerungswert. Ihr Motto: Jeder Mensch hat ein Brett vorm Kopf, es kommt nur auf die Entfernung an.

    Sie sind auch in Programm des Düsseldorfer Kom(m)ödchens zu finden, das außerdem eine neue Nachwuchsreihe gestartet hat. Unterstützung für dieses Wagnis finden die Macher in einer Rauchwarenfirma und so heißt das ganze "Kom(m)ödchen Rauchzeichen". Damit sollen junge aufstrebende Kabarettisten gefördert werden und Zugang zu einem Spielort und seinem Publikum finden, den sie sonst erst viel später bespielen würden. An einem Abend präsentieren sich jeweils zwei Künstler, die noch nie in Düsseldorf waren, aber am Beginn einer möglichen ganz großen Karriere stehen. Im Januar waren das z.B. Kai Magnus Sting und K.W. Timm.

    Eine Frau, die es schon geschafft hat, spielt ebenfalls im Kom(m)ödchen: Tina Teubner. Sie präsentiert dort Ende Januar ihr neues Programm, das sich sicherlich leicht in die sehr erfolgreichen Vorgänger "Nachtwut" und "Ich" einreihen wird.

    Ich bleibe in Düsseldorf und zwar in einer der Brauereikneipen in der Altstadt, im "Uerige". Dort macht seit einiger Zeit schon der Kabarettist Frank Küster "Reinen Tisch", einen Monatsrückblick, den er dort mit einer kleinen musikalischen Begleitcombo einmal im Monat vor ausverkauftem Haus präsentiert. An diesen Abenden haben jeweils zwei Gastkünstler die Möglichkeit, sich vorzustellen, einmal in einem knappen "Open Spot" von ca. fünf Minuten und wenn man dort erfolgreich war, kann man vielleicht noch mal wiederkommen und sich im etwas längeren Gastteil präsentieren mit ca. 25 Minuten. Die ganze Veranstaltung bewegt sich auf einem guten Niveau und erreicht ein sehr gemischtes Stammpublikum. Empfehlenswert für Künstler wie Zuschauer.

    Der Talentwettbewerb im GOP-Varieté in Essen hat einen, bzw. drei Sieger gefunden. Die Berliner Studenten Jochen Hänsel, Jochen Pfeffer und Florian Müller-Reißmann konnten als "Take that out" mit ihren Jonglierkünsten überzeugen und dürfen dort in diesem Jahr in einer der Shows auftreten. Herzlichen Glückwunsch!

    Der Wettbewerb "Tegtmeiers Erben" steht wieder ins Haus und noch kann man sich bei den Herner Flottman-Hallen bewerben. Man sollte eine eigenständige und prägnante Figur, Type oder Persönlichkeit darstellen und Bühnenerfahrung haben. Die Bewerber sollten in NRW leben oder geboren sein und einen 10-15 minütigen Beitrag am Start haben. Wer sich dafür interessiert kann sich im Internet unter www.flottmann-hallen.de informieren und die genauen Modalitäten erfragen.

    In diesem März starten im Revier zwei neue Mix-Shows für Comedy: Das Duisburger "Parkhaus" hat als festen Termin den jeweils letzten Donnerstag im Monat gewählt, an dem jeweils 3 Künstler/innen auf der Bühne einen Parkplatz finden können.

    Der "Mulligans" Irish Pub in Dorsten platziert seine "Jokebox" an jedem vierten Sonntag im Monat. Auch hier wird nach dem bewährten Mix aus drei Künstler/innen verfahren. Zusammengestellt und moderiert werden beide Abende von Moses W. aus Essen, der hier mit dem "comedy carl" eine Mixshow-Institution geschaffen hat.

     

    Kurz kommentiert:

    Ludger K.

    Ein neues Gesicht, ein neuer Name: Ludger K., sein Programm: "Große Worte", das im Dezember in Duisburger Hundertmeister Premiere hatte. Er macht Comedy und erzählt Geschichten. In Zeiten der fernsehtauglichen 3-Minuten-Nummern scheint das gewagt, auf der Bühne ist es allemal ein Gewinn. Luder K. ist charmant, eitel, wortgewandt und - ein Kind der 80er. Adidas Schuhe, Herr Rossi und Fußballsammelbilder sind seine Sozialisations - Eckpfeiler und nun Stichwortgeber für seine Geschichten. Ludger K. ist definitiv Comedy und mehr.

    Hans Gerzlich

    Hans Gerzlich macht Kabarett. So steht es in seinem Info. Aber er gehört zu der neuen Generation von Kabarettisten, die sich an der Stand-up-Manier orientieren und eine Brücke schaffen zwischen dem schwerfälligen deutschen Kabarett und der leichtfüßigen gag-orientierten Comedy. Diese Mischung praktiziert er äußerst gelungen u.a. in einem seiner Fachgebiete: Wirtschaft. Er nimmt uns mit auf einen wilden Gedankenritt durch die Überlegungen zu unserer eigenen wirtschaftlichen Effizienz. Hin und wieder läßt er sich selbst aber auch sympathischen Klamauk durchgehen, der ein angemessenes Pendant zu sein ansonsten staubtrocknenen Humorattitüde ist.

    Redaktion: Wiebke Doktor

     
    AdNr:1047t 

    2003-03-15 | Nr. 38 | Weitere Artikel von: Wiebke Doktor