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  • Themen-Fokus :: Clown | Mime

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    Zeit der Träume


    Im Mime-Bereich gibt es derzeit eine ganze Reihe neuer Produktionen und Erfolge zu vermelden. Eine der schönsten Nachrichten ist sicher der Erfolg des Gestischen Theaters Berlin e. V., eines 15-köpfigen multikulturellen Pantomimen-Ensembles, dessen Mitglieder u. a. aus Tschechien, Italien, Griechenland, Deutschland und der Slowakei kommen. Das Gestische Theater Berlin wurde 1999 gegründet und ging aus dem Berliner Gehörlosen Bühnenclub hervor. Heute ist es ein gemeinnütziger, eingetragener Verein. Die Mitglieder des Theaters sind vorwiegend gehörlos oder hörgeschädigt. Auf dem 16. Internationalen Pantomimenfestival im tschechischen Brünn (Brno) gewann das Ensemble den ersten und zweiten Hauptpreis des Festivals sowie den Hauptpreis für die beste männliche Darstellung durch Joannis Bacharis. Ein Höhepunkt war auch die dreiwöchige Tournee durch Japan mit mehr als 6.000 Zuschauern.

    Harlekids ZirkuspädagogikZurzeit spielt die Gruppe wöchentlich in der Kulturbrauerei Berlin ihr neues Programm „Zeit der Träume“ im Wechsel mit „The best of“. Die nächsten Termine sind am 23.4., 29.5. und 18.6., Beginn jeweils 20.00 Uhr. Weitere Informationen unter www.gestisches-theater-berlin.de.

    Pablo Zibes

    ... hat zu unserer Freude eine sehr informative Website zum Thema Pantomime erarbeitet. Unter www.pantomimes-mimes.com findet man eine geballte Ladung Wissen zur Geschichte der stillen Kunst, außerdem eine Linksammlung zu internationalen Mime-Festivals, -Organisationen und -Schulen sowie zu ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern weltweit, von Bangladesh über Litauen bis nach Venezuela. Die Seite spricht eine internationale Leserschaft an, weshalb die zur Auswahl stehenden Sprachen Spanisch und Englisch sind. Über Pablo Zibes Arbeit als Pantomime gibt es auf seiner persönlichen Website mehr zu sehen.

    Rocco Menzel und Stefan Wabner, die Maschinen-Jungs von Metroccolis, spielen derzeit ihr Stück mit dem bezeichnenden Namen „Strom im Blut“. Es wäre ein Wunder, wenn sich die beiden technik-affinen Pantomimen nicht mit den neuen Medien beschäftigen würden: Mit großer Neugier erforschen und verfolgen sie die Trends der virtuellen Gesellschaft. Ihre Social-Media-Pantomime erobert Twitter, Facebook und Xing. Jüngst traten sie auf Berlins erster großer Twitterparty auf und gaben zudem eine Show vor dem Fachpublikum der Social Media Week. 2010 sind die beiden auf Festivals in Israel und Korea eingeladen, wo sie bei Auftritten in den Jahren 2008 und 2009 bereits einen guten Eindruck hinterlassen hatten. Ein kurzes Video von ihrer letztjährigen Performance in Korea gibt es unter www.vimeo.com/7710600 zu sehen. Die nächsten Auftritte sind vom 3. bis 4.4. in Ieper/Belgien auf dem De Gevleugelde Stad Promotion Festival, vom 13. bis 17.5. in Shefaram/Israel (Gastspiel beim Internationalen Pantomimefestival), vom 4. bis 6.6. in Großenhain, auf dem Erlebnisfest der Sinne, am 17.7. im Goslarer Kulturkraftwerk, vom 9. bis 12.9. in Incheon/Korea (Gastspiel beim Internationalen Clownmime Festival) und am 18.9. in Öhringen während der Langen Nacht der Kultur.

    Dox MaskentheaterDas TheatreFragile (Berlin) arbeitet an Maskentheaterproduktionen für den öffentlichen Raum, welche sich sozialpolitisch mit Themen unserer Gesellschaft auseinander setzen. „Ahoi!“ und „Wir treffen uns im Paradies“, die beiden ersten Produktionen der Compagnie, wurden auf zahlreichen Festivals in Deutschland und Europa gespielt. Luzie Ackers und Marianne Cornil, die künstlerischen Leiterinnen der Truppe, haben in der ETAGE, Berlin, eine Ausbildung zur Mime abgeschlossen. Seit mehreren Jahren konzentrieren sie ihre Recherche auf das Spiel mit Masken. Diese Spielform bietet den Darstellerinnen die Möglichkeit einer radikalen Verwandlung. Derzeit arbeitet die Compagnie an einer neuen Maskentheaterproduktion. Es handelt sich um eine mobile Inszenierung für den öffentlichen Raum, die das Alter thematisiert. Inspiriert durch die Poesie der Novelle „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway wird die Auseinandersetzung mit dem letzten Lebensabschnitt theatralisch umgesetzt. In einem Boot fährt der Fischer durch die Straßen, gezogen von einem Merlin. Der vielseitige Kampf des alten Fischers steht im Mittelpunkt des nonverbalen Geschehens. Eine Collage aus zeitgenössischer Musik, visuellem Maskentheater und Installation, die in Zusammenarbeit mit älteren Menschen entsteht. Die nächsten Auftrittstermine sind am 16. und 17. April im Theaterhaus Mitte Berlin, am 22. Mai mit der Premiere von „leben lang“ in Detmold, am 5. Juni mit „Wir treffen uns im Paradies“ in Aubagne (Frankreich) sowie mit der gleichen Produktion am 9. Juli in Memmingen und am 30. und 31. Juli in Palmela (Portugal).

    Pantomime Norman Ruch, dessen Buch „Körpersprache – Authentisch auftreten und überzeugend kommunizieren“ wir jüngst an dieser Stelle vorgestellt haben, war 2009 mehrere Male im Fernsehen zu sehen: ZDF und KI.KA zeigten Sendungen zum Thema „Hoppla, mein Körper spricht“. Nun hat er einen Vertrag mit dem Verlag „Managerseminare“ abgeschlossen: Es entsteht eine DVD, 30 Minuten lang, mit dem Titel „Körpersprache mit Köpfchen“. In diesem Film tritt Norman sowohl als Trainer als auch als Pantomime auf. Ebenso fungiert er als Regisseur für alle externen Schauspieler. Zur didacta 2010 in Köln wird die DVD vorgestellt. Vom 9. bis 11. April bietet Ruch in seinem Heimatort Ketsch (bei Mannheim) ein Seminar zum Thema Körpersprache an. Außerdem ist er auf der Freilichtbühne Mannheim mit dem Akkordeonspieler Laurent Leroi zu sehen, und zwar am 2. Juli um 19 Uhr. Das abendfüllende Programm heißt „Al dente“.

    Für Jomi (Michael Kreutzer) verspricht 2010 ein arbeitsreiches Jahr zu werden, obwohl es mit einem Rückschlag begann: Das geplante Pantomimefestival, das von Ende August bis Anfang September stattfinden sollte, musste leider verschoben werden. „Ein Festival, wie es mir vorschwebte, kann ich nicht allein aus eigenen Mitteln finanzieren“, so Jomi. „Ich bin auf Zuschüsse angewiesen. Leider fiel die Unterstützung nicht wie erhofft aus. Ich beabsichtige nun, das Festival im Frühjahr 2011 durchzuführen.“ Vom 12. bis 15. Mai wird Jomi in Hannover im circo fantastico auftreten, dem einzigen Zirkus Europas, der ausschließlich behinderte Artisten beschäftigt. Danach geht es mit der saarländischen Sängerin Ulrike Voltmer und ihrer Pianistin Sakiko Mohr nach Japan. „Mit den beiden Damen bin ich schon mehrmals aufgetreten“, erzählt Jomi. „Ich liebe die Musik. Es mag Sie verwundern, dass ein Gehörloser Musik mag. Auch wenn ich die Töne nicht hören kann, so fühle ich sie umso mehr. Es ist jedes Mal eine Herausforderung und eine große Freude in diesem kleinen Ensemble, bestehend aus einer Sängerin, einer Pianistin und einem gehörlosen Pantomimen, zu spielen.“ Ein weiterer Höhepunkt des Jahres wird die Russlandtournee sein. Im Dezember des letzten Jahres hatte Jomi zwei Auftritte in Moskau. Die Veranstalter und das Publikum waren von seinen Darbietungen so angetan, dass man ihm für die Zeit vom 28. August bis 27. September ein Engagement anbot, mit 17 Auftritten in 12 russischen Städten.

    Wer bei Jomi lernen möchte, sollte sich den Kurs an der Sommerakademie im saarländischen Blieskastel vormerken, wo er eine Woche lang täglich sechs Stunden lang unterrichten wird. Dieses Jahr findet der Workshop in der Zeit vom 5. bis 10. Juli statt. In seinen Seminaren lernen die Schüler durch spezielle Lockerungs- und Koordinationsübungen ihren Körper kennen und beherrschen. Im nächsten Schritt studieren sie dann typische Techniken der Pantomime und abschließend wird das Gelernte im Spiel, beim „Erzählen“ von Geschichten umgesetzt. „Dabei gebe ich den Schülern auch Tipps, wie man die Bühne nutzt“, so Jomi. „Als ein wesentliches Merkmal meiner Pantomime wird immer wieder meine präzise Darstellung genannt. Präzision ist mir auch besonders wichtig, denn Pantomime ist für ungeübte Zuschauer oft schwer zu verstehen. Je präziser die Personen und Situationen dargestellt werden, desto leichter sind sie für das Publikum zu ‚lesen‘. Und so lege ich auch bei meinen Schülern großen Wert auf die genaue Ausführung einer Bewegung. Sicherlich ist dies ein Charakteristikum meines Lehrstils. Den größten Wert lege ich jedoch darauf, dass es den Schülern Spaß macht und sie Freude an der Pantomime haben.“

    Darüber hinaus ist Jomi auch Dozent für Körpersprache und arbeitet zurzeit an einer Expertise für die Universität Saarbrücken.

    Redaktion: Kassandra Knebel

    AdNr:1038, AdNr:1026   

    2010-03-15 | Nr. 66 | Weitere Artikel von: Kassandra Knebel