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    Immer feste druff


    Kurzkritik Hans Gerzlich

    So gewalttätig wie der Titel ist das zweite Solo von Hans Gerzlich nun auch wieder nicht. Für "Im Hammer liegt die Kraft" hat sich der Gelsenkirchener in Anzug und Krawatte geworfen als wäre er Herr Kaiser, der sich ständig um unsere Versichertheit kümmert. Gesprochen wird von den fiesen Seiten des Lebens: In Pakistan fummeln Kinder Bastelsets in Überraschungseier, DB-Klos sind defekt, tagtäglich lösen wir uns in Staub auf und unser Steuersystem müßte man erschießen, wenn es ein Pferd wäre. Gerzlich macht uns den Fundamental-Nörgler. Perspektive ist aber trotz einiger Kalauer nicht die flapsige Pointe, sondern der intellektuelle Reiz diesen unser aller Blödsinn mal konsequent zu Ende zu denken. Was dabei herauskommt, das ist der Hammer! Wenn durch TV und Internet alles in den Medien immer mehr in "Echtzeit" geschieht, dann ist das "Parallel-Unviersum"á la Baudrilliard längst Realität. Ganz präzise ist das schon erkennbare "Prinzip Gerzlich" noch nicht, wie man bei dem Gastspiel in Die Käs in Frankfurt sehen konnte, bei dem zu vieles heterogen und kurz nach der Uraufführung noch nicht eingespielt wirkte. Im deutschen Kabarett gähnt in Sachen Nietzscheanisches-Dynamit-Philosophisteln eine Lücke, die es zu füllen gilt. Schaun wir mal, ob Gerzlich das Zeug zum kabarettistische "Übermenschen" schafft!  

    Redaktion: Kathrin Schwedler

     

    2002-06-15 | Nr. 35 | Weitere Artikel von: Kathrin Schwedler