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    Winterschlaf? – Keineswegs!

    Am 1.1. beginnen Christoph & Lollo im Kabarett Niedermair das neue Jahr mit „Schispringerlieder – Neujahrsspringen“. Ihre neue, sehr empfehlenswerte CD heißt übrigens „Hitler, Huhn und Hölle!“. Eine andere empfehlenswerte CD ist die der Blauen Engel, die kurz vor Weihnachten mit ihrem neuen Programm „Jubiläum“ herauskommen. Und noch ein Nachtrag: der Österreichische Kabarettpreis 2007 (gestiftet von Wien Energie) wurde Andreas Vitásek für „My Generation“ verliehen, der Programmpreis ging an das Trio maschek für die satirische Rabenhof-Theaterproduktion „Beim Gusenbauer – Willkommen in der Sandkastenrepublik“ (Idee, Konzept und Regie: Thomas Gratzer).

    Empfehlenswert ist das jüngste Programm von Ludwig W. Müller, „total brachial“ (Regie: Marion Dimali), in dem der wortgewaltige Sprachspieler das Leben im Postneoliberalismus thematisiert. Im biederen braunen Anzug samt ebensolcher Krawatte und Schuhen spricht er offen über das Tabuthema Geld und fragt durchaus glaubhaft, wie man die alltäglichen, lebenserhaltenden Ausgaben bestreiten kann, ohne sein Konto ständig zu überziehen. Müller ist ein guter Beobachter, ein versierter Erzähler, bringt musikalische Einschübe, aber vor allem philosophiert er über eine Welt, die immer unlogischer erscheint.

    Neu und sehenswert auch Severin Groebners „So gibt man dem Leben seinen Sinn“, untertitelt: Böse Geschichten und gute Musik. Böse und gut waren seine Geschichten und Programme schon immer, nun zeigt er formvollendet sein Können. Es geht um einen toten Großvater, dessen Beerdigung und die unvermeidlich bei solchen Anlässen auftauchende Verwandtschaft. Es geht um Absurdes und Makabres, es geht um Menschentypen und deren grandiose Darstellung. Dazu gibt es Lieder über die Ewigkeit und das Glück, zwischen Chanson und Jazz.

    Eine viel umjubelte Premiere feierte Pepi Hopf mit „schleudern!“ (Regie: Leo Lukas) in der Kleinkunstbühne Hin & Wider im Grazer Theatercafé. Karl, der Protagonist, erscheint ärger als Monk, geht laut zählend Schritt um Schritt in einen Waschsalon, um seine Türkiswäsche zu waschen, denn seine neue Waschmaschine ist noch nicht geliefert worden. Ein Albtraum für Karl, der sich seit Jahren nicht mehr aus seiner Wohnung bewegt. Er hat dort alles – Internet, Fernsehen – was er zum Leben braucht. Und finanziell kann er sich ein solches Leben auch leisten. Aber das Unglück lauert nun im Waschsalon: Nach dem Waschgang fehlt ein Socken, und da rastet Karl aus, total.

    „Papiertiger“ nennt Thomas Maurer sein Lese- und Redeprogramm. Er liest aus seinen Kurier-Kolumnen, die unter dem Titel „Im Wendekreis der Wende“ in Buchform erschienen sind, und schwadroniert dazu. Und Schwadronieren kann der Satiriker auch sehr gut. Lesen im Programm „Die Erleser kommen“ haben auch Gregor Seberg & Werner Brix. Es wird aber auch musiziert.

    Der „Weiberstammtisch“ lädt wieder regelmäßig ein Mal pro Monat zur „Ladies Night“ im KosmosTheater ein. Die Ladies, Künstlerinnen mit unterschiedlichem Programm, bereiten jeden Abend einzigartig zu. Anregend wie Chili con Carne, entspannend wie ein Schaumbad mit Honig und berührend wie Schokolade, stets frisch gewürzt, liebevoll angerichtet und leidenschaftlich präsentiert. Mit einem Wort: „Ladies Night“ – mehr können Sie für Ihren Genuss nicht tun!

    Einen anderen Genuss bietet Nadja Maleh mit ihrem furiosen ersten Comedy-Solo „Flugangsthasen“. Maleh bringt Sie absolut niveauvoll zum Lachen. Auf aberwitzige Weise stellt sie eine Flugbegleiterin und Passagiere unterschiedlichster Provenienz punktgenau dar (Regie: Marion Dimali).

    Andrea Schramek (zusammen mit Ute Walluschek-Wallfeld spielt sie „Erni & Hermi in der Bar der verklemmten Herzen“) ist in ihrem ersten Solo „Shooting Stars“ das erfolgreiche und durchgestylte US-Kunstprodukt Jane (blonde Haare, Stöckelschuhe, figurbetontes Kleid, immer ein dämliches Lächeln). Eigentlich kommt sie aus Wien, wo sie sich als Schauspielerin – ohne Erfolg – versucht hat; und diese Geschichten erzählt Andrea Schramek. Gekonnt schlüpft sie in verschiedenste Rollen (Regie: Andreas Moldaschl), und schlussendlich erfahren wir, wie sie den Aufstieg zum „Shooting Star“ geschafft hat. Nun wird sie herumgereicht, ist aber nie mehr ohne Bodyguard unterwegs. Absolut sehenswert in dieser Rolle ist ihr musikalischer Begleiter Christoph Wundrak.

    Im Jänner gibt der Schauspieler Karlheinz Hackl wiederum im stadtTheater Walfischgasse „Ich, Hackl!“, ein autobiografisches Programm (Buch: Joesi Prokopetz) mit eigens von Georg Danzer für Hackl geschriebenen Liedern.

    Gery Seidl, eine Hälfte des Kabarettduos WalterSeidl, gibt im Jänner sein erstes Solo „Wegen Renovierung offen“ im Kabarett Niedermair. Er zeigt darin einen Bauleiter, der ein Theater renovieren oder doch niederreißen soll. Kurz und gut, in sein erstes Solo lässt Gery Seidl seine Erfahrungen als Bauleiter einfließen, denn bevor er auf die Bühne trat, war er in der Baubranche tätig. Ein Erlebnisbericht sozusagen.

    Zwei Senkrechtstarter am österreichischen Kabaretthimmel, Thomas Stipsits und Klaus Eckel, präsentieren im Februar im Kabarett Niedermair ihre neuen Programme. Am 13. (!) hat Thomas Stipsits mit „Cosa nostra – unsere Sache“ Premiere (Regie führt sein Manager Andi Peichl). Viel wird darüber nicht verraten, nur so viel: In der kleinen Gemeinde Stegersbach laufen die Vorbereitungen für das alljährliche Sommerfest auf Hochtouren. Als Mitternachtseinlage tritt Kabarettist & Freibadkämpfer Thomas Stipsits aus der Nachbargemeinde Stinatz auf. Und das verheißt nichts Gutes, haben doch die Stegersbacher eine Therme und Stinatz noch immer kein Freibad! Am 27. Februar präsentiert dann Klaus Eckel „Not sucht Ausgang“. Darüber wird aber noch gar nichts verraten.

    Im Februar präsentieren auch Monica Weinzettl & Gerold Rudle ihr zweites Duo-Programm „Wir müssen reden“ im Wiener Orpheum. Der Titel deutet auf Beziehungsprobleme und deren Abhandlung hin. Der Simpl-Chef Michael Niavarani feiert Anfang März im eigenen Etablissement mit seinem Solo „Encyclopaedia Niavaranica“ Premiere. Ebenfalls im März präsentieren Gonzo & Qualle „Endstation“ im Spektakel und Fredi Jirkal „Man bleibt Kind“ im Wiener Orpheum.

    Doch nun Richtung Westen, nach Salzburg. Dort spielt das Affront-Theater passend zur Fußball-EM ab 11. Jänner „Im Spielrausch“. Untertitelt mit: Ein ziemliches Theater um Sport, Kultur und andere Scheingegensätze. In zwei Spielhälften mit einer Nachdenkpause. Christian Wallner, Gerhard Laber und Gerald Fratt präsentieren zur Eröffnung der „MotzArt“-Woche am 31. Jänner ihr neues Programm „Quer Geist“ in der ARGE Kultur, Salzburg. Weiter geben sich bei diesem Festival die Ehre: Martina Schwarzmann, Luise Kinseher, Andreas Rebers, Alfred Dorfer, Matthias Deutschmann und andere.

    Und noch einen Abstecher nach Tirol: Dort feiert Nessi Tausendschön im März mit „Perlen und Säue“ ihre Österreich-Premiere im wunderbaren Ambiente des Café Praxmair auf der Bühne der Kleinkunst in Kitzbühel.

    Redaktion: Iris Fink

    2007-12-15 | Nr. 57 | Weitere Artikel von: Iris Fink