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    „Bissig“


    ging es im Apollo Varieté in Düsseldorf zu, denn dort zeigten die Artisten die Zähne. Lonely HusBand (zwei Herren) hatten mit wortgewandtem Satzgesang, musikalischer Achterbahnfahrt und geistvollem Klamauk die Conférence übernommen. Rasantes Tempo, großartiges Geschick und präzises Timing waren die Markenzeichen von Andy Gebhard und seiner Devilstick-Show. Vampire verband akrobatische körperliche Höchstleistung mit schwereloser Ästhetik. Der Handstandäquilibrist schuf immer wieder neue Körperbilder aus dem ewigen Handstand heraus, beeindruckend und faszinierend zugleich. Jay Niemi bot elegante und glamouröse Zauberkunst mit seinen gefiederten Freunden und verzauberte mit fantastischen Kunststücken. Marc Metrals Kunst beeindruckte durch lippenlose Wortbildungen, die er seinen tierischen Mitstreitern quasi in den Mund legte, und begeisterte mit seinen pfiffigen Pointen. Die Zwillinge Marina & Svetlana vollbrachten als Antipodenjongleure wahre Spitzenleistungen. Mit ihren fliegenden Tüchern ließen sie die Gesetze der Schwerkraft glatt vergessen und beeindruckten ebenfalls durch ihre körperliche Ausdauer und technische Brillanz. Ebenfalls technisch perfekt und außergewöhnlich die Sorellas (Christoph Gobet & Rodrique Funke) mit ihrer wohl einmaligen Trapezdarbietung. Spektakuläre Faller und dynamische Hänge, ob Hand in Hand oder Fuß an Fuß, ließen das Herz höher schlagen und den Atem stocken bis zum Finale, in dem sich noch einmal alle Künstler von einem begeisterten Premierenpublikum verabschiedeten.

    „Junge Wilde“ stürmten das GOP Varieté Essen mit ihrer Show. Chantal übernahm mit Berliner Schnauze die Conférence und geleitete wort- und gestenreich von einem jungen, wilden Künstler zum nächsten. Take That Out (drei Herren) ließen ihrer Spielfreude den Lauf und schwangen – mit technischen Raffinessen gespickt – ihre Keulen als Jongleure. Jan Becker machte sich als „Gedankenleser“ das Übersinnliche zu Eigen und erriet die Gedanken von erstaunten Zuschauern. Andrej und Ben erzählten mittels kraftakrobatischen Könnens die ewige Geschichte zweier Menschen von Hass und Liebe beseelt, mit vielen verschiedenen Hebe- und Sprungfigurationen. Frank Wolf raste mit seinem BMX-Rad temporeich über die Bühne und zündete ein Feuerwerk an akrobatischen Radkunststücken. Julia Pykhtina liebte ebenfalls das runde Element und schwang graziös ihre Hula-Hoop-Reifen variantenreich um ihren Körper. Zum Bühnenhimmel empor arbeitete sich David O’mer mit seiner Strapatendarbietung; ästhetisch, kraftgeladen und feucht-fröhlich wechselte er zwischen luftigen Höhen über den Köpfen der Zuschauer und seiner mit Wasser gefüllten Badewanne. Zum Finale gab es dann noch einmal etwas feucht-fröhliches für alle Künstler, nämlich den wohlverdienten Applaus des Publikums und ein Glas Sekt von der Direktion des Hauses.

    „April April“, so kündigte sich das Monatsprogramm jenes genannten Monats im GOP Varieté Hannover an. Da ließ sich auch Philip Simon nicht lange bitten und führte mit kunstfertig zauberhaften Tricks und Worten durch die Produktion. Komik aus dem Nichts zu schaffen, ist eine Kunst, die die OKidOK2 Clowns bravourös beherrschten und damit Eigenwilliges zu herzhaften Lachern umsetzten. To-Re-Me (3 Damen) kamen aus einer Fantasywelt von einem anderen Stern und beherrschten das hohe Können der Handstandakrobatik gepaart mit Kontorsion – das Verschmelzen zu immer wieder neuen und einmaligen Körperfiguren. Zwillingsbilder in den Lüften am Trapez schufen die Kriskats (2 Damen) durch zarte und fließendweiche Bewegungen der beiden Körper. Lukaluka (1 Dame, 1 Herr) verblüfften mit neuartigen Übergängen in ihrer innovativen Jonglierkunst, die sich als bunte Poesie entpuppte. Mit dem Finale ging ein fantasievoller Abend zu Ende.

    „Twins & Friends“ trafen sich im GOP Varieté in Bad Oeynhausen. Die Zwillingsbrüder Pierre und Pablo Ceasar gleichen einer dem anderen, und so begeisterten sie mit ihrer Partnerakrobatik, nach dem Motto: „who is who“ – eine kraftgeladene Komposition von Feuer und Wasser mit erotischer Ausstrahlung, extravagant und außergewöhnlich. Lena Gutschank zelebrierte eine traumhafte Inszenierung am Luftring über den Köpfen des Publikums. Ihre virtuose Luftartistik kombinierte sie mit klassischen Elementen der Kontorsion. Gesang und ausdruckstarker Tanz kennzeichneten Jenny Adler, die mit Esprit und sinnlichem Ausdruck ihre Kunst unterstrich. Einen poetischen Tanz vollführten der Rock und die Tücher von Natalya Kryvonos in ihrer Antipodenjonglage mit schwungvollen und dynamischen Elementen. Ein raumfüllendes Erlebnis war die Hula-Hoop-Darbietung von Irina Galagan, die, mit Vielfalt gepaart, die Ringe kreisen ließ. Bälle tanzten fast schwerelos um den Körper von Ksena, trickreich und kombinationsfreudig. Ziska Riva präsentierte energievolle Sprünge zu einfühlsamer Musik und schuf damit poetische Momente auf dem Seil. Die Geschmeidigkeit einer Katze und südländisches Temperament vereinigte Annalisa Catena in ihrer Kontorsionsdarbietung zu vielfältigen Figurationen. Töne und Rhythmus waren die Elemente des Brasilianers André Borges, der mit seinem Saxophon diese zu einem musikalischem Genuss vereinte. Ein Programm mit ausdrucksstarken Künstlern neigte sich dem Ende entgegen, im Grande Finale.

    Redaktion: Hartmut Höltgen-Calvero

     

    2005-06-15 | Nr. 47 | Weitere Artikel von: Hartmut Höltgen-Calvero