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  • Szenen Regionen :: Berlin

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    HERBSTschläge

    Alte und neue Fans, Kinder, Jugendliche, Studenten, und gediegenes Publikum. Sie alle fanden sich an 3 Wochenenden im Grünen Salon ein um Neues von ihr zu hören und zu sehen. Die bei Danzig geborene Wahlberlinerin Celina Muza sorgt bereits seit einigen Jahren für abwechslungsreiche Gespräche in der Berliner Chansonszene. Mit  Chansons polnischer Komponisten, die sie meist in deutscher Sprache vorträgt, hat sie sich einen Namen gemacht. Ihre Besetzung ist klassisch: Christoph am Flügel, Mohi am Kontrabass und ihre nicht wegzudenkende Begleiterin auf Berliner Bühnen, Magdalena, an der Violine. Der Sound, den die vier in den Grünen Salon trugen, ist alles andere als klassisch: jazzige Rhythmen, poppige Rockballaden, folkloristisch angehaucht und äußerst temperamentvolle HERBSTschläge.
    Wenn sie die Melodien ihres Heimatlandes singt, dann schwingt darin die ganze Melancholie eines europäischen Landes, das so nah ist und doch so fremd scheint. Muza singt ihre Lieder nicht nur, sie zelebriert sie wie eine Diva. Es wird einem schnell bewusst, wie viel man mit dem Herzen verstehen kann.
    Das tritt auch auf eine Show zu, die am 18.10.02 im Tipi, das Zelt, die Berliner Premiere feierte.  Holger Klotzbach kündigte schon in seinen Begrüßungsworten an, dass dieses Programm  schwer in Worten zu beschreiben sei. Vielleicht ginge aber das Publikum etwas verändert nach der Vorstellung nach Hause.

    Unter der musikalischen Leitung der Absolventen der Berliner Hochschule für Musik, Mark Chaet und Sergeij Sweschinskij ist hier etwas Neues und Bemerkenswertes entstanden. Sie veranstalten wirklich, wie versprochen, im Saal und auf der Bühne ein wild-fröhliches Chaos, ein furioses Tohuwabohu der Klänge und Stile - von Klassik über Russische Folklore zu Klezmer und Pop.

    An die Rückwand der Bühne projizierte Bilder, Landschaften, Hausfronten, und Stimmungen unterstützen den Zuschauer beim Hineinsinken in fremde Welten voller Tragik und Leidenschaft.  Wie durch Zauber entstehen dabei immer neue Klang- und Bild-Welten. Ohne die ja auf den Berliner Straßen und in den Cafés oft gehörten  klassischen Volksweisen in den Vordergrund zu rücken, gelang es den Künstlern mit scheinbar unbekannten Weisen aus der  Klassik über Russische Folklore bis zu Klezmer und Pop, uns Einblick in ihre Welt und Vergangenheit  zu gewähren. Die unterschiedlichen Charaktere und Kulturen der 15 klassisch ausgebildeten Musiker aus Rußland, Bulgarien, Polen und Argentinien überraschten und begeisterten bis zum Schluß in diesem musikalisch-theatralischen Kraftwerk. Spielten einige der Künstler und viele ihrer damaligen Freunde und Kollegen kurz nach der Wende in Cafés, Restaurants auf Feiern und sogar auf der Straße fast nur die Volksmusik oder Dixieland, so ist hier ein Ergebnis einer neuen Generation zu sehen. Hier ist das Ergebnis wirklich mehr als die Summe aller Mitwirkenden. Die Produktion der Fliegenden Bauten, Hamburg: Trio Bravo Mark Chaet Trio Bravo, Neva Brass, Sabawa, Adam Tomaszewski, Joanna Tzoneva, Alfredo Portillo, Regie: Sebastiano Toma. Musikalische Leitung: Mark Chaet & Sergeij Sweschinskij

    Hier feierten auch am 4. 9.02 die Tiger Lillies und Artisten aus der Welt des Varietés ihre Premiere. Das Zelt ist schön, es glitzert. Doch nach wenigen Minuten wird auch den Nichteingeweihten klar, das ist kein normales Varieté, keine leichte schöne und schillernde Alltagskost. Martyn Jacques besingt als Countertenor die Unterwelt, Ermordete und die Depressivität und Melancholie. Manchmal erscheint es wie ein Kampf zwischen Bösem und Guten, wenn die Akrobaten und Varietékünstler auftreten. Dabei verknotet die Russin Svetlana Belova ihre Glieder oder Lisa und ihr Partner zeigen ihren exzellenten Vertikalseilakt. Hier wird das andere Ende einer  professionellen Varietékunst gezeigt. Aber eine Schublade gibt es hierfür genauso wenig wie für die Neuentdeckung des Grünen Salons.

    Orlinka Orphea & Band zeigten am 21. September hier ihr neues  Programm.  Madonna und die slowakische Folklore, ein Programm ist ein Mix aus Slapstick, Comedy, Poesie. Während Coverversionen von Queen, Madonna, alt bekannten Chansons und slowakischer Folklore erklingen, brechen Tanzeinlagen und skurrile Geschichten den Abend. Verblüffend für Neugierige und eingefleischte Kleinkunstgänger wurde hier eine spannende und junge Mischung verschiedener Stile und Genre gezeigt.

    Das BKA, bekanntlich ebenfalls mit 2 Berliner Spielorten, zeigte wie immer ein vielfältiges Programm aus Shows und Parties im Sommer. Beim Chansonsommer konnte man viele bekannte Künstler hören und sehen, die in den letzten Jahren in kleineren und größeren Chansonbühnen Berlins zu Gast waren. Im Oktober folgt in der Kalkscheune  wieder das Chansonfest.  Seit 2001 findet es hier statt. Im letzten versuchten die Veranstalter  mit „Pop“ und „Jugendbands“ Ansätze für die  Lösung des Chansontiefs zu präsentieren. Dieses Jahr scheint stehen viele neue und einige bekannte Namen auf dem Programm. Tanja Ries sieht, präsentiert und führt durch das Fest, dessen alleiniger Organisator Boris Steinberg ist. Der Berliner Chansonsänger tritt mit seinem eigenen Programm direkt nach dem 7. Chansonfest im Grünen Salon auf. Am 2.11. öffnete der Quatsch Comedy Club zum ersten Mal im Berliner Friedrichstadt-Palast. Künftig soll dort sieben Tage die Woche ausschließlich "Komik aus dem Stehgreif" geboten werden - ab 7.11. jeweils von Donnerstag bis Sonnabend mit dem bewährten "Mix", nämlich bunten Abenden mit vier Stand-up-Comedians, moderiert von Club-Chef Thomas Hermanns. Montags bis mittwochs sind Einzelgastspiele und Sonntags-Specials geplant. Für internationales Flair soll eine Kooperation mit dem "Comedy Store" in London sorgen. Ebenfalls am 2. November freute sich Berlin auf die Wiedereröffnung der Kleinen Revue im Friedrichstadtpalast. Damit hat Berlin auch im Comedybereich Hauptstadtniveau erreicht, denn nach dem Tipi und dem Comedyclub war dies bereits die 3. Neueröffnung in diesem Halbjahr!

    Auch der Tränenpalast hat Neues zu bieten: Ab sofort gibt es KlubKomiK jeden letzten Montag im Monat mit Comedy, Kabarett, Kurzfilmen, Videoeinspielungen und Live-Musik. Im Oktober wurde das „Lustobjekt Rheinland“ in der „Rheinische Woche“ von zahlreichen Künstlern präsentiert. Weitere Specials zur Berlinale oder am Silvester-Vorabend sind geplant. Infos unter www.klubkomik.de. Wo wir gerade am Jahresende sind: Weihnachten steht vor der Tür! - Das Chaostheater lädt vom 23.-25.12.02 ins BKA Luftschloss ein. Wer also nicht nur Glitzer und Glamour liebt, sondern gern auch etwas wagt, sollte hier das  XXL-X-Mas Happening nicht verpassen. Wer die wichtigsten Fragen zu Desireé Nick endlich beantwortet haben möchte, sollte im Dezember ins BKA-Luftschloss gehen. 4.12.-21.12. 02.

    Schöne Weihnachten und guten Rutsch wünscht aus Berlin 

    Yvonne Helmbold

     

    Weitere Termine:

    BKA Luftschloss Mitte, Tel.(030) 20 22 00 51

    27.11.02               Zigeuner aus Norwegen: Sturm und Drang

    26.12.-30.12.02    Andreas Schneider & Orchester de l’Espoir „ Jaques Brel, wenn uns nur die Liebe bleibt“


    BKA Mehringdam
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    22.11.-24.11.02    Willkommen in der Ohrfeigenanstalt mit Sterrmann und
                                Grissemann

    ab 9.11.02 samstags, „Sherry´s LateShow“ : Eine schrille Diva aus New
                                 York   


    Wintergarten
    ,
    www.wintergarten-varieté.de

    07.11.-02.03          Sterne des Varieté IV- gewidmet Charlie Rivel

    Ende November 02  Weihnachtsvarieté für Kinder » Zimt und Zauber « .


    Tipi
    ,
    www.tipi-das-zelt.de

    Ab 4.12.02             Die Geschwister Pfister


    Grüner Salon
    www.gruener-salon.de

    7.12./8.12./17. 02 Berliner Premiere Christiane Weber und Tim Beckmann

    11./18./25.01.03      Mime Crime

     

     

     

    2002-12-15 | Nr. 37 | Weitere Artikel von: Yvonne Helmbold