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  • Szenen Regionen :: München

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    Die Anziehungskraft des Nordens

    Das neue Hinterhoftheater und Humormaschinen in Schwabing

    Er ist nicht gerade die Perle der Landeshauptstadt, der Münchner Norden.

    Die Industriekonzentration ist besonders hoch, die Wohnquartiere – das Hasenbergl ist Ausweis dafür – sind nicht gerade besonders schön und gelten als soziale Brennpunkte. Neben einem Klärwerk würde noch ein Müllberg aufgetürmt, in dessen Nähe bald ein weiteres Ungetüm erstehen soll, der neue Fußballtempel für die Münchner Bundesligisten. Wer es sich leisten kann, zieht den Münchner Süden vor. Von da aus ist man schneller in den Bergen, und wenn einmal ein Neubauprojekt beantragt wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um einen Golfplatz handelt. Dennoch fehlt dem Süden etwas. Für Kabarett-Fans ist es sogar das gewisse Etwas. Was für die Fußballfanatikern das neue Stadion einmal werden soll, das ist das Hinterhoftheater für Kleinkunstfreaks schon lange, eine wahre Pilgerstätte nämlich. Damit sich auch weiterhin die Kabarett-Größen aus der Region und der gesamten Republik die Klinke zum Bühnenraum in die Hand geben, wird der Theaterraum gerade auf Vordermann gebracht. Richtig komfortabel wird es in Zukunft für die Künstler werden, für die hinter der Bühne ein Anbau errichtet wird, die neue Garderobe. Für die Akteure war es bisweilen nicht ganz einfach, sich auf wenigen Quadratmetern nur durch einen schwarzen Vorhang verdeckt, auf die Auftritte vorbereiten zu müssen. Jetzt bekommen sie ein eigenes Garderoben- und Hinterbühnengemäuer. Auch für die Zuschauer, die gerade in den wärmeren Jahreszeiten oftmals gehörig ins Schwitzen gekommen sind, wird es kommoder. Eine neue Belüftungsanlage wird für frische Luft sorgen. Wer Angst hat, dass die ur-münchnerische Atmosphäre eines Wirtshaustheaters bei der Renoviererei verloren gehen könnte, den beruhigt der Wirt des Hauses, Günther Knoll: „Das Haus wird auch weiterhin von seinem Charme leben." Mitte September soll Wiedereröffnung sein, natürlich mit einer Menge guter, alter Bekannter: Die Giesinger Sautreiber haben ebenso zugesagt wie Sigi Zimmerschied, die Wellküren, Maria Peschek mit Michael Skasa, Martin Buchholz wird anreisen und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude wird sich wieder einmal als Kabarettist versuchen. Ab Mitte Oktober gibt es dann „eine Premiere nach der anderen", so Knoll. Gründe gibt es also genug, auch als Südstädter einmal in den Münchner Norden zu pilgern.  

    Wer es nicht wissen sollte: Auch das so oft besungene Schwabing liegt im Norden des Stadtzentrums. Vom Hinterhoftheater, bis in die Occamstraße braucht man mit dem Fahrrad nicht viel mehr als zehn Minuten. Dort steht bekanntermaßen das Lustspielhaus, in dem sich immer zur Sommerzeit gar Wunderliches zu ereignen scheint. Kabarettisten, die sonst eher ihre eigenen Wege zu gehen pflegen, stellen sich zusammen auf die Bühne und toben sich zum Wohle des Publikums aus. „Occams Nr. 5" ist der Titel der diesjährigen, nunmehr fünften Sommerproduktion des Lustspielhausensembles. Gabi Rothmüller, Michael Altinger, Andreas Giebel. Manfred Kempinger, Alexander Liegl und Helmut Schleich präsentieren „Das Neueste aus fünf Programmen". Nagelneues mischt sich mit wohl Bekanntem und Geschätztem und Gaudi ist natürlich garantiert. Im Mittelalter spielt die Suche nach „Occams Nr. 5", dem teuren Duft des derben Schmarrens, doch altbacken ist nichts, was auf der Bühne geboten wird. Wer sich im Zuschauerraum die Schenkel wund geklopft hat, der wird auch später noch zumindest schmunzeln müssen, wenn er sich vorzustellen versucht, was das wohl für Abende sein mögen, an denen sich diese sechs Humormaschinen ihre Programme zusammenbasteln.  

    Auch in der Drehleier am anderen Isarufer weiß man Ensemble-Kabarett wieder zu schätzen. Kabarett-Dinosaurier Helmut Ruge, die junge Susanne Brantl sowie die Titanen des Münchner Beziehungskistenkabaretts Angelika Beier und Walter Zauner haben sich zur Produktion „All incl." zusammengefunden, um die heile Urlaubswelt des Happy-Hour-Horrors zu zertrümmern. Man rauft sich also zusammen in München. Die Tränen über das Auseinanderbrechen der Lach-und-Schieß-Ensembles dürften lange schon getrocknet sein.  

    Was macht eigentlich Jörg Maurer? Wer das nicht weiß, liegt mit einer Antwort auf diese Frage beinahe immer richtig: „Ein neues Programm". In seinem Kellerdomizil, dem Schwabinger „Unterton", präsentiert der Mann am Klavier sein neuestes Opus „Mit 80 Tasten um die Welt", eine Geschichte des Klaviers, eine Geschichte rund ums Klavier. Gespannt darf man auf die Premiere eines neuen Kabarett-Gespanns sein. Multi-Klein-Künstler Ecco Meineke beklagt sich an der Seite von Susanne Rohrer: „Die Frauen essen uns alles weg!" heißt es im Theater Heppel und Ettlich.

    Servus, Andreas Rüttenauer

    Agentur Olivia Reinecke

    AdNr:1089 

    2001-09-15 | Nr. 32 | Weitere Artikel von: Andreas Rüttenauer