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  • Themen-Fokus :: Zauberkunst

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    Zauberhafte Sommerszeit

    Das war nun wirklich ein zauberhafter Sommer mit so vielen Terminen, dass die Ferien fast ausfielen.

    Zunächst war da noch vor den Sommerferien die 50. Zauberbörse des Magischen Zirkels von Deutschland in dem kleinen Ort Büderich am Rhein, der zu Meerbusch gehört. Eine solche Zauberbörse ist zunächst und vor allem ein großer Flohmarkt von Zauberkünstlern für Zauberkünstler, aber natürlich gehört dazu auch ein attraktives Rahmenprogramm. Zum 50sten wollte man sich natürlich nicht lumpen lassen und so hatte der organisierende Präsident des MZvD, Wolfgang Sommer, als Seminarleiter Roberto Giobbi und Anam Cara aus der Schweiz eingeladen. Letztere gestalteten dann auch noch die „Abendgala", die aus ihrem aktuellen Solo- bzw. Duoprogramm bestand. Ehrlich gesagt, war dieses Programm für mich der Hauptgrund, nach Büderich zu fahren, denn ich hatte schon lange auf eine Gelegenheit gewartet, mir die Beiden ansehen zu können. Anam Cara (Christoph Borer und Michael Gammenthaler) stehen für den Versuch, Zauberei zu einem theatralen Erlebnis werden zu lassen und treten seit einiger Zeit auch in der „Magischen Welt" dafür ein, unsere Kunst als Theaterkunst ernst zu nehmen. Da sie dabei oft etwas dogmatische Ansichten vertreten, wartete ich auch mit etwas gemischten Gefühlen auf ihr Programm. Obwohl es sich bei dem Saal nun wirklich nicht um ein Theater handelte, versuchten sie doch mit Hilfe einer recht aufwendigen Technik ein Theatergefühl aufkommen zu lassen. Natürlich konnte das nicht ganz gelingen, aber der Versuch war es wert. Leider waren im Zuschauerraum „nur" Zauberer versammelt, was die Reaktionen immer etwas verzerrt, aber auch damit kamen Anam Cara sehr gut zurecht. Ihr Programm bietet auch für Kollegen sehr viel Sehenswertes, aber für ein Theaterstück ist die Story doch noch etwas dünn und manchmal nur schwer überhaupt zu erkennen. So kann sich das theatrale Erlebnis nur an einigen Stellen einstellen, aber die Beiden wissen um diese Schwäche und haben für ihr nächstes Programm („Backstage" startet im Oktober) bereits Besserung gelobt. Man darf gespannt sein, denn der eingeschlagene Weg ist es ganz sicher wert, weiter verfolgt zu werden und ich kann mir dafür auch kaum geeignetere Interpreten vorstellen als Anam Cara!

    Neues wird es bald auch von Marvelli zu berichten geben, der daran arbeitet, seine Fernsehshows aus den 80er Jahren in professioneller Qualität als Kaufvideos auf den Markt zu bringen, was sicher nicht nur für historisch Interessierte ein Leckerbissen sein wird. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

    2001 scheint das Jahr der Zauberbücher zu werden: Konnte ich Ihnen beim letzten Mal schon von zwei sehr bemerkenswerten Neuerscheinungen berichten, so sind für den Herbst gleich zwei Bücher über den Wiener Zauberkünstler Ludwig Döbler, der seinen 200sten Geburtstag in diesem Jahr feiern könnte, angekündigt, Wittus Witt schreibt an einem Buch über Werry, seinen Vorgänger als Herausgeber der „Magischen Welt" und auch der Verfasser dieser Zeilen möchte noch in diesem Jahr ein Buch über 25 Klassiker der Illusionskunst fertig stellen. Für die Leser des Trottoir ist aber vielleicht vor allem der Titel „Zaubern für Dummies" interessant, denn dieses Buch wendet sich vor allem an interessierte Laien. Zum Preis von 33,15 DM (ISBN: 3-8266-2948-5) werden dort im Outfit eines Computerhandbuchs viele interessante und originelle Zaubertricks für Einsteiger präsentiert. Es handelt sich dabei um die deutsche Ausgabe des Buches „Magic for Dummies" aus der bekannten Dummy-Serie. Leider wurde das Buch einfach nur gut übersetzt, aber ansonsten die deutschsprachige Zauberszene nicht beachtet und im ohnehin recht kurzen historischen Teil findet sich nicht einmal mehr ein einziger Europäer!

    Und dann war da noch das 10. Koblenzer Gauklerfest, das zum Jubiläum mit einer Veranstaltung im Stadttheater begann, die von den Vorjahressiegern, Scott, the Magician und Miss Muriel, mit einer extra zusammengestellten Show eröffnet wurde. Natürlich habe ich die Beiden auch noch schamlos für ein kleines Gespräch „missbraucht", in dem sie mir unter anderem einen Einblick in ihren Terminkalender gewährten. So kann eine Woche im Leben von Zauberweltmeistern aussehen: Samstag, Auftritt in Moers; Sonntag, Flug nach Las Vegas; Montag; Auftritt in Las Vegas; Dienstag, Rückflug nach Deutschland; Mittwoch, Schlafen, Donnerstag bis Sonntag, Teilnahme beim Traumtänzer Varieté in Kassel. Allerdings sieht nicht jede Woche der Beiden so aus, denn was sie mir auch noch erzählten, war nicht ganz so erfreulich. Der Gewinn des Grand-Prix letztes Jahr in Lissabon brachte ihnen zwar viele Anfragen zu Zauberkongressen auf der ganzen Welt ein, aber bezahlen wollen oder können die Veranstalter dabei kaum etwas. Einmal war sogar die Übernahme der Transportkosten unmöglich.... Das sollte uns Zauberern eigentlich zu denken geben, denn unter solchen Umständen werden Wettbewerbe für Profis immer uninteressanter. Nur vom Ruhm kann schließlich keiner leben! Die Varieté-Szene scheint für Scott, the Magician and Miss Muriel da schon besser geeignet zu sein und so sind sie im November im Neuen Theater Hoechst zu sehen und für das nächste Jahr ist auch zumindest schon ein Vertrag in Deutschland fest.

    Da ein Bericht aus meiner Feder über Scott und Muriel im letzten Jahr der Startpunkt für die Übernahme dieser Kolumne war, erscheinen mir hier einige Worte in eigener Sache als angebracht. Und diese bestehen vor allem in der Aufforderung an die Leser, mir Meldungen über Neuigkeiten in der Zauberszene zu schicken. Das können Pressemitteilungen von Kollegen, bemerkenswerte Zeitungsartikel über Zauberauftritte oder Künstler sowie Ankündigungen interessanter Vorstellungen sein. Und natürlich freue ich mich auch über die Zusendung von Büchern oder gar die Einladung zu Premieren, über die ich dann hier berichten kann. Natürlich kann ich keine Garantie für eine Erwähnung geben, aber dass ich alles mir Zugesandte beachten und nicht etwa gleich wegwerfen werde, das kann ich Ihnen versprechen. Und hier folgen gleich die verschiedenen Möglichkeiten, wie Sie mich informieren können:

    Dr. Andreas Michel-Andino

    Platanenweg 12
    56075 Koblenz
    Tel.: 0261/54893 Fax: 0261/54354
    Email:andino@rz-online.de
    Internet: http://www.andino.de

    2001-09-15 | Nr. 32 |